Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

DIE CHINA AG - Ziele und Strategien chinesischer Unternehmen in Deutschland und Europa

Autor: drhjfuchs | Erstellt am: 28.09.2007 | Gelesen: 5772
Kategorie: Literatur - Bücher & Zeitschriften | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Haier, TCL, Lenovo und Brilliance – nicht nur die chinesischen Konzerne machen sich auf, die internationalen Märkte zu erobern.China-AG
Immer mehr Markenunternehmen aus dem Reich der Mitte gründen im Ausland Niederlassungen oder kaufen ausländische Firmen auf, ihre Investitionen sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Lagen sie vor wenigen Jahren noch bei wenigen hundert Millionen US-Dollar, investierten Chinas Firmen im vergangenen Jahr bereits mehrere Milliarden US-Dollar jenseits der Landesgrenzen. Im ersten Quartal des Jahres 2006 lagen die chinesischen Auslandsinvestitionen bei 2,8 Milliarden US-Dollar – das ist ein Anstieg von 280 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Zur quantitativen Expansion kommt eine Qualitätsoffensive. Chinesische Unternehmen werfen heute nicht nur Millionen von T-Shirts, Spielzeugen oder Plastikschüsseln auf die Märkte, sie verkaufen zunehmend Hightech-Produkte wie schnurlose LCD-Fernsehgeräte, Telekom-Ausrüstung oder Präzisionswerkzeuge. Chinas Unternehmen haben erkannt, dass sich ein Wettbewerbsvorteil, der nur auf geringen Kosten, niedrigen Preisen und großen Mengen beruht, in einer globalisierten Wirtschaft nicht lange verteidigen lässt. Sie setzen deshalb konsequent auf Innovation und Marken. Dazu kommt die Suche nach neuen Absatzmärkten für die Massen von Waren, die das Milliardenvolk täglich produziert. Schließlich wirken bei Chinas Globalisierung auch starke mentale Kräfte. Die stolzen Chinesen wollen nicht mehr nur die Fabrik der Welt sein, sondern international wett bewerbsfähige Weltkonzerne schaff en, die den westlichen Konkurrenten das Wasser reichen können.

Es gibt mehrere Gründe für den Expansionsdrang der Chinesen. Zum einen geht es um die Sicherung des Zugangs zu Energie- und Rohstoffquellen, die für ein anhaltend hohes Wirtschaftswachstum unverzichtbar sind. Das gilt für Rohöl ebenso wie für Aluminium, Kupfer, Nickel, Eisenerz und andere Rohstoffe. Die große Bedeutung dieser Ressourcen erklärt, warum viele chinesische Unternehmen hier eine aggressive M&A-Strategie betreiben. Ein spektakuläres Beispiel war der gescheiterte Versuch des staatlichen Ölgiganten CNOOC im Sommer 2005, die kalifornische Ölfirma Unocal zu kaufen. Chinesische Unternehmen leiden aber auch unter dem wachsende Konkurrenzdruck im Heimatmarkt. Beinharter Wettbewerb, massive Überkapazitäten und fallende Profite in vielen Branchen haben zahlreiche chinesische Firmen dazu veranlasst, neue Absatzmärkte im Ausland zu suchen. Die massenhaften Produkte, die 1,3 Milliarden Menschen herstellen, müssen auch weiterhin verkauft werden.

Im Inland gibt es bei der Produktion von Waschmaschinen, Kühlschränken und Mikrowellengeräten bereits Überkapazitäten von rund 30 – 40 %, bei Fernsehern sind es sogar fast 90 %. Viele Hersteller versuchen deshalb, ein ausländisches Standbein aufzubauen, durch das neue Märkte erschlossen und kompetitive Kostenvorteile bei der Produktion besser ausgespielt werden können. Chinesische Firmen investieren schließlich auch deshalb im Ausland, um neue Technologien, Markennamen, Distributionsnetzwerke und Managementwissen zu erwerben. Beispiele sind der Kauf der Notebooksparte von IBM durch Lenovo oder die Übernahme der Produktion von Fernsehgeräten von Thomson durch TCL. Chinesische Firmen versuchen auf diesem Weg, qualitativ aufzurüsten und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Staatliche Unterstützung

Forciert wird die Expansion der Unternehmen durch das Bestreben der chinesischen Regierung, in den kommenden Jahren global wettbewerbsfähige Konzerne zu schaffen. Beijing unterstützt Investitionen chinesischer Firmen im Ausland im Rahmen ihrer Going Global - Strategie politisch und finanziell, um chinesische Weltklassefirmen zu schaffen, die sich im internationalen Wettbewerb durchsetzen können. Bei der Verfolgung dieser Strategie misst die chinesische Regierung der Schaffung von Global Champions eine hohe Priorität bei. Global Champions sind große multinationale Firmen mit international bekannten Marken, die global wettbewerbsfähig sind. In 10 Jahren soll es 150 solcher chinesischer Global Champions geben.

Das Engagement chinesischer Firmen im Ausland zielt auf bestimmte Märkte, auch sind mehrere Strategien erkennbar. Deutsche Unternehmen stehen angesichts dieser neuen Bedrohung durch starke chinesische Konkurrenten vor völlig neuen Herausforderungen. Sie müssen die Situation richtig einschätzen und neue Wettbewerbsstrategien und Geschäftskonzepte finden, mit denen sie wirkungsvoll und nachhaltig reagieren können. Die folgenden Fragen stehen im Mittelpunkt:

§ In welchen Branchen ist demnächst mit einem ernst zu nehmendem qualifizierten Wettbewerb chinesischer Marken zu rechnen – auf dem deutschen Markt und auf den Exportmärkten, wo deutsche Hersteller auf die neuen chinesischen Herausforderer treffen?

§ Welche chinesischen Markenunternehmen sind konkret auf dem Sprung ins Ausland? Welche werden dabei vom chinesischen Staat gefördert? Was sind ihre Strategien? Wie sehen ihre Stärken und Schwächen aus? Was haben deutsche Unternehmen von ihnen zu erwarten?

§ Wie können deutsche Unternehmen angesichts dieser Verschiebung der globalen Wettbewerbskräfte in einer globalen wirtschaft wettbewerbsstrategisch angemessen reagieren? Welche wettbewerbsstrategischen Optionen haben sie, und wie sind diese zu bewerten?

Der Eintritt der chinesischen Champions in den globalen Markt wird ähnliche Veränderungen der Marktkräfte bewirken wie das Auftauchen japanischer und koreanischer Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten. Nur dürfte der Effekt wegen der Größe und Dynamik der chinesischen Volkswirtschaft und der Ambitioniertheit der Chinesen wesentlich stärker sein. Die Wettbewerbskräfte werden sich in einem bisher nicht gekannten Ausmaß verschieben. Unternehmen, die bislang klar definierte und voneinander getrennte Märkte bedienten, treten plötzlich in einen direkten globalen Wettbewerb. Jahrzehntelang gewachsene Strukturen werden innerhalb kurzer Zeit gesprengt, es entstehen neue Märkte, Produkte und Konkurrenten. Die Welle der westlichen Investitionen in China rollt verstärkt zu uns zurück – die Frage ist nur, ob sie uns über den Kopf schlägt.

Deutsche Unternehmen müssen auf diese Welle vorbereitet sein, um angemessen reagieren zu können. Sie müssen die neuen Herausforderer frühzeitig auf ihren Radarschirm holen, deren Ziele und Strategien analysieren und angemessene Gegenmaßnahmen entwickeln. Das können Angriff e im Heimatmarkt der Herausforderer ebenso sein wie strategische Kooperationen. Es kommt jetzt darauf an, die in langen Jahren aufgebauten und heute profitablen Marktanteile zu verteidigen und gleichzeitig neue, zukunftsträchtige Märkte zu erobern.

Die chinesische Offensive erfordert maßgeschneiderte Reaktionen. Dafür sind zuverlässige Informationen unabdingbar. Wer sind die Angreifer, und wo greifen sie an? Welche Strategien verfolgen sie, was sind ihre Stärken und Schwächen? Es geht im globalen Wettbewerb jetzt um Competitive Intelligence und Wettbewerbsstrategie.

BUCHINHALT:

Vorwort
  1. Zou Chu Qu – Schwärmt aus!
  2. Regionen und Branchen: Ziele chinesischer Investitionen
  3. Strategien chinesischer Unternehmen
  4. Chinesische Outbound-M&A
  5. Wer sind die neuen Champions? 50 Unternehmensportraits
  6. Chinas neue Markenoffensive
  7. Welche europäischen Branchen sind wie betroffen?
  8. Die Aufgabe: Competitive Intelligence und Wettbewerbsstrategie

Bibliographie
BUCHDATEN:
Hans Joachim Fuchs
Die China AG
424 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Preis 34,90 Euro
ISBN 978-3-89879-347-6
München 2007, FinanzBuch Verlag

Buch bei Amazon: Die China AG
 
 
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Literatur - Bücher & Zeitschriften:
Historischer Roman
Carlos... ein harter Kerl im Tal der Tränen
Sonne und Mond - Liebe überwindet alles
Wie Sie dem Weltuntergang am 21.12.2012 entgehen können!
Interview mit dem Fantasy Autor Dr. med. Thomas Welke
Autor werden - und Erfolg damit haben
Eine Abizeitung gehört mittlerweile zu jedem Abschluss!
Technic3D als Buch - der Countdown läuft

comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von Institut für Competitive Intelligence am 02.09.2008
Das institut für Competitive Intelligence bietet Workshops sowie ein Zertifikat im Bereich Competitive Intelligence: competitive-intelligence.com







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.