Zur Halbzeit des Republikanischen Österreichs wurde mit der Landtagswahl 1927 eine weitere Zäsur für das Politische System Niederösterreichs eingeleitet. Mit der Wahl vom 24.April 1927 kam es dazu, dass Christlich-Soziale Partei(CSP) und Großdeutsche Volkspartei(GDVP) auf einer Einheitsliste für den Landtag kandidierten. Der Landbund(LB) als zweite national-liberale Gruppierung des 3.Lagers kandidierte aber demgegenüber eigenständig.
Grundlagen des Politischen Systems Niederösterreich
Die Grundlagen für das Politische System Niederösterreich bildeten nach den Landtagswahlen 1919 und 1921 die Landtagswahlen 1927 im Land Niederösterreich, wo die. Christlich-Soziale Partei(CSP) und Großdeutsche Volkspartei(GDVP) auf einer Einheitsliste für den Landtag kandidierten. Die Einheitsliste(CSP/GDVP) erzielte 58,3% und 38 Mandate(33 CSP, 5 GDVP), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) erzielte 37,6% und 21 Mandate und der Landbund(LB) erzielte 2,9% und 1 Mandat. Damit wurde das niederösterreichische Parteiensystem weiterentwickelt, das im Wesentlichen auch noch am Anfang des 21.Jahrhundertes die politische Landschaft des Landes Niederösterreich bestimmte. Resultat dieses Wahlergebnisses war, die Bildung einer Bürgerblock-Koalition, die sich aus Christlich Sozialer Partei(CSP) und Großdeutscher Volkspartei(GDVP) zusammensetzen.
Niederösterreichische Wahlkreiseinteilung in vier Landesteilen
Die Niederösterreichische Wahlkreiseinteilung ausserhalb Wiens teilte sich in vier Landesteile auf: Viertel ober dem Manhartsberg, Viertel unter dem Manhartsberg, Viertel ober dem Wienerwald und Viertel unter dem Wienerwald. Dabei entfielen von den abgegeben Stimmen 25% auf das Viertel ober dem Wienerwald, 36% auf das Viertel unter dem Wienerwald, 17% auf das Viertel ober dem Manhartsberg und 22% auf das Viertel unter dem Manhartsberg.
Viertel ober dem Manhartsberg
Das Waldviertel ist der nordwestliche Teil des Landes Niederösterreich. Im Süden wurde das Waldviertel von der Donau, im Südwesten von Oberösterreich, im Nordwesten und Norden von der Tschechei und im Osten vom Manhartsberg begrenzt. Dieser Geländeformation verdankte es auch den Namen Viertel ober dem Manhartsberg. Im Viertel ober dem Manhartsberg verteilten sich die Stimmverhältnisse auf die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) mit 24,3%, die Einheitsliste(CSP/GDVP) mit 64,9% und den Landbund(LB) mit 8,2%.
Viertel unter dem Manhartsberg
Das Weinviertel, auch Viertel unter dem Manhartsberg genannt, lag im Nordosten des Landes Niederösterreich. Der Name wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet. Das Weinviertel war in Österreichs größtes Weinbaugebiet und verdankt ebenfalls der Geländeformation Manhartsberg ihren Namen. Im Viertel unter dem Manhartsberg verteilten sich die Stimmverhältnisse auf die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) mit 25,3%, die Einheitsliste(CSP/GDVP) mit 69,8% und den Landbund(LB) mit 4,2 %.
Viertel ober dem Wienerwald
Das Mostviertel ist das südwestliche der vier Viertel Niederösterreichs. Es wurde im Norden von der Donau begrenzt, im Süden und Westen von der Landesgrenze zum Land Steiermark und zum Land Oberösterreich. Im Osten bildet der Wienerwald als Geländeformation die natürliche Grenze, daher auch der zweite Name Viertel ober dem Wienerwald. Im Viertel ober dem Wienerwald verteilten sich die Stimmverhältnisse auf die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) mit 34,4%, die Einheitsliste(CSP/GDVP) mit 63,1% und den Landbund(LB) mit 1,7 %.
Viertel unter dem Wienerwald
Das Industrieviertel auch Viertel unter dem Wienerwald; war der südöstliche Teil Niederösterreichs. Die Nordgrenze zum Viertel unter dem Manhartsberg reicht vone der Landesgrenze bei Hainburg an der Donau bis nach Wien, von wo die Westgrenze zum Mostviertel entlang der sogenannten Thermenlinie und den Ausläufen der Gebietsformation Wienerwaldes Richtung Süden läuft. Die südliche Grenze verlief entlang des Gebirgskammes zum Land Steiermark, bis sie auf das Rosaliengebirge stieß, diesem entlang wieder Richtung Norden folgte und mit der Leitha und der Gebietsformation Leithagebirge die Ostgrenze zum neu entstehenden Land Burgenland bildete. Im Viertel unter dem Wienerwald verteilten sich die Stimmverhältnisse auf die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) mit 53,7%, die Einheitsliste(CSP/GDVP) mit 44,0% und den Landbund(LB) mit 0,4%.
Autor: Dr. Fritz Simhandl, Autor Fleedstreet