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Die Elektrische Zigarette - was ist dran an den Gerüchten?

Autor: Smokers-Trick | Erstellt am: 13.03.2011 | Gelesen: 13124
Kategorie: Lifestyle - Mode & Schmuck | Bewertung: rateBrateBrateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Noch so neu und schon Legende: Elektrisches Rauchen aus Konsumentensicht

Smokers Trick
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Ein Trend breitet sich aus:

Johnny Depp dampft elektrisch in "The Tourist", Bodo Bach zeigt sein Dampfgerät in "Hirschhausen & Tietjen". Der Bekanntheitsgrad der elektrischen Zigarette wächst rapide. Zeitgleich erscheinen in der Print- und Onlinepresse vermehrt Meldungen über die angebliche Gefährlichkeit des elektrischen Rauchens. Die Öffentlichkeit ist irritiert. Was ist nun dran am neuen Trend: Gesundheitsgefährliche Mode oder eine echte Alternative für verbotsfrustrierte Raucher?

Nehmen wir die Legenden und Gerüchte rund ums "Dampfen" doch einmal unter die Lupe.

Doch zunächst die Basis-Infos:
Die elektrische Zigarette simuliert den Rauchvorgang mit Hilfe eines Gerätes, das grundsätzlich aus vier Komponenten besteht:
  • Dem Akku zur Stromversorgung
  • Dem Atomizer oder Verdampfer mit einem kleinen Heizdraht
  • Der "Software", einer Flüssigkeit, in Dampferkreisen Liquid genannt
  • Dem Mundstück, das auf dem Verdampfer sitzt und an dem gezogen wird wie an einer Zigarette

Das Liquid wird im Verdampfer erwärmt, wobei der Akku entweder durch den Unterdruck beim Ziehen oder durch Druck auf einen Taster aktiviert wird. Es wird durch die Wärme zu Dampf, der dann wie Zigarettenrauch ein- und ausgeatmet werden kann. Das Liquid wird tropfenweise eingefüllt, wobei etwa je vier Tropfen zehn bis 15 Züge, also eine Zigarettenlänge ergeben. Es gibt auch Speichersysteme, bei denen ein Depot mit liquidgetränkter Watte oder ein kleiner Tank in den Verdampfer gesteckt wird und dort ihren Inhalt beim Ziehen an den Heizdraht abgeben.

Legende Nr. 1: Dampfen ist gesünder als Rauchen
Richtig ist: Substanzen, die in die Lunge inhaliert werden, gesund zu nennen, ist gewagt und unzutreffend. Nur im Vergleich mit dem Rauchen von verbranntem Tabak macht eine solche Aussage Sinn, sind doch in letzterem über 4.800 Substanzen nachgewiesen, von denen etwa 90 Krebs erregend sind oder dafür in Verdacht stehen (Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg). Da von der Tabakindustrie immer neue Substanzen hinzu gefügt werden, um Geschmack und Wirkungsgrad des Zigarettenrauchs zu intensivieren, erweitert sich diese Aufzählung laufend.

Die Aufzählung der Substanzen im Liquid, das beim Dampfen verwendet wird, ist dagegen wesentlich kürzer:
Ein Trägerstoff, manchmal etwas destilliertes Wasser und Aromastoffe, wie sie auch für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassen sind, bilden die Basis. Je nach Liquidsorte kommen wahlweise Auszüge aus der Tabakpflanze und Nikotin in unterschiedlicher Konzentration hinzu.

Als Trägerstoff am verbreitetsten ist Propylenglykol (Abkürzung: PG), das sich auch in Asthma-Inhalationslösungen, Kosmetika und Medikamenten findet und dessen Wirkung dementsprechend sehr gut belegt ist. Gemischt wird es in manchen Liquidsorten mit Glycerin (VG), um dichteren Dampf zu erzeugen, einem Stoff, der auch im menschlichen Körper vorkommt. Polyethylen-Glycol (PEG) wird selten verwendet. Da also beim Dampfen keine Substanzen verbrannt werden, entfallen alle Gifte aus den Teerderivaten, die im Zigarettenrauch vorkommen sowie das gefährliche und hoch giftige Kohlenmonoxid.

Fazit: Im Vergleich mit dem Rauchen ist das Dampfen also wesentlich weniger gesundheitsbelastend. "Gesünder" ist jedoch nicht zutreffend.

Legende Nr. 2: Dampfen ist noch schädlicher als Rauchen
Richtig ist, dass die FDA, US Food and Drug Administration, bei einem Labor eine Bewertung beziehungsweise Einschätzung (keine Studie!) in Auftrag gab, bei der das Vorkommen von tabakspezifischen Nitrosaminen (TDSAs) im Dampf der elektrischen Zigarette untersucht werden sollte.
Der zusammenfassenden Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse vom Mai 2009 ist zu entnehmen: Fünf Proben sind ohne Angaben geblieben. 24 Einzeluntersuchungen waren frei von TDSAs. 16 Einzeluntersuchungen wiesen so niedrige, also irrelevante Werte auf, dass die FDA keine Zahlen dazu veröffentlichte.

Obwohl Tabak im allgemeinen TSDAs enthält, waren erstaunlicherweise 60% der auf TDSAs untersuchten tabakhaltigen Liquidproben völlig frei von Nitrosaminen!

Quelle: Tabelle 1, Seite 4 der FDA-Ergebnismitteilung (PDF unter "Final Report on FDA Analyses15" auf www.fda.gov/NewsEvents/PublicHealthFocus/ucm172906.htm)

Zitat aus der FDA-Veröffentlichung:
"Tobacco specific nitrosamines and tobacco specific impurities were detected in both products at very low levels."

Das legt nahe, dass die gefundenen Werte sich sehr nahe an der Nachweisgrenze bewegten, also weit unterhalb der als gesundheitlich bedenklich eingeschätzten Menge.

Zur Relativierung (Zitat aus Wikipedia.org):
"Sie (die Nitrosamine) kommen - üblicherweise in nicht gesundheitsschädigenden Dosen - in vielen Lebensmitteln vor, beispielsweise in Bier, Fischen, gepökelten Fleischerzeugnissen oder in Käse. Nitrosamine lassen sich auch in Latex-Matratzen, Luftballons und Tabak nachweisen, ... können auch in wassergemischten Kühlschmiermitteln vorkommen."

Fazit: Die Legendenbildung des "gefährlichen" Dampfens ist also von Seiten der FDA relativ zu Zigarettenrauch und Nikotinpräparaten nicht belegt, was das Vorkommen von TDSAs betrifft. Und nur diese wurden hier untersucht!

Legende Nr. 3: Elektrisch dampfen darf man überall, auch in Nichtraucherzonen
Richtig ist, dass das Inhalieren von erwärmtem PG- und VG-Dampf grundsätzlich etwas anderes ist als Rauchen und somit nicht unter Rauchverbote fällt: "Nach allgemeiner Verkehrsauffassung ist darunter das Einatmen des Rauchs verbrennender Pflanzenteile (getrockneter Tabakblätter) zu verstehen." (Quelle: www.berlin.de/lb/drogen-sucht/infos/nrsg.html)

Richtig ist jedoch auch, dass jede Person und Instanz, die an einem Ort das Hausrecht ausübt, auch das Dampfen verbieten kann. Manches Dampfverbot wird ausgesprochen, um bei Rauchern, die von Weitem nur den Dampf sehen und mit Rauch verwechseln könnten, nicht den Eindruck einer Raucherlaubnis zu erwecken.

Richtig ist weiterhin, dass praktisch ohne sichtbare Dampfentwicklung beim Ausatmen gedampft werden kann, so dass der Nutzer keine Hausherren oder Raucher provoziert.

Richtig ist auch, dass es "Dampfmaschinchen" gibt, die einer Zigarette nicht einmal entfernt ähneln und die folgerichtig in Nichtraucherzonen bevorzugt genutzt werden, eben um einer Verwechslungsgefahr vorzubeugen.

Fazit: Dass man überall dampfen darf, stimmt nicht. Dass man fast überall unbemerkt dampfen kann, stimmt. Wer sich mit einem ausdrücklichen Dampfverbot am Arbeitsplatz konfrontiert sieht, sollte jedoch lieber kein Risiko eingehen.

Legende Nr. 4: Das elektrische Dampfen ist eine Raucherentwöhnungsmethode
Da der Benutzer der elektrischen Zigarette den Nikotingehalt seines Liquids von Hoch bis Null selbst wählen kann, berichten etwa 70 Prozent der Nutzer, dass sie problemlos vom Rauchen auf das Dampfen umsteigen und dann ihren Nikotinkonsum allmählich reduzieren konnten. Auch die Vielfalt der mittlerweile über 100 Geschmackssorten erleichtert die Umgewöhnung.

Dass die Rituale, die einen Teil der Rauchsucht ausmachen, erhalten bleiben (Beschäftigung der Hände, Ziehen, Dampf ausatmen), macht einerseits den Umstieg leicht, andererseits wirken die Simulation und die Substitution mit dem Nikotin im Liquid (wenn man nikotinhaltige Sorten nutzt) durchaus Sucht erhaltend, wenn auch, wie oben beschrieben, die Gesundheitsbelastung wesentlich geringer ist als beim Rauchen.

Fazit: Seriöse Händler und auch die meisten Benutzer betrachten das Dampfen nicht als Entwöhnungsmittel vom Rauchen, sondern als weniger belastende Alternative, als Genussmittel und als Life Style-Artikel. Weiterhin genießen sie es, wieder friedlich mit Nichtrauchern an einem Tisch sitzen zu können, ohne die Atemluft zu belasten.

Legende Nr. 5: Die elektrische Zigarette verführt Jugendliche zum Rauchen
Jugendliche orientieren sich an dem, was in ihrer Peergroup im Trend liegt. Das elektrische Dampfen hat im Vergleich zum Rauchen einen hohen Faktor an "Uncoolness", kann von Personen unter 18 Jahren nicht erworben werden und übersteigt mit Preisen von etwa 50 Euro aufwärts für eine Erstausrüstung auch das übliche Taschengeldbudget.

Die große Mehrheit der Umsteiger ist älter als 40 Jahre alt und hat etliche gescheiterte Versuche hinter sich, mit dem Rauchen aufzuhören.

Richtig ist hingegen, dass nikotinhaltige Liquids ebenso wie Tabakprodukte unbedingt ganz aus der Reichweite von Kindern gehalten werden müssen.

Fazit: Wer diese Legende verbreitet, hat sich mit der Materie nicht ausreichend beschäftigt oder verfolgt Ziele, die nicht transparent sind. Belege für diese Behauptung stehen jedenfalls aus.

Legende Nr. 6: Aufs Dampfen umsteigen ist ganz einfach und gelingt jedem auf Anhieb
Das Dampfen erfordert elektrische Geräte, deren Gebrauch zunächst eingeübt werden muss. Die Handhabung umfasst wesentlich mehr Faktoren als das Rauchen.

Dazu gehören Verwaltungsaufgaben: Eine Vorratshaltung, da die Komponenten bisher erst in wenigen Ladengeschäften verkauft und überwiegend in Online-Shops erworben werden.

Die Akkus müssen regelmäßig nachgeladen werden. Die Gewinde zwischen Akku und Verdampfer müssen regelmäßig gereinigt werden. Depots müssen immer wieder nachgefüllt werden. Alle Komponenten sind Verbrauchsartikel, die regelmäßig ersetzt werden müssen, und vor einem vereinzelten Blindgänger bei Erwerb ist auch kein Benutzer sicher.

Bis man einige mundende Liquidsorten und die individuell passende Nikotindosierung gefunden hat, sind etliche Käufe und Experimente nötig.

Außerdem gibt es inzwischen einen wahren Dschungel an Gerätetypen, und es kommen laufend neue hinzu. Der Neueinsteiger fällt leider leicht auf Lockangebote herein, die Mini-Geräte in Zigaretten-Optik, aber mit sehr wenig Akkuleistung zu überhöhten Preisen anbieten und die gerade für Neulinge wenig geeignet sind.

Auch werden bei Reduzierung des bisherigen Zigaretten-Konsums oder gänzlichem Umstieg aufs Dampfen die Nebenwirkungen des Rauchstopps und eventuelle Nebenwirkungen des Dampfens leicht verwechselt (selten ist eine Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe zu verzeichnen; manchmal findet ein Neu-Umsteiger nicht auf Anhieb die passende Nikotindosierung, so dass er entweder Entzugserscheinungen oder eine leichte Überdosierung erlebt).

Fazit: Das Dampfen ist nicht für jeden geeignet. An Personen unter 18 Jahren darf es nicht abgegeben werden. Schwangeren Frauen wird dringend vom Nikotinkonsum abgeraten, ebenso Personen mit Herz- und Kreislauferkrankungen. Nichtraucher sollten die Finger von den "Elektrischen" lassen.

Wer nicht bereit ist, sich zu informieren und sich mit der Materie zu beschäftigen, zu experimentieren und die Handhabung zu lernen, etwas Verwaltungsarbeit zu leisten und seine Geräte zu pflegen, würde wahrscheinlich enttäuscht sein vom elektrischen Rauchen und sollte sein Geld lieber sparen.

Unser Tipp zum Schluss:
Wenn Sie mit dem Gedanken ans Umsteigen spielen, empfiehlt es sich, zunächst in einem händlerunabhängigen Internetforum Informationen zu sammeln, denn dort schreiben die Insider, die sich schon seit einigen Jahren gründlich mit der Materie beschäftigen. Das größte deutschsprachige Forum: www.e-rauchen-forum.de.

Wer es
  • eilig hat
  • komfortabel auf Anhieb das für ihn passende Gerät und Liquid ausprobieren und finden
  • eine Life-Einweisung
  • zusammen mit einer Liste der häufigsten Fehlerquellen
  • Tipps zum gelingenden Umstieg aufs Dampfen will,
kann auch eine professionelle Beratung bei Smokers`Trick in Anspruch nehmen.

Smokers` Trick Einzelberatung - Teil 1: Basics


Smokers` Trick Einzelberatung - Teil 2: Modelle & Handhabung


Smokers` Trick Einzelberatung - Teil 3: Funktionsprinzip & Fehlerquellen


Smokers` Trick Einzelberatung - Teil 4: Depots befüllen


Autorin: Anne Lindenberg
Web: www.smokers-trick.de

 
 
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comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von Ebi am 07.01.2012
Wenn solche Berichte auch mal im Fernsehen gezeigt werden würden, könnte man auch mal die andere Seite hören. Ich auf jeden Fall werde mich jetzt mal mit dem Thema beschäftigen.







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