Brownfield und Greenfield Investitionen
Teakholz ist ein Musterbeispiel für ein tropisches Hartholz, welches auf kommerziellen Holz- und Baumplantagen angebaut wird. Für sein Wachstum benötigt Teakholz zwischen 20 – 25 Jahre. Wenn der Investor mit einem neuen Projekt beginnt, wird dies als Greenfield-Investition bezeichnet. Die andere Möglichkeit, eine Brownfield-Investition, bedeutet, dass ein Käufer sich in eine bestehende, aber ältere Plantage einkauft. Auf dem Markt gibt es zurzeit Investitionsmöglichkeiten verschiedener Altersstufen in Teak- und anderem Tropenholz, wodurch sich für die Anleger eine breitere Auswahl an Investitionsobjekten und Anlagedauern ergeben.

Teak Plantage - Greenfield

Teak Plantage - Brownfield
Hauptrisiken für Teakholz-Plantagen
Teakholz-Plantagen sind mit bestimmten Risiken behaftet. Aus technischer Sicht sind die wichtigsten Risiken die Bodenqualität des Standorts, die jährliche Niederschlagsmenge, Klima und Länge der Trockenperiode, genügende Pflege und Unterhalt.
Normalerweise ist vor der Pflanzung eine detaillierte Bodenanalyse durchzuführen, damit für die Baumplantage die richtige Strategie bestimmt werden kann und allfällig fehlende Nährstoffe via Dünger bereitgestellt werden können. Ein Plantagen-Manager sollte mit dem Standort der Baumplantage bestens vertraut sein, weil sich damit im Laufe der Zeit am besten beobachten lässt, was auf dem jeweiligen Standort effektiv wächst. Die Ergebnisse der Pflanzungs-Strategie werden in den Jahren nach der Anpflanzung erst richtig ersichtlich. In den meisten Fällen wird der Baum-Durchmesser herangezogen und gegenüber dem Industrie-Benchmark verglichen, um die Wachstumsfortschritte besser bewerten zu können.
Aus finanzieller Sicht besteht das Hauptrisiko darin, dass der Verwaltungsgesellschaft das Geld ausgeht. Teak-Bäume erfordern zur Pflege fortwährende Beschneidung sowie das Ausdünnen von Bäumen und das Säubern von Unterholz. Dadurch wird sichergestellt, dass der kommerzielle Wert pro Hektar maximiert wird, indem die Bäume gerade wachsen und ihr Durchmesser genug gross wird. Angesichts der Projektlaufzeit von 20 bis 25 Jahren, erfordert eine Teakholz Plantage eine strenge Disziplin bezüglich des Cash-Managements. Falls dem Plantagen-Manager das Geld vorher ausgeht, verliert der Investor zweifach: Erstens wird eine zusätzliche Finanzspritze erforderlich und zweitens könnte sich der kommerzielle Wert des Holzes verringern, müsste aufgrund von Einsparungen bei der Pflege der Bäume gespart werden.
Ausstiegs-Strategien von Teakholz Investitionen: Die Verkäufer-Perspektive
Wie bei einer Private Equity Anlage, muss sich ein Investor bereits vor der Investition Gedanken über den Verkauf (Exit) machen. Wie, wann und an wen werde ich diese Investition verkaufen können? – Die Investition in eine Teak-Projekt bietet die folgenden Ausstiegs-Szenarien:
(1) Ausstieg nach dem Fällen der letzten Bäume (in 20 bis 25 Jahre)
(2) Verkauf der Investition an einen anderen Investor / Käufer

Teak Baumstämme
Teakholz Anleger müssen geduldig und in der Regel bereit sein bis zu 20 – 25 Jahre investiert zu sein. Der Hauptgrund ist, dass die Bäume während des Wachstums ihren wirtschaftlichen Wert erhöhen, wenn sie richtig gepflegt werden. Erster Gewinn kann erst durch die ersten kommerziellen Ausdünnungen gewonnen werden, doch decken diese selten mehr als die Extraktionskosten. Um eine attraktive Rendite (Internal Rate of Return IRR) zu erhalten, muss der Anleger bis zur endgültigen Ernte warten. Der Wert der Bäume wird mit höherem Alter und Baumumfang attraktiver, deshalb können grössere Baumstämme zu einem besseren Preis verkauft werden. Um den Gewinn zu maximieren, muss der Investor deshalb bis zum Ende des Projekts investiert sein, was Geduld und Ausdauer erfordert.
Die Option, die Investitionen vor der finalen Ernte zu verkaufen, dürfte eine schwierige sein. Erstens muss die Qualität der Bäume gut sichtbar sein, da ein potentieller Käufer nur bereit ist in Plantagen mit Potenzial zu investieren. Falls die Pflege und der Unterhalt vernachlässigt wurde, oder das Volumenwachstum durch die Qualität des Bodens beeinträchtigt wurde, wird dies der Käufer berücksichtigen. Zweitens scheint der Markt für bestehende Plantagen intransparent und illiquide. Für den Verkäufer bereitet es deshalb Mühe und benötigt Zeit, einen geeigneten Käufer zu finden. Dem Käufer ist dies sehr wohl bewusst und er wird den Verkäufer unter Druck setzen, einen Liquiditäts-Rabatt zu erhalten, um damit seinen eigenen IRR zu erhöhen.
Kauf einer bestehenden Teakholz-Plantage: Die Käufer-Perspektive
Der Einkauf in eine bestehende Teakholz-Plantage vermeidet gewisse Risiken für den Käufer. Erstens sind die Projekt-Ergebnisse deutlich sichtbar und das Risiko bezüglich Bodenqualität und Eignung des Standortes kann besser abgeschätzt werden. Die Schwierigkeit hat eher mit der Due Diligence und sorgfältigen Abklärung zu tun. Aufgrund des Fehlens von Daten, benötigt ein nicht sophistizierter Käufer einige Zeit, um herauszufinden, ob die genannte Plantage Potenzial hat oder nicht. Für den anspruchsvollen Käufer sind solche Möglichkeiten jedoch viel interessanter, zumal er besser in der Lage ist, aufgrund der vorhandenen Baum-Durchmesser sich eine Meinung über das erwartete Holzvolumen und den Erntezeitpunkt zu verschaffen. So kann das Risiko für den Kauf in eine bestehende Plantage für den Käufer reduziert werden.
Der zweite Aspekt ist, dass in einem Greenfield-Projekt die "Lock-in"-Periode 20 bis 25 Jahren dauern kann, während sich beim Kauf in eine bestehende Plantage – Brownfield Investition – die Anlagedauer für den Anleger – abhängig vom Alter der Plantage - ganz erheblich reduzieren kann. Eine kürzere Haltedauer bedeutet weniger Risiko für den Investor. Auch für Cashflow-Schätzungen müssen verschiedene Annahmen getroffen werden (Inflationsannahmen, erwarteter Verkaufspreis und Holzvolumen). Im Falle von Fehleinschätzungen – eine Schätzung ist per Definition nicht dasselbe wie das tatsächliche Ergebnis – ist der Unterschied zur Realität weniger schwerwiegend für ein Brownfield-Projekt als für ein Greenfield-Projekt. Bei einem Greenfield Projekt werden ursprüngliche Annahmen weiter in die Zukunft extrapoliert und führen somit zu größeren Abweichungen von der Realität, als bei einem Brownfield Projekt.
Fazit
Unter dem Gesichtspunkt des eingegangenen Risikos könnte es klüger sein, in eine ältere Plantage zu investieren. Über mehrere bisher unbekannte Variablen (Bodenqualität, Effektivität der Pflanzungsstrategie) besteht mehr Klarheit, so dass die Risiken verringert werden können und die Investitions-Periode verkürzt wird. Allerdings erfordert dieser Ansatz mehr Sorgfalt, Due Diligence und Aufmerksamkeit für den zu zahlenden Preis. Weitere Informationen sind bei Investing Alternatively erhältlich.