Seitdem für junge Menschen der Berufsunfähigkeitsschutz aus der gesetzlichen Rentenversicherung entfernt wurde, berichten die Medien vermehrt über das prekäre Thema. Das Problem liegt aber nicht nur in der noch immer unzureichenden Aufklärung in der Bevölkerung begründet. So ist es in letzter Zeit für viele Menschen schwieriger eine faire Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden. Viele Versicherer sind mittlerweile bei der Annahme generell strenger geworden. Meist kommt nur noch jeder vierte ohne größere Probleme zu einem Vertrag. An dieser Stelle fragen sich viele, wofür Sie dann überhaupt noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen sollten?
Der Beruf steht im Zentrum unseres Lebens, und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen verbringen wir einen sehr großen Teil, manchmal sogar die meiste Zeit unseres Lebens mit unserem Beruf, unserer Arbeit. Zum anderen entscheidet der Beruf maßgeblich darüber, was wir essen, wie wir unsere Freizeit, unseren Urlaub gestalten, in welcher Gegend wir wohnen, welches Auto wir fahren, welchen Hobbys wir nachgehen können und vieles mehr.
Warum? Die von uns ausgeübte Tätigkeit stellt unsere Einkommensquelle dar! Nicht nur das. Der ausgeübte Beruf entscheidet nicht nur über unsere Möglichkeiten während des Arbeitslebens, sondern darüber hinaus auch über die Möglichkeiten, die jeder im Rentenalter hat und die er seinen Kindern bieten kann.
Insgesamt stellt der Beruf die einzige Quelle dar, die über das Wohl und Wehe entscheidet. Doch was passiert, wenn man den Beruf plötzlich nicht mehr ausüben kann? Wenn man berufsunfähig wird? Ohne eine entsprechende Absicherung steht man oftmals vor dem finanziellen Nichts!
Da die gesetzliche Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit keine Leistungen erbringt, ist es ratsam, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um im Fall des Falles, seinen Lebensstandard einigermaßen aufrechterhalten zu können. Dies gilt ganz besonders für Selbständige und freiberuflich Tätige. Leistet die gesetzliche Rentenversicherung nur bei Erwerbsminderung, tritt bei der Berufsunfähigkeitsversicherung der Leistungsfall bereits dann ein, wenn man den zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kann.
Viele Menschen glauben, während der Berufsausbildung oder des Studiums ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung noch nicht nötig. Leider ist dies ein Irrtum. Denn in den letzten Jahren haben viele Versicherer die Regeln für die Annahme einer Berufsunfähigkeitsversicherung drastisch verschärft: Selbst etliche, zum Teil Jahre zurückliegende und vollständig verheilte „kleinere" Erkrankungen oder aber zum Beispiel Bluthochdruck und Allergien führen zur Ablehnung des Antrags, zu Ausschlüssen oder zu erhöhten Versicherungsprämien. Hinzu kommt ein generelles angenommenes höheres Versicherungsrisiko bei zunehmendem Alter. Insofern ist es zu empfehlen, bereits in jungen Jahren online oder direkt beim ortsansässigen Versicherungsmakler Ihres Vertrauens einen Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich durchzuführen. Auf diese Weise sind noch viele verschiedene, günstige BU-Tarife möglich.
Autor: Dr. Karsten Lenz