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Die Aufschieberitis-Spirale

Autor: blatternet | Erstellt am: 19.08.2010 | Gelesen: 1258
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Was ist die Aufschieberitis-Spirale und wie funktioniert sie?

Die Aufschieberitis-Spirale
Die Aufschieberitis-Spirale
Jeder Mensch hat eine Tendenz zur Aufschieberitis. Jeder hat einen inneren Schweinehund in sich. Der wird gewissermassen kostenlos mitgeliefert. Dinge aufzuschieben ist eine normale, menschliche Reaktion mit durchaus einem Sinn: Wir schieben Dinge auf, um Unangenehmes, unangenehme Gefühle zu vermeiden. Doch wir alle wissen: Das ist eine kurzfristige Strategie, schlussendlich müssen wir das Aufgeschobene trotzdem erledigen - dann aber unter grossem Druck und Stress.

Soweit so gut. Problematisch wird es erst dann wenn wir in die Aufschieberitis-Spirale geraten. Lesen Sie hier, was passiert, wenn uns unser innerer Schweinehund in die Aufschieberitis-Spirale schubst.

Die Aufschieberitis-Spirale

Aufschieberitis ist natürlich, sogar menschlich. Also noch kein Grund zur Sorge. Erst wenn wir regelmässig aufschieben, also wenn das Aufschieben zum Normalzustand wird, wird es problematisch. Die Aufschieberitis sabotiert dann nämlich unseren Erfolg.

Oft wird verwechselt: Aufschieben ist ein Symptom, keine Ursache. Das heisst, das Aufschieben ist die Folge von einem tiefer liegenden Grund. Nur unter dieser Voraussetzung kann man verstehen, wie es unser innerer Schweinehund schafft, uns regelmässig in die Aufschieberitis-Spirale zu schupsen.

Lassen Sie uns ein Beispiel diskutieren. Nehmen wir an, ich trage die Angst mit mir, ständig zu versagen. Ich bin unsicher, kann mich selten überwinden, eine Aufgabe anzugehen. Die Angst begleitet meinen Alltag.

Meine schon fast logische Reaktion: Ich schiebe Dinge auf. Ich will mich meiner Angst nicht stellen. Die Aufschieberitis hilft mir, der unangenehmen Aufgabe auszuweichen und etwas anderes zu tun.

Gleichzeitig weiss ich natürlich, dass ich die Aufgabe trotzdem erledigen muss. Also denke ich: "So, fang endlich an zu arbeiten, reiss Dich zusammen. So schlimm ist das doch nicht. Augen zu und durch."

Dadurch kritisiere ich mich selbst und setze mich unter Druck.

Doch: Druck erzeugt Gegendruck. Mir läuft sowieso schon die Zeit weg. Der Druck steigt schon so, ohne meine negativen Selbstgespräche. All das lässt mein Selbstwertgefühl sinken, da ich jetzt erst recht nicht schaffe, mich zu überwinden und loszulegen.

Genau das führt dann weiter dazu, dass meine Angst steigt. Meine Angst zu versagen, nicht gut genug zu sein und überhaupt etwas schaffen zu können. Die Gedanken drehen weiter: "Ich bin nicht gut genug, das schaffe ich nicht, ich kann das nicht, damit sollte ich jetzt unbedingt beginnen."

Sinkendes Selbstwertgefühl, steigende Angst und schon drehe ich mich in der Aufschieberitis-Spirale.

Die Spirale dreht und dreht sich. Ich schiebe weiter und noch mehr auf, ich kritisiere mein Verhalten, ich erhöhe den Druck, mein Chef erhöht den Druck usw.. Aufschieberitis führt so zu noch mehr Aufschieberitis.

Genau das ist die Aufschieberitis-Spirale: Einmal hineingeraten, ist es nicht ganz einfach, wieder heraus zu finden. Alle Tipps und Tricks, die man üblicherweise im Internet finden, mögen für den Augenblick helfen, aber haben einen Nachteil: Sie bekämpfen das Symptom (das Aufschieben), aber nicht die Ursache (die tieferliegenden Gründe). Doch genau diese müsste man eigentlich angehen, um die Aufschieberitis wirklich in den Griff zu bekommen. Nur so bekommt man die Aufschieberitis endlich und nachhaltig in den Griff.

 

Die Aufschieberitis-Spirale

Das Ziel muss sein, die Aufschieberitis in das eigene Leben zu integrieren und soweit im Griff zu haben, dass sie den eigenen Erfolg nicht sabotiert. Keine leichte Aufgabe, aber trotz allem machbar.

Ivan Blatter, 19.8.2010

 
 
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