Man zieht das Unterlid des Auges mit einem Finger der einen Hand etwas nach unten, blickt nach oben, hält das Fläschchen in der anderen Hand über das nach unten gezogene Unterlid und drückt das Fläschchen zusammen, bis ein Tropfen in den Bindehautsack oder auf das Weiße des Auges fällt. Am besten geht es vor dem Spiegel.
Noch einfacher ist es, wenn ein anderer behilflich ist, indem er den Tropfen aus dem Fläschchen in den Bindehautsack des Auges gibt. Dabei sollte die Spitze der Tropfenflasche das Auge oder das Lid nicht berühren. Einmal aus hygienischen Gründen. Zum anderen kann es sehr schmerzhaft sein und auch zu Verletzungen führen, wenn man die Pupille oder die Iris des Auges berührt.
Bei Salben und Gels ist die Anwendung im Prinzip genauso. Hier ist es manchmal hilfreich, die Tube vorher handwarm zu machen, da die Salbe sonst nicht weich genug ist und der eingegebene Salbenstrang gleich wieder aus dem Bindehautsack rausrutscht.
Zu beachten ist auch das Haltbarkeitsdatum der Medikamente bzw. die Zeit seit dem Anbruch der Packung. Häufig beträgt die Haltbarkeit nach Anbruch nur 4-6 Wochen. Damit das Anbruchsdatum nicht vergessen werden kann, ist es ratsam, es auf der Packung der Medikamente zu notieren.
Nach Ablauf der Haltbarkeit dürfen Medikamente nicht mehr verwendet werden. Sie sollten dann auch nicht mehr im Medizinschrank aufbewahrt werden, wo sich andernfalls im Laufe der Zeit ein Durcheinander von angebrochenen Tuben und Flaschen, teils mit Verpackung, teils ohne Verpackung, vermischt mit diversen Beipackzetteln, bilden würde. Im Notfall ist dann das Benötigte nicht sehr schnell zu finden.
Alte Medikamente sollten gleich nach Ablauf der Haltbarkeit entsorgt, das heißt, bei der Apotheke oder bei der von der Stadtreinigung eingerichteten Sammelstelle abgegeben werden. Es darf nicht passieren, dass ein anderes Familienmitglied die zum Beispiel vor einem halben Jahr angebrochene Augensalbe weiter benutzt, weil es doch jetzt die gleichen Beschwerden hätte. Medikamente sollten übrigens immer in verschlossenen Arzneischränken aufbewahrt werden, damit sie nicht in Kinderhand gelangen können.
Grenzen der Selbstbehandlung am Auge
Welche Tropfen kann ich wofür nehmen? Eine viel gestellte Frage, die man so natürlich nicht beantworten kann. Bei allen ungewöhnlichen Schmerzen, Rötungen oder Sehverschlechterungen sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Hier kann dann der harmlose Befund vom gefährlichen getrennt werden. Die Selbsttherapie ist zwar bei Rückfall bekannter Erkrankungen durchaus möglich, vorher muss aber eine eindeutige Diagnose gestellt worden sein.
Sicher kann man bei altbekannten Beschwerden durch trockene Augen die einmal besprochene Therapie wiederholen, da solche Tropfen auch frei erhältlich sind. Gefährlich wird es jedoch, wenn man bei dauerhafter Rötung unbekannter Herkunft einfach gefäßverengende Augentropfen nimmt, die die Rötung dämpfen, aber an der Ursache nichts tun können. So werden manchmal schwere Augenerkrankungen verschleiert und bis zu größeren Schäden verschleppt. Dann helfen auch keine
Augentropfen mehr.