Yoga: Tree-Position
Schon im Jahr 1.000 vor Christus wurden in Indien Atemübungen beschrieben aus denen sich in weiterer Folge dann das heutige
Yoga entwickelte. Diese Atemübungen sollten ursprünglich eigentlich als Hilfsmittel der Meditation dienen, änderten dann aber ihre Richtung immer mehr zu Übungen für die Muskulatur und die Knochen. Circa 600 Jahre später, also ungefähr im Jahr 400 vor Christus, wurde der Begriff des Yoga bereits häufig benutzt. Heute hat das Yoga einen einzigartigen Siegeszug um die Welt angetreten und wird in nahezu allen Ländern der Erde unterrichtet.
Obwohl es zu Beginn des Yoga nur eine einzige Schule gab, spaltete sich diese Schule bereits in der Zeit vor Christus in mehrere – voneinander deutlich unterschiedene – Richtungen, die bis heute existieren. Die wichtigsten sind:
- Raja Yoga (Diese Schule orientiert sich größtenteils am achtgliedrigen Yoga nach Patanjali).
- Jnana Yoga (Eine erkenntnistheoretische Richtung des Yoga.)
- Karma-Yoga (Diese Schule lehrt vor allem das Yoga des selbstlosen Handelns.)
- Bhakti Yoga (Eine sehr religiös eingestellte Yogaform.)
So unterschiedlich die einzelnen Schulen aber auch in ihrer praktischen Ausrichtung sind, so haben sie aber dennoch einiges an Gemeinsamkeiten: Die Übungen (Asanas) sollen die Praktizierenden immer weiter in Richtung ihres Zieles - der Erleuchtung bringen.

Heute ist die Situation eine gänzlich andere: Yoga hat einen Siegeszug um die Welt angetreten und in nahezu allen Staaten der Welt kann heute Yoga praktiziert und unterrichtet werden. Zudem gibt es eine Vielzahl von neuen Entwicklungen im Bereich des Yoga, die sich teilweise sehr stark von den ursprünglichen Ideen des Yoga unterscheiden und auf die Bedürfnisse der westlichen Anwender zugeschnitten sind. (
Iyengar Yoga, Kundalini Yoga, etc.)
Darüber hinaus gibt es immer stärker die Tendenz Yoga auch als Therapieform bei körperlichen und seelischen Leiden einzusetzen. Erst unlängst hat eine Umfrage unter Psychotherapeuten ergeben, dass heute bereits 24 Prozent der Psychologen der Meinung sind, dass Yogaübungen, die begleitend zur
Psychotherapie eingesetzt werden, eine positive Wirkung auf die Entwicklung der Therapie hätten. Durch die koordinierten Arbeiten an Körper und Seele des Menschen sollen - so die befragten Therapeuten – hervorragende Ergebnisse erzielt worden sein.
Fazit: Yoga hat in den nahezu 3000 Jahren in denen es bereits praktiziert wird, einige erstaunliche Wandlungen durchgemacht. Dabei spannt sich der Bogen von den ursprünglichen Atemübungen über die religiösen Aspekte bis hin zu den neuesten Entwicklung als moderne Therapieform für Körper und Seele. Eine wirklich spannende und dynamische Veränderung!
Text: Raphael Bolius