Eine
funktionierende Bauchspeicheldrüse ist für die Verdauung und Nährstoffaufnahme von großer Bedeutung. In den letzten Jahren konnte vermehrt ein Trend zu verdeckten Funktionsstörungen beobachtet werden: eine leichte Unterfunktion ohne erkennbare Ursache, meist sogar mit normalen Enzymwerten im Blut. Oder eine geringfügige Reizung mit nur wenig erhöhten Blutwerten. Wird die Drüse eine zeitlang unterstützt, kann sie sich mitunter wieder erholen. Darauf weist die Zeitschrift „Naturarzt – Ihr Gesundheitsratgeber" in ihrer Juni-Ausgabe (6/2010) hin.
Lange Zeit dachte man bei Ursachen einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion vor allem an chronisch-entzündliche Veränderungen, meist auf der Basis von Alkoholismus oder eines Bauchspeicheldrüsenkrebses. Auch eine Verlegung der Bauchspeicheldrüsengänge durch Gallensteine führt zu chronischen Entzündungen.
Doch diese klassischen Lehrbuchursachen für Bauchspeicheldrüsenunterfunktionen scheinen heute gegenüber anderen, diskreter auftretenden Unterfunktionen zurückzutreten: Meist kommen jüngere Patienten wegen einer Art Reizdarmsyndrom. Sie wurden in typischer gastroenterologischer Art und Weise „durchuntersucht": Magen- und Darmspiegelungen zeigen oft nichts Besonderes. Bei Blutuntersuchungen gibt es keine auffälligen Befunde. Auch die Bauchspeicheldrüsenwerte liegen im Normbereich. Trotzdem treten wechselhafte Stühle auf, häufig sind sie dünn-breiig. In einem solchen Fall sollte an eine Bauchspeicheldrüsenunterfunktion gedacht werden. Sie entwickelt sich oft ohne erkennbare Ursache.
Zielführend ist in der Labordiagnostik meist die Stuhluntersuchung auf Pankreaselastase 1. Je niedriger der Wert, desto geringer ist die Enzymproduktion. Da aber eine Bauchspeicheldrüsenunterfunktion auch bei Normalwerten (ab 200 Mikrogramm Pankreaselastase 1 pro Gramm Stuhl) bestehen kann, zeigt im Zweifelsfall erst die verdachtsweise Behandlung, ob tatsächlich eine Pankreasinsuffizienz vorliegt. Bei leichteren Störungen können homöopathische Mittel die Bauchspeicheldrüse aktivieren und die Enzymproduktion anregen. Bei ausgeprägter Unterfunktion führt man fehlende Enzyme in tierischer oder pflanzlicher Form zu und beobachtet, ob sich die Beschwerden darunter bessern. Falls dies zutrifft, sollte die unterstützende Behandlung mehrere Wochen bzw. Monate durchgeführt werden. Die Besserung wird durch sich wieder normalisierende Pankreaselastase-1-Werte im Stuhl erkennbar.
Lesen Sie die ausführlichen Informationen und Tipps von Dr. med. Rainer Matejka in der Naturarzt-Ausgabe 6/2010.Pressekontakt:
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