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Die Bewegung des Islamismus

Autor: Toma | Erstellt am: 12.11.2009 | Gelesen: 1205
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Was ist Islamismus? Was sind die Hintergründe seines Gewaltes? Was gerechfertigt Gewalt in den Augen islamistischer Extremisten?

Kirche
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Die Geistige Grundsubstanz des Islamismus, legte zum großen Teil, die in dem Nahen Osten einflussreiche und 1928 gegründete, radikale politisch-religiöse „Bewegung der Muslimbruderschaft". Sie versuchte die religiösen Dogmen wiederherzustellen und parallel alle Probleme der islamischen Länder,  mittels der islamischen Ordnung zu lösen. Ihr proklamiertes politisches Ziel ist die Befreiung der arabischen Welt, vor westlicher Intervention, sowie vor westlichem Einfluss.

Über diese Ideologie gibt es im Arabischen immer noch Uneinigkeit über ihren Namen. Die Islamisten selbst bezeichnen sich als Usuliyun. Dies bedeutet wörtlich übersetzt „Fundamentalisten".

Der wachsende Panislamismus und der begleitende Export der Revolution aus dem Iran, wurden nicht nur für den dort verhassten Westen zur Gefahr, sondern bildeten auch eine um so größere Gefahr für die gesamte Region. Die Islamisten richteten sich vorrangig gegen die Stabilität, gegen die Aufklärung, sowie gegen den Fortschritt und Demokratisierung in der eigenen Bevölkerung, und der eigenen Länder, sowie der Region. Sie sind zum großen Teil nicht nur für Gewaltanschläge gegen die politische Ordnung verantwortlich, sondern auch für diese, die sich gegen die Zivilbevölkerung richten. Sie sehen sogar in der Selbstopferung eine Verpflichtung, und begründen damit die Berechtigung von Selbstmordattentaten.
 
Für viele islamistische Gruppen, ist die Umgebung wirtschaftlicher Stagnation, politischer Instabilität und sozialer Ungerechtigkeit ein guter Nährboden, sowie ein wichtiger Bestandteil ihres Überlebens. Für den ägyptischen Islamisten Sayyid Qutb[1], ist die Modernität und ihre rationale Sichtweise, „die Negierung der Herrschaft Gottes"[2]. Seiner Meinung nach, befänden sich die wahren Muslime in einem Krieg gegen die Abtrünnigen[3]. –Jemanden als Abtrünnigen oder Ungläubigen zu erklären, heißt im Arabischen "Takfir", was als eine ideologische Waffe gilt, mit der der Einsatz von Gewalt gerechtfertigt wird. Das Individuum ist in der Sichtweise Qutbs nur ein Element des Kollektives – ohne Selbstbestimmung des Menschen, als ein freies mit Rechte ausgestattetes Individuum. Nach islamistischem Verständnis ist nur Gott selbst souverän. Die Freiheit nach westlichen Maßstäben sei eine exzessive Freiheit, welche die Natur des Menschen ruiniere[6].

Der sudanesische Islamist Dr. Jurist Hassan Alturabi (geb. 1932), sieht die Menschenrechte als Import aus dem Westen, für die keine Verwendung in den islamischen Ländern sei. Der algerische Top-Fundamentalist Ali Benhadj sieht sogar in der Demokratie an sich, einen Unglauben.

Der Islamist bezieht sich auf den Koran und verfügt über seine eigene authentische Interpretation. Er verkündet, dass ein Gottesstaat (panislamisches Kalifat) wiederhergestellt[4]werden müsse und sich auf die ganze Erde verbreiten werden  müsse[5]. In dieser Vision des Gottesstaates, der in der Vergangenheit einen existierenden Idealzustand bildete und für die Islamisten das echte und legale politische System darstellte, ist kein Platz für Freiheit und Souveränität des Menschen. Der Mensch wird danach beurteilt, wie er den islamischen Vorschriften – nach ihrer Interpretation folgt.

Der Schriftsteller Fouad Zakarya sieht zwischen den Bekämpfern der Säkularisierung – und meint damit die Islamisten, eine Gemeinsamkeit; „Eine tiefsitzende Verachtung des Menschen". „Für die Islamisten besteht die Erbsünde in der Politik darin, politische Autorität durch den Menschen, durch das Volk zu legitimieren[7]". Denn die Autorität des Menschen hebe die Gottesherrschaft auf.

„An ihrer Stelle stehen religiös-moralische Kategorien wie richtig und falsch, zulässig und unzulässig, gut und verwerflich und das gleichfalls auf religiös-moralischer Grundlage konstruierte Gemeinwohl, an denen sich Wert und Berechtigung politischer Überzeugungen, Verfahren und Entscheidungen messen sollen. Ein moralischer Diskurs ersetzt so weitgehend die politische Analyse"[8]

Der Verdacht besteht, dass auch islamistische Organisationen im Irak das Parlament und die demokratischen Regeln nutzen, um ihre politisch-religiösen Ziele zu erreichen. Das besterwiesene Beispiel sind nicht ausschließlich die Saddrmilizen. Sie glauben genauso wie andere militant islamistische Organisationen, dass IHRE islamische Ordnung nur mit Gewalt durchzusetzen sei.

Sie stehen gleichzeitig im prinzipiellen Widerspruch zu den Grundlagen demokratischer und rechtsstaatlicher Ordnung. Sie lehnen auch das Parteiensystem ab, worüber sie in die Parlamente kommen oder wie in den palästinensischen Gebieten und im Libanon die Regierung bilden oder in der Regierung sitzen.
 
 
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