Gesetzliche Rente ist in Gefahr
Bei Einführung der Rentenversicherung 1891 betrug der Beitragssatz gerademal 1,7% und wurde jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt. Mittlerweile müssen wir 19,9% in die Rentenkasse entrichten und wie viel wird es in 10, 15 oder 20 Jahren sein und bekomme ich dann noch eine Rente?
Als 1986 Norbert Blüm für seinen Wahlkampf sagte „Unsere Rente ist Sicher", konnte er natürlich nicht wissen welche wirtschaftliche Krisen oder politische Fehltritte in nächsten 25 Jahren kommen werden. Fakt ist es, dass die Rente alles andere als Sicher ist und die Aussichten stehen auch nicht gut. Mit jeder Rentenreform wird immer mehr gekürzt oder ganz gestrichen. Seit 2001 wurden die Berufs- und Erwerbsunfähigketsrenten durch Renten wegen teilweiser und voller Erwerbsminderung ersetzt, so dass der Begünstigte im Versicherungsfall um einiges weniger bekommt wie vorher. Gleichzeitig wurde die Rente für Bergleute abgeschafft und die Hinterbliebenenrente gekürzt. 2007 wurde beschlossen das Rentenbezugsalter auf 67 Jahre zu setzen. Wenn man bedenkt dass diese ganzen Rentenkürzungen und Umstrukturierungen allein in den letzten 10 Jahren beschlossen wurden, ist die Zukunft ungewiss.
Wie kann ich mich schützen?
Jetzt im Augenblick kommen auf einen Rentner vier Steuerzahler und in den nächsten Jahrzehnten steht es dann eins zu eins. Das heißt ein Arbeiter bezahlt den Lebensunterhalt von einem Rentner. Das ist natürlich nicht möglich und deswegen kann sich jeder schon auf die nächste Rentenreform freuen. Wenn man also seinen Lebensstandard halten möchte und nicht betteln oder sogar ums Überleben kämpfen will, dann ist eine private Absicherung unentbehrlich.
Als erstes sollte jeder darüber nachdenken was passieren würde wenn man berufsunfähig wird, denn die Rentenkasse zahlt bei voller Erwerbsminderung nur 37% vom letzten Bruttogehalt und davon muss jeder noch Sozialversicherungen entrichten. Der zweite wichtige Punkt ist die Altersrente. Um sich gut genug abzusichern sollte man nach dem Drei-Säulen-Modell gehen.
Das Drei-Säulen-Modell besteht aus drei Altersvorsorgeprogrammen: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge (bAv) und private Rentenversicherung (pRv). Um seinen gewohnten Lebensstandart beizubehalten sollte jeder ca. 70% des Monatsbruttogehalts als Grundlage nehmen und einen unabhängigen Finanzberater aufsuchen, welcher mit der Rentenformel die voraussichtliche gesetzliche Rente errechnen kann. Die unabhängige Beratung bringt auch den Vorteil entscheiden zu können wo die Differenz am besten angelegt wird und bei welcher Gesellschaft. Ob es dann die betriebliche Altersvorsorge, eine Riester Rente oder eine andere private Rentenversicherung wird muss auf jeden Fall ganz individuell angepasst werden. Beide Säulen werden vom Staat unterstützt und das nicht zu knapp. Die bAv wird durch staatliche Förderungen von Direktversicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds und Arbeitgeber (je nach Betriebs- und Tarifvereinbarung) unterstützt, diese bleiben auch bei einem Arbeitswechsel erhalten. Die Riestersparer erhalten mehrere hundert Euro als Förderung, wobei eine Familie mit Kind/er einiges mehr bekommt als ein Alleinstehender. Zusätzlich können beide Arten der Altersvorsorge in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden.
Feststeht dass unsere gesetzliche Rente zum Teil sicher ist aber um in Zukunft noch gut leben zu können muss der Einzelne sich selbst absichern und da wird er vom Staat genügend unterstützt.
Autor: Eugen Grinschuk