Die letzte Zinserhöhung der EZB sowie die Einschätzung der Experten für die kurz- und mittelfristige Zinsentwicklung haben in den letzten drei Monaten zu einem kräftigen Anstieg der Zinsen für
Immobilienkredite geführt. Wie ein aktueller
Immobilienkredit-Vergleich zeigt, ist es derzeit kaum mehr möglich, eine
Finanzierung zu weniger als 5,00 Prozent eff. Jahreszins zu bekommen, unabhängig von der gewählten Dauer der
Zinsbindung.
Auffällig ist dabei der überproportionale Anstieg der kurzfristigen Zinsen. So mussten Kreditnehmer in den letzten drei Monaten bei Krediten mit fünfjähriger Zinsbindung Aufschläge von mehr als einem Prozentpunkt hinnehmen, während sich Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung nur um durchschnittlich 0,70 Prozentpunkte verteuerten.
Im langfristigen Vergleich sind die aktuellen Zinsen zwar immer noch niedrig, die anhaltend hohe Inflation könnte aber für einen weiteren Anstieg sorgen. So spricht aktuell nichts dagegen, sich bei der Aufnahme eines Immobiliendarlehens die niedrigen Zinsen möglichst lange, also über zehn, fünfzehn oder gar zwanzig Jahre zu sichern.
Anleger, die auf Nummer sicher gehen wollen, kombinieren diese lange Zinsbindung mit der Option auf flexible Tilgung, also die Änderung des Tilgungssatzes im Verlauf der Rückzahlung des Kredites.
Die eben beschriebene Situation gilt nicht für gewöhnliche Ratenkredite. Bei diesen wird in der Regel immer ein über die gesamte Laufzeit fester Zinssatz vereinbart, welcher dann auch nachträglich von keiner Partei geändert werden kann.
Allerdings machen sich die verschärften Bedingungen bei der Kreditvergabe, die Risikoeinschätzungen der Banken und die letzte Zinserhöhung auch in diesem Bereich bemerkbar und führen langsam aber sicher zu steigenden Zinsen auch bei Ratenkrediten. Jedoch sorgt hier der Konkurrenzkampf der Banken dafür, dass zumindest die Eingangszinssätze weiterhin optisch niedrig bleiben.
Daniel Franke