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Die Erdbeere - Königin der Beeren

Autor: tanteante | Erstellt am: 11.05.2011 | Gelesen: 835
Kategorie: Essen - Trinken & Rezepte | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wissenswertes und Tipps rund um die beliebte Sommerfrucht.

Die Erdbeere - beliebte Sommerfrucht für große und kleine Gourmets
Die Erdbeere - beliebte Sommerfrucht für große und kleine Gourmets

Zweifellos hätte Gott eine bessere Beere als die Erdbeere schaffen können, aber ebenso zweifellos hat er es nicht getan.

Izaak Walton, 1593 – 1683

Die Geschichte

Erdbeeren waren bereits bei unseren Ahnen in der Steinzeit bekannt. Allerdings kannte man damals nur die Walderdbeere. Im Mittelalter wurde sie auf großen Flächen kultiviert. Bereits damals wurden Methoden entwickelt, Erdbeeren früher oder später heranreifen zu lassen. Allerdings ließ sich an der Größe der Frucht nichts ändern. Sie blieben kaum fingernagelgroß.

Die Lösung des Problems kam mit der Entdeckung der Neuen Welt. Französische Siedler fanden entlang des Sankt-Lorenz-Stroms eine größer fruchtige Art, die im 18. Jahrhundert als amerikanische Scharlacherdbeere nach Europa eingeführt wurde. In Virginia entdeckten englische Siedler eine weitere Form der Scharlacherdbeere, die deutlich vor der Walderdbeere reifte. Damit wurde die Walderdbeere rasch wieder aus dem Anbau in den Wald zurückgedrängt.

Der Botaniker Amédée-François Frézier entdeckte 1714 die Chile-Erdbeere, die sehr große Früchte aufwies. Da die Chile-Erdbeeren jedoch zweihäusig waren, also rein männlich und rein weiblich blühende Pflanzen aufwiesen, und so nicht genügend Blüten befruchtet wurden, fielen die Erträge gering aus. Die bretonischen Bauern erkannten den Grund als erste und setzten die Chile-Erdbeeren zwischen die Scharlacherdbeeren. Mit dieser Anbaumethode hatten die Franzosen so viel Erfolg, dass von 1750 an im Hafen von Brest in der Hochsaison täglich 20 Schiffe mit Erdbeeren beladen werden konnten.

Die Gartenerdbeere, die wir heute kennen, ist eine Mischform, die aus mit Pollen der Scharlacherdbeere bestäubten Blüten der Chile-Erdbeeren hervorgegangen ist. Sie tauchte um 1750 in Amsterdam auf und wurde von den Holländern aufgrund ihres Geschmacks und der Form „Ananas-Erdbeere" (fragaria ananassa) genannt. Der erwerbsmäßige Anbau in Deutschland begann erst 1840 in der Nähe von Baden-Baden.

Ihre Botanik

Die Erdbeere gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie ist eine mehrjährige Staude, die rosettenförmig und damit nicht in die Höhe wächst. Die Blätter dieser Staude sterben zum Winter hin ab. Sie ist keine Beerenfrucht sondern eine Scheinbeere, denn die eigentlichen Früchte sind die auf dem Fruchtfleisch sitzenden Nüsschen. Beeren sind Früchte, deren Samen in das saftige Fruchtfleisch einer Frucht eingebettet sind (z. B. Weinbeere, Johannisbeere, Stachelbeere). Botanisch gesehen gehört die Erdbeere deshalb zur Gruppe der Nusssammelfrüchte. Auch andere bekannte "Beeren" wie die Himbeere oder die Brombeere sind in Wirklichkeit Nusssammelfrüchte. Was wir als rote Erdbeerfrucht verzehren, das ist die fleischig ausgewachsene Blütenachse der Erdbeerpflanze. Es ist das weiße Mark des Blütenbodens, das mit der Reife vom Rand her durch pflanzliche, rote Farbstoffe (Anthocyane) gefärbt ist. Der Kranz aus fünf kleinen, grünen Blättern auf der Erdbeerfrucht sind die Kelchblätter der ursprünglichen Erdbeerblüte.

Ihr unbeschreiblicher Duft gab ihr den Namen: Fragaria ist das lateinische Wort für duften. Vesca leitet sich von versusa, zu Deutsch essbar ab, sodass der botanische Namen Fragaria vesca so viel wie "essbarer Duft" bedeutet.

Gesunde Früchte

Erdbeeren haben einen höheren Vitamin C-Gehalt als Orangen und Zitronen: 60 mg pro 100 g Fruchtfleisch. An Mineralstoffen haben Erdbeeren Kalium, Magnesium, Zink, Mangan, Phosphat und Kupfer zu bieten. Außerdem enthalten sie die Vitamine A, B1 und B2. Zudem enthalten sie Carotinoide, Gerb- und Farbstoffe. Ihr durchschnittlicher Energiegehalt liegt bei 33 Kilokalorien (138 Kilojoule) pro 100 Gramm.

In der Volksmedizin werden Erdbeeren wegen ihres hohen Gehalts an Salizylsäure zu Linderung von Gicht und Rheuma empfohlen. Zudem haben Erdbeeren eine günstige Wirkung auf die Nierentätigkeit und wirken blutdrucksenkend. In Bezug auf die licht- und wärmeempfindliche Folsäure gilt die Erdbeere als Rekordfrucht. Folsäure hat viele Funktionen: sie wirkt blutbildend und fördert außerdem Optimismus, Gelassenheit, innere Ruhe und guten Schlaf.

Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, zusammengefasst unter der Bezeichnung bioaktive Substanzen, enthält die Erdbeere ebenfalls reichlich. Unter den 10 Stoffgruppen der sekundären Pflanzenstoffe sind in der Erdbeere vor allem die Polyphenole reichlich vertreten. Diese Frucht enthält u.a. die Phenolsäuren Ferulasäure und Ellagsäure, beides effektive Krebshemmer. Ellagsäure findet sich nur in wenigen Obstsorten wie Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Trauben und Walnüssen, nicht aber in Gemüse. Die Phenolsäuren beugen zudem Arteriosklerosen, Thrombosen, Infarkten und Infektionen vor. Nur ganz frische Produkte enthalten diese oxidationsempfindlichen Gesundheitshelfer reichlich - lange Transportwege schaden.

Erdbeeren bestehen zwar zu 90 Prozent aus Wasser, dennoch bieten sie ein unvergleichliches Geschmackserlebnis. Verantwortlich dafür ist ihr Gehalt an Fruchtsäuren, Fruchtzucker und Aromastoffen. Besonders wohlschmeckend sind Sorten, bei denen der Zuckergehalt und die Säure in einem harmonischen Verhältnis stehen. Aber auch die Festigkeit des Fruchtfleisches und der Saftgehalt beeinflussen den Geschmack.

Die Hauptangebotszeit heimischer Erdbeeren ist von Mai bis August. Zweimaltragende Sorten können bis Frostbeginn geerntet werden.

Konventionelle Ware, insbesondere herkömmliche Importware ist in den meisten Fällen sehr stark belastet. Von der Saat bis zum Transport und der Lagerung kommen Pestizide, Herbizide, Wachstumsregler, Harze, Wachse und Düngemittel zum Einsatz. Im Bio-Anbau wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und auf mineralische Stickstoffdünger verzichtet.

Die drei Güteklassen

Händler sind verpflichtet, neben der Güteklasse auch die Herkunft der Erdbeeren zu kennzeichnen und bestimmte Mindesteigenschaften der Früchte zu garantieren.

Die Klasse Extra garantiert höchste Qualität und eine sortentypische Form und Färbung. Die Erdbeeren müssen mindestens 25 mm groß sein, einen gleichmäßigen Reifegrad aufweisen und auch eine gleichmäßige Färbung und Größe aufweisen. Sie sollten sortentypisch glänzen und frei von Erde sein.

Mit der Klasse I wird Ihnen eine gute Qualität mit sortentypischen Merkmalen geboten. leichte Formfehler, leichte oberflächliche Druckstellen und eine kleine weiße Stelle sind zulässig. Die Mindestgröße beträgt 18 mm.

Bei der Klasse II müssen die Mindesteigenschaften eingehalten sein. Zulässig sind Formfehler, eine weiße Stelle, leichte trockene Quetschungen, die sich nicht weiter entwickeln werden und leichte Spuren von Erde. Hier beträgt die Mindestgröße ebenfalls 18 mm.

Die Mindesteigenschaften für alle Klassen schreiben ganze, gesunde und saubere Früchte vor. Sie müssen einen frischen und grünen Kelch haben und praktisch frei von Schädlingen und Schäden durch Schädlinge sein. Sie sollen frisch sein, aber nicht gewaschen. Sie müssen frei von fremdem Geruch oder Geschmack und anormaler äußerer Feuchtigkeit sein. Erdbeeren müssen sorgfältig gepflückt, genügend entwickelt und ausreichend reif sein.

 

Voller Genuss

Wenn Sie keine eigenen Erdbeeren anbauen können, können sie die Früchte auf einer der vielen Erdbeerplantagen pflücken, die es rund um jede größere Stadt gibt. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall, denn frischer werden Sie Erdbeeren nicht bekommen. Außerdem können Sie Ihre Früchte selbst auswählen. Morgens ist die beste Erntezeit, da die Früchte mit zunehmender Sonneneinstrahlung im Laufe des Tages weich werden. Pflücken Sie möglichst nicht nach langem Regenwetter, denn durch zu viel Nässe verlieren die Früchte ihr Aroma. Ernten Sie die Erdbeeren mit den Kelchblättern. So bleiben Sie länger frisch und aromatisch. Kleine Früchte haben einen intensiveren Geruch und Geschmack als große.

Am besten kaufen Sie einheimische Ware, da diese nicht über lange Transportwege ins Angebot gelangt, und daher am frischesten und von höchster Qualität ist. Gute Qualität erkennt man auch an den Kelchblättern: Diese müssen frisch und grün sein. Auf dem Wochenmarkt bieten oft einheimische Bauern ihre Waren in kleinen Mengen an, und die Chance, frische und aromatische Erdbeeren zu bekommen, ist ziemlich groß. Es dauert meistens nicht länger als einen Tag, bis die geernteten Erdbeeren vom Feld zum Verkauf gelangen. Kaufen Sie nur reife Früchte. Erdbeeren reifen nicht nach und unreife Früchte haben wenig Aroma und sind sehr fest. Achten Sie auf überlagerte, matschige Ware sowie auf faule und schimmelige Früchte unten im Behälter! Erdbeeren mit angefaulten Stellen stecken die anderen Beeren an.

Da Erdbeeren druckempfindlich und dann schnell faulen, müssen sie vorsichtig transportiert werden. Sie verlieren schnell ihr Aroma und sollten spätestens zwei Tage nach der Ernte verzehrt werden. Erdbeeren sollten Sie nie mit hartem Wasserstahl abbrausen, sondern nur kurz in kaltes Wasser tauchen. Die gewaschenen Beeren lassen Sie dann gut abtropfen oder tupfen sie vorsichtig trocken werden. Erst nach dem Waschen entfernt man Stiele und Blätter, sonst wird das Aroma verwässert. Zuckern Sie die Erdbeeren auch erst kurz vor dem Servieren, sonst verlieren sie zu viel Saft und werden weich und schlaff.

Erdbeeren lassen sich gut mit Rhabarber, Apfel, Spargel oder Avocado kombinieren und können mit Milchprodukten schnell und einfach zu leckeren Speisen verarbeitet werden. Sie schmecken als Marmelade, veredeln jeden Kuchen und dienen als farbenfrohe Dekoration. Neben den Beeren finden auch die Blätter für Tee Verwendung. Desweiteren gibt es eine Vielzahl von Bowlen und Cocktailvariationen, mit oder ohne Alkohol, die mit Erdbeeren zubereitet werden und uns die Sommerabende versüßen.

Text: A. Pews, Fotos: gourmet-magazin.de

 
 
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comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von alleslecker am 16.05.2011
Toller Artikel! Sehr informativ. Ich wußte gar nicht, dass die Erdbeere eigentlich eine Nuss ist. Freue mich auf weitere Beiträge von diesem Autor!







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