Champagner
Das edle Getränk
Champagner wurde nur aus Zufall entdeckt. Bei der Weinherstellung hörte in besonders kalten Wintern der Gärungsprozess im Fass auf und fing im Frühjahr ein zweites Mal an. Dadurch entstand Kohlensäure und der Schaumwein war geboren.
Aber der Champagner ist nicht nur ein Schaumwein, sondern etwas ganz Besonderes. Seine Trauben werden im Weinanbaugebiet Champagne in Frankreich angebaut und das Getränk in der Flasche gegärt.
Bereits vor über 1500 Jahren sollen die Römer in der Champagne Weinreben gepflanzt. Im Inneren der Berge hatten sie Kreidegestein entwendet wodurch sich kilometerlange unterirdische Gänge bildeten. Diese wurden später zum Lagern des Weins genutzt, da dort eine ideale gleichbleibend gekühlte Temperatur herrschte.
Bis zum Jahr 1650 wollte man nur stille Weine herstellen, die prickelnden Weine galten als fehlerhaft und wurden zu Ausschuss. Die Engländer jedoch fanden Gefallen an dem prickelnden Getränk und kauften diesen „Ausschuss-Wein" am liebsten. Dies brachte die Kellereimeister der Champagne auf eine Geschäftsidee und die Schaumweine kamen bald in Mode. Adelige wie der Sonnenkönig Ludwig XIV oder der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV machten den Champagner zu ihrem Hauswein. Später wurde das Getränk auch in den breiteren Schichten beliebt. Goethe, Voltaire und Bismarck sollen das prickelnde Getränk geliebt haben.
Bis zum 19. Jahrhundert gelang es nicht die abgestorbenen Hefereste, die während des Gärungsprozesses entstanden, zu entfernen und der Champagner war trüb. Dies änderte eine Frau. Nicole-Barbe Ponsardin heiratete 1798 den Champagnerkellereibesitzer Francois Cliquot. Mit 27 Jahren wurde sie Witwe und übernahm die Geschäfte ihres Gatten. Dabei entwickelte sie ein Verfahren mit dem die Hefe aus der Flasche entfernt werden konnten ohne dass die Kohlensäure freigesetzt wurde. Die Champagnerflaschen wurden in einem Rüttelpult gelagert. Das ist ein Holzgestell in dem die Flaschen langsam von der waagerechten in die senkrechte gedreht werden. Die Flaschen werden täglich gerüttelt und zeigen am Ende des Prozesses mit dem Flaschenhals nach unten. Die Hefereste landen am Flaschenhals und lassen sich dort leicht entfernen. Diese Methode wird noch heute angewendet. Noch heute steht der Name „Veuve (=Witwe) Cliquot" für einen der besten Champagner der Welt.
Champagner ist heute eine eingetragene Marke, weshalb sich nur Schaumweine, die in Flaschengärung hergestellt wurden und dessen Trauben aus dem Weinanbaugebiet der
Champagner kommen, so nennen.
Verfasser: G.Baier