Kontaktlinsen
Wohl seit etwa Ende des 13. Jahrhundert kennt man Sehhilfen. Die Menschen kannten wohl schon vorher das Problem der Fehlsichtigkeit, jedoch hatte man bis dahin keine Lösung für dieses Problem finden können. Wer eine
Fehlsichtigkeit hatte, musste damit leben! Die Beweggründe, wegen der die Brille erfunden wurde, sind offensichtlich. Der Erfinder dieser Sehhilfe ist dagegen unbekannt. Ganz anders ist das beim Erfinder der Kontaktlinse gewesen! Etwa zur Zeit der beginnenden Industrialisierung, als der Forscherdrang und Entwicklergeist in jedem Bereich des Lebens zu Erleichterungen führte, wurde im Rahmen medizinischer Forschung die erste Kontaktlinse erfunden.
Im März 1888 veröffentlichte, der in Marburg geborene Augenarzt Adolf Gaston Eugen Fick (Neffe des 1829 geborenen Physiologen Adolf Fick), in dem Journal „Archiv für Augenheilkunde", die Zusammenfassung seiner Arbeit an der ersten Kontaktlinse. Der Titel seiner Ausarbeitung lautete „Contactbrille" und beschrieb das erste erfolgreiche Modell einer Linse, die auf dem Gewebe neben der Hornhaut ruhen konnte. Bei dem, zuerst an einem Hasen getesteten Modell, wurde der Zwischenraum zwischen Hornhaut und Glas mit einer Zuckerlösung gefüllt. Die Linse war dabei zwischen achtzehn und einundzwanzig Millimeter stark und konnte wegen ihrer Größe nur wenige Stunden am Tag getragen werden. Jedoch wurde seine Idee bald von anderen Medizinern aufgegriffen und weiterentwickelt.
Der an starker Kurzsichtigkeit leitende August Müller (1864 in Mönchengladbach geboren), promovierte 1889 mit seiner Doktorarbeit „Brillengläser und Hornhautlinsen". In dieser Doktorarbeit beschrieb Müller exakt die Wirkungsweise einer Kontaktlinse. Mit der Umsetzung seiner theoretischen Ausarbeitung konnte er seine eigene Kurzsichtigkeit um ein wesentliches korrigieren!
Den ersten Schritt zur Kunststofflinse machte
1918 Carl Zeiss, mit einem Patent für Kontaktlinsen aus Zelluloid. Die Qualität dieser Linse konnte damals sicherlich noch nicht überzeugen, jedoch war sie der Grundstein für die weitere Entwicklung einer besser verträglichen Kontaktlinse.
Mit dem Einsatz von Polymethylmethacrylat (PMMA), das ab 1928 verwendet wurde, entstanden die ersten optisch einwandfreien Kontaktlinsen. Diese Kontaktlinsen waren noch nicht Sauerstoffdurchlässig oder Hydrophil, jedoch ebneten sie den Weg für die weitere Entwicklung. Mit Hydroxyaethylmetacrylat (HEMA), begann man ab Mitte der fünfziger Jahre an einem
gasdurchlässigen, wasseraufnahmefähigen und weichem Material zu arbeiten, welches die Verträglichkeit von Kontaktlinsen erheblich verbessern sollte. In Deutschland und Amerika kamen die HEMA Linsen 1971 auf den Markt. Von Beginn an wurde nach immer besseren Lösungen gesucht, um den Tragekomfort und die Qualität zu ermöglichen, die bei Kontaktlinsen heute selbstverständlich sind.
Das war also die Geschichte der Kontaktlinsen. Natürlich können Sie auch
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