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(Online-Artikel.de) - Wenn wir lernen die spirituellen Verkehrszeichen zu lesen, können wir die Gust der Stunde öfters als solche erkennen und sie als solche nützen.
Rainer Sauer/Autor Wir alle kennen das Gefühl, daß jede einzelne Zelle unseres Körpers, also unser gesamtes Verlangen buchstäblich nach einer ganz spezifischen Handlung schreit. Daß unser ganzes Sein in diesem Moment in nur eine Richtung, auf nur einen Punkt hinzudrängt und von diesem wiederum genauso stark und unbändig, ja fast schon magisch angezogen wird. Unsere Ahnung, unsere Intuition hat bereits alle Lämpchen des roten Alarms zum Erleuchten gebracht, wir wissen also zumindest unbewußt, daß wir in diesem Augenblick eigentlich nur einen Schritt vom Wahrhaften, authentisch Unseren entfernt sind und theoretisch unsere Bewegung auch nur auf diesem einen Kurs in Richtung Wahrhaftigkeit möglich ist. In diesem Moment können wir das Paradoxon Freiheit und Unfreiheit wahrnehmen, daß beides wirklich gleichzeitig existiert, was wir nun als das Gefühl erleben, daß es eigentlich gar keine andere Möglichkeit gibt als diese Handlung auszuführen, da sie ja bereits in dieser Intensität des Hinstrebens und Angezogenseins energetisch schon manifestiert besteht. Sich als bereits existent, als energetische Landschaft, als Raum Zeit Gefüge vor uns aufzeigt, in die wir eigentlich nur eintreten müssen, die uns eben als so vollendet erscheint, daß wir fast keine Möglichkeit sehen, uns dieser schon bestehenden Vollendung zu entziehen. Und zum anderen, wir gleichzeitig bewußten Zugang zur Tatsache haben, aus unserem Geburtsrecht der „freien Entscheidung" fähig zu sein, uns aus diesem schon vollendenden paradiesischen Zustand zu lösen, also die Fähigkeit besitzen, uns in einem Verzögerungs Moment vom vermeintlich Unvermeidbaren abspalten zu können, um eine Denk Pause in Raum und Zeit einzufügen. Das sind dann die Momente, bei denen die Gunst der Stunde das absolute Verschmelzen mit dem Sein ermöglicht und wir dank unserer freien Wahl das intensive Erleben der Freiheit haben, ein universelles Ja oder Nein, für oder gegen die Nutzung derselben aussprechen zu können. Unser freier Wille also einerseits unseren Schritt in Richtung Einssein, Ganzsein ermöglicht, dem Eintreten in die Verschmelzung mit dem homogenen energetischen Kontinuum derLiebe, der Identifikation mit dem stets verbundenen Ganzen den Vortritt geben kann, welches die Gunst der Stunde als reale Wahl Alternative, als temporär offenes Tor zum Himmelreich ankündigt, aber uns auch erlaubt, „draußen zu bleiben", nicht in den Fluß zu treten, uns weiterhin getrennt von unserer Heimat wahrzunehmen, um als Individuum in Distanz zur Einheit zu bleiben, eben der Gunst der Stunde zu trotzen. Ein fast alltäglich erlebbares Beispiel hierfür ist die Begegnung mit Menschen, die wir auf der Straße, beim Arbeitsplatz, vielleicht in der Disco haben, eben einen Menschen im Vorbeigehen sehen, der uns durch seine Erscheinung anzieht, wir uns also von ihm angezogen fühlen. Wir dasselbe Phänomen vielleicht bei ihm auch feststellen, und wir uns bewußt an diesem Scheidepunkt angesiedelt erleben, bei dem eigentlich alles dazu drängt, daß wir aufeinander zugehen (was dem sich Hineinbegeben in den Fluß gleichkäme), sich also die magnetische Kraft der Gunst der Stunde zu erkennen gibt. Wir entscheiden uns dann entweder für das Nutzen dieser Urkraft und gehen aufeinander zu, oder wir entscheiden uns für das Trotzen, bleiben also in Distanz. Beide Entscheidungen sind gleichwertig legitim, und es soll hierbei nur aufgezeigt werden, daß es die Augenblicke der starken und intensiven universellen Unterstützung gibt, welche wir hier als Gunst der Stunde bezeichnen, um sie möglicherweise für uns als solches auch transparent, also sichtbar zu machen. Diese Momente sind, wie wir wahrscheinlich erahnen oder aus eigener Erfahrung wissen, doch eher selten und sollten, das möchte ich doch sehr betonen, als Beschleuniger auf unserer Reise zu uns selbst, als die Bündelung der Urkraft verstanden sein und von uns als solche auch produktiv genutzt werden. Was soviel heißt, als daß es empfohlen ist, daß ich mich also in der Begegnung mit dem Augenblick der göttlichen Gunst, wenn ich gegebenenfalls auf meinem Weg der Selbsterkenntnis mal einen tieferen Einblick in das pure Sein erhalten möchte, für ein deutliches Ja ausspreche. Also mit anderen Worten, mich für die konstruktive Anwendung entscheide, welche die Gunst der Stunde für mich bereit hält. Ein Ja in diesem Falle bedeutet, mich mit dieser, der mir eigenen Urkraft zu verbinden, mich für die Erfahrung des Einsseins zu öffnen und ein Nein entspricht selbstredend meiner Entscheidung, das Getrenntsein als solches zu erfahren. Was wie erwähnt sicherlich beides gleich legitim ist, beides einer Selbsterfahrung gleichkommt, also unserem freien Willen untersteht. Unterscheiden tun sie sich wohl nur dadurch, und dies ist in unserem speziellen Falle für uns einzig relevant, indem die Wahrscheinlichkeit, daß wir einer bewußten Einheits Erfahrung, einer Gottes Erfahrung beiwohnen, wenn wir uns für ein Ja entscheiden, zumindest subjektiv betrachtet größer ist. Wenn wir also diesem uns günstig gestimmten Moment begegnen, den ich hier Gunst der Stunde nenne, können wir uns denselben zu nutzen machen, indem wir uns in diesen Fluß willentlich und bewußt hineinbegeben. Indem wir uns für das Ja entscheiden und uns dem Gegebenen hingeben, in Bewußtheit darüber, daß nun gerade alle Fäden, alle Ströme hier an diesem Platz und zu diesem Augenblick zusammenlaufen, erleben wir die Intensität, genau dort zu sein und den Raum einzunehmen, welcher das Leben für uns bereit hält. Eine Verschmelzung der Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft, ein Verschmelzen unseres gegenwärtigen Willens mit dem immerbestehenden universellen Willen, ist das, was uns in Einheit zusammenfügt und uns die Ewigkeit in einem Augenblick erfahren läßt. Es ist, als ob unser spiritueller Fingerabdruck in der grenzenlosen Datei der universellen Datenbank abgefragt wird, und wir in diesem Moment eine Identifikation, totale Übereinstimmung, Deckungsgleichheit mit unserem wahren Sein auf allen Ebenen erfahren. Wir sind am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und alles macht ur plötzlich Sinn. Wir erleben also den verzauberten Moment, der uns das Einssein mit allem empfinden läßt und uns auch das unmittelbare Erfahren schenkt, daß alle Kräfte uns dienend zu Seite stehen und daß die gerade erlebten Szenarien ein göttliches vollkommenes Schauspiel zugunsten unserer selbst sind. Ein unterstützendes Zusammenspiel der Kräfte, um unser individuelles, nahes Ziel zu erreichen und letztendlich das scheinbar etwas fernere Ziel der Gesamtheit, die kollektive Entfaltung zu verwirklichen. Die Gunst der Stunde ist demnach nichts anderes als die immerwährende Gunst der göttlichen Führung, welche sich in manchen Augenblicken mit etwas mehr Intensität und Eindeutigkeit zu erkennen gibt.
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