Reden werden zu den verschiedensten Anlässen gehalten, zu offiziellen ebenso wie zu privaten. Die Rede ist ein weit verbreitetes und zudem gut geeignetes Instrument, sich mitzuteilen, Position zu beziehen, Ideen und Wissen zu transportieren, zu loben und zu tadeln.
Aber nicht jeder, der eine Rede halten will oder soll, ist auch in der Lage, sie zu schreiben. Eigentlich, so möchte man meinen, dürfte es doch gar nicht so schwer sein, seine Gedanken zu Papier und schließlich zu Gehör zu bringen. Weit gefehlt! Nicht jedem liegt es, sich schriftlich auszudrücken, oft fehlt die Erfahrung und in vielen Fällen auch die Zeit, sich eingehendmit dem Thema zu beschäftigen und es anspruchsvoll zu formulieren. Was liegt also näher, einen professionellen
Redenschreiber mit diesem Auftrage zu betrauen? Im Übrigen sind die so genannten Ghostwriter keineswegs eine Erfindung der Neuzeit. Schon die alten Griechen wussten ihre Dienste zu schätzen und machten sie sich beispielsweise bei Gerichtsreden zu Nutze.
Dabei stehen die Verfasser der Reden, die insbesondere in der politischen Arena oder in der Wirtschaft gehalten werden, mehrfachen Anforderungen gegenüber. Zum einen ist es unabdinglich, dass sie sich in dem Thema, über das sie schreiben sehr gut auskennen. Oftmals erfordert das tiefgründige Recherchen. Man schätzt, dass für eine Minute Redezeit etwa eine Stunde Vorbereitung notwendig sind. Die Brisanz der politischen Reden zum Beispiel gebietet Korrektheit und Einfühlungsvermögen. Schon kleinste Fehler könnten unabsehbare Folgen haben. Zum anderen muss der
Redenschreiber seinen Schreibstil dem Redestil desjenigen anpassen, der die Rede letztendlich hält.
Nicht umsonst kommen viele der professionellen Autoren aus den journalistischen und politikwissenschaftlichen Bereichen. Viele arbeiten freiberuflich, während andere auf dem Sektor der Wirtschaft oder der Politik fest engagiert sind. Die Honorare richten sich in der Regel nach dem Inhalt und der Länge der zu haltenden Rede.