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Die eigene Lebensgeschichte schreiben, um sich zu erklären

Autor: 3XM68 | Erstellt am: 28.01.2011 | Gelesen: 3186
Kategorie: Menschen & Biographien | Bewertung: rateArateArateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - So unterschiedlich wie die Menschen selbst sind natürlich immer auch ihre Lebensgeschichten – und auch die Beweggründe, sie aufzuschreiben. Für viele steht aber die Erinnerungsarbeit an erster Stelle.

Bücher des Lebens
Bücher des Lebens
So unterschiedlich wie die Menschen selbst, sind ihre Beweggründe, die eigene Lebensgeschichte zu schreiben. Sie reichen vom inneren Bedürfnis, sich selbst zu erklären, über den Wunsch, seine Erinnerung für die eigenen Nachkommen zu bewahren, bis hin zur reinen Geldmache. Wer seine Lebensgeschichte schreiben möchte, hat auf jeden Fall viel zu erzählen und geht davon aus, dass andere Menschen daran interessiert sind. Vor allem bei prominenten Menschen ist dies meist auch der Fall. An deren Lebensgeschichte möchten manchmal Hunderttausende teilhaben. Alles ist interessant: Kindheit, Schulzeit, die erste Liebe, die ersten Schritte zum Erfolg. Wenn Prominente ihre Lebensgeschichte schreiben, deren Karriere bereits zum größten Teil zur Vergangenheit gehört, also ein Stück Geschichte ist, dann gesellt sich zur rein unterhaltenden Neugier auf das private Leben des Prominenten auch das intellektuelle Bedürfnis, historische und gesellschaftliche Zusammenhänge besser verstehen und einordnen zu können. Dieses intellektuelle Bedürfnis kann die gedruckte Lebensgeschichte einer Person des öffentlichen Lebens befriedigen – wie beispielsweise die von Winston Churchill. Ob man aus den Memoiren eines Popsängers den gleichen Wert schöpfen kann, ist fraglich. Aber letztlich entscheidet das der Leser und sicherlich findet jede Lebensgeschichte ihre Zielgruppe.

Die eigene Autobiografie: Leicht verdientes Geld für Prominente und Möglichkeit zur Erklärung

Natürlich gibt es verschiedene Beweggründe für Prominente, die eigene Lebensgeschichte schreiben zu lassen oder selbst zu schreiben. Oft reift in den Köpfen von Stars und Sternchen – oder auf den Schreibtischen von deren Managern – der pragmatische Wunsch, die öffentliche Neugier auf die persönliche Vergangenheit zu nutzen, um mit dem Schreiben der eigenen Lebensgeschichte Geld zu verdienen. Es kann aber auch durchaus sein, dass einst wohlhabende Prominente den Schritt, die eigene Lebensgeschichte schreiben zu lassen, aus finanzieller Not heraus tun – um Schulden zu begleichen oder einen hohen Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Ein spezieller Fall ist WikiLeaks-Chef Julian Asssange. Der Australier hat sich durch politische Aktivitäten einen Namen gemacht und möchte nun seine Autobiografie schreiben. Die Millionen, die er mit dem Schreiben seiner Lebensgeschichte verdienen möchte, benötigt er, um bevorstehende Anwaltskosten für die Verteidigung gegen Vergewaltigungsvorwürfe zu decken. Neben Prominenten, die den Marktwert der eigenen Lebensgeschichte durchschauen und diesen nutzen möchten, gibt es jedoch auch Personen, die im öffentlichen Leben eine besondere Rolle spielen oder gespielt haben und denen es ein inneres Bedürfnis ist, sich selbst zu erklären. Dazu gehört auch Heinrich von Pierer, vormals Aufsichtsratschef bei Siemens. Sein Name steht für die größte Korruptionsaffäre in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Siemens-Mitarbeiter haben weltweit wichtige Funktionsträger bestochen, um an lukrative Aufträge zu gelangen. Die Zeit zwischen seinem Ausscheiden bei Siemens und heute hat von Pierer genutzt, um seine Lebensgeschichte zu schreiben. Der frühere „Mister Siemens", wie Heinrich von Pierer in besseren Zeiten von den Medien getauft wurde, präsentierte am 17. Januar im Berliner Regierungsviertel seine Autobiografie „Gipfel-Stürme". Nein, das Geld aus dem Verkauf des Buches war sicherlich nicht der Grund, weshalb er seine Lebensgeschichte schreiben wollte. Von Pierers Motivation ist eine andere: Er, der einmal zu den wichtigsten Managern der Republik gehörte, dessen Ruf und Karriere der Korruptionsaffäre zum Opfer fielen, will sich und sein Lebenswerk erklären. Am 26. Januar wurde er 70 Jahre alt. Die Zeit drängte, weil die Lebensuhr tickt. Ganz am Ende seiner Lebensgeschichte beschreibt von Pierer, wie es momentan in ihm aussieht. Siemens sei ein „Global Player" geworden, betont er in seiner Lebensgeschichte. „Umso mehr schmerzt mich, dass der Korruptionsskandal einen Schatten auf die vielen vorausgegangenen Jahre wirft. Doch gerade weil ich schon so viele Gipfelstürme überstanden habe, bin ich voller Zuversicht, dass sich im Laufe der Jahre die Wahrnehmung klären wird." Von Pierer legt seine Hoffnung in die Geduld und Kraft des Buches. Ein Buch bündelt die persönlichen Sichtweisen eines Menschen zwischen zwei Pappdeckeln. Die gedruckte Lebensgeschichte eines Menschen bewahrt die eigenen Wahrheiten und legt auch noch in Generationen Zeugnis von ihnen ab. So wie von Pierer entscheiden sich viele Menschen aus dem Grund, Aufklärungs-, ja „Erklärungsarbeit" leisten zu wollen dazu, die eigen Lebensgeschichte zu schreiben. Ganz egal, ob sie im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen, oder sich „nur" gegenüber sich selbst, nahen Verwandten, Freunden und Mitarbeitern erklären möchten.

Das Schreiben der eigenen Lebensgeschichte ist Erinnerungsarbeit und kann helfen, die Seele von den Lasten der Vergangenheit zu befreien

Seine Lebensgeschichte zu schreiben bedeutet, Erinnerungsarbeit zu leisten und kann für die eigene Seele befreiend sein. Hunderttausenden Menschen in Deutschland lasten Gefühle auf der Seele, die ihrem Umfeld über Jahrzehnte verborgen geblieben sind. Um diesen Gefühlen endlich einen Ausdruck zu geben, entscheiden sich nicht wenige von ihnen, ihre Lebensgeschichte schreiben zu lassen oder selbst zu verfassen. So unterschiedlich die Lebensgeschichten auch seien mögen, aber oft sind solche Lasten die ähnlichen: Beispielsweise eine unerfüllte Liebe, seelische Vernachlässigung oder Ablehnung. Vor allem sind es nicht selten aber auch Erfahrungen, die mit Krieg, Flucht und Vertreibung zusammenhängen, die Motiv sind, die eigene Lebensgeschichte schreiben zu wollen. Es ist die Generation der zwischen 1930 und 1945 Geborenen, die nun in das Alter kommt, über ihre Lebensgeschichte nachzudenken, auf die Vergangenheit zurückzuschauen, das Gewesene zu rekapitulieren. Es ist die Generation der so genannten Kriegskinder. Angehörige dieser Altersgruppe suchen sich oft Hilfe, wenn sie die eigene Lebensgeschichte schreiben wollen. So kann man sich mit dem Anliegen – seine Lebensgeschichte schreiben zu lassen – zum Beispiel an Rohnstock Biografien wenden. Das Berliner Unternehmen ist eine Kompetenz in der Betreuung und Unterstützung der „Kriegskinder", wenn es um das Erzählen und Erinnern geht. Katrin Rohnstock und ihre rund 30 Mitarbeiter wissen um die Beweggründe, Hintergründe und Schicksale dieser Menschen, da schon viele Angehörige dieser Generation bei ihnen ihre Lebensgeschichte schreiben ließen. Sie wissen auch, dass Hilfe beim Schreiben der Lebensgeschichte auch bedeutet, Hilfe bei der Erinnerungsarbeit zu leisten. Wer von Rohnstock Biografien seine Lebensgeschichte schreiben lässt, begibt sich auf eine besondere Erinnerungsreise, denn Rückbesinnung geschieht hier über das mündliche Erzählen. Gleichwohl, ob die Menschen, die ihre Lebensgeschichte schreiben lassen möchten, in München, Köln, Leipzig, Hamburg oder Berlin wohnen: der Autobiografiker, wie der speziell zertifizierte Autor bei Rohnstock Biografien heißt, kommt auf Wunsch zu dem Erzähler nach Hause, damit dieser in seinem persönlichen, ihm vertrauten Umfeld aus seinem Leben erzählen kann. Mit dem lebensgeschichtlichen Interview wird ein Prozess der seelischen Befreiung und geistigen Belebung in Gang gesetzt. Die an die Oberfläche geholten Erinnerungen werden auf Tonband festgehalten und anschließend abgetippt. Die Autobiografiker nehmen sich des Textes an. Sie sortieren und strukturieren den Erinnerungsstoff und schreiben die Lebensgeschichte aus der Perspektive des Erzählers – in der Ich-Form, ohne dessen persönliche Note zu vernachlässigen. Der Erzähler bekommt die Möglichkeit, die erste Textfassung nach Belieben zu ergänzen oder zu verändern – schließlich handelt es sich um seine Lebensgeschichte. Das Geschriebene wird von einem Lektor, der als erster objektiver Leser den Text zu lesen bekommt, auf Daten, Fakten, Details überprüft. In enger Zusammenarbeit mit dem Erzähler recherchiert er Hintergründe, nimmt den stilistischen Feinschliff vor. Ist das „Buch des Lebens" – so werden die Lebensgeschichten bei Rohnstock Biografien genannt – schließlich fertig, hält der Erzähler mit seiner in Leinen oder Leder gebundenen Lebensgeschichte seinen ganzen Erinnerungsschatz in den Händen. Er kann sich damit sicher sein, dass seine Sicht der Dinge, das von ihm gelebte Stück Zeitgeschichte, auch für seine Nachfahren noch erfahrbar bleibt. Indem er die Möglichkeit wahrgenommen hat, seine Lebensgeschichte schreiben zu lassen, wird er selbst und sein Leben auch noch in Generationen erklärt – selbst noch gegenüber seinen Urenkeln.

 
 
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