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Diclofenac, Ibuprofen und tote Bengalgeier

Autor: kradloff | Erstellt am: 26.12.2009 | Gelesen: 2145
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Nebenwirkungsfreie und umweltfreundliche Alternativen

Quelle: Pixelio.de
Quelle: Pixelio.de
Entzündungshemmer sind bei orthopädisch-rheumatologischen Schmerzzuständen und nach Verletzungen Standard. Ob diese Medikamente tatsächlich sinnvoll sind und mit welchen, auch versteckten Nebenwirkungen zu rechnen ist, soll hier dargestellt werden.

Diclofenac ist ein opiumfreier Schmerzhemmer und Ibuprofen wird als nichtkortisonhaltiges Antirheumatikum bezeichnet. Diclofenac und Ibuprofen haben weitgehend identische Indikationen: Schmerzen und Entzündungen, z. B. bei Rheuma, Prellungen, Zerrungen, Arthrose und Fieber. Der kritiklose Glaube an diese Medikamente ist so groß, dass sie bei annähernd jedem Schmerzzustand eingesetzt werden. Auch in den Fällen, in denen Beschwerden ohne entzündliche Komponenten bestehen.

Nebenwirkungen

Die Liste der Nebenwirkungen ist lang. Da ist von Magen-Darm-Beschwerden, wie Sodbrennen, Übelkeit oder Durchfall ebenso die Rede, wie von Magen -Darm-Blutungen, Magengeschwüren oder Magenschleimhautentzündungen. Ebenso wird bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) wird zur Vorsicht geraten, da verschlimmernde Krankheitsschübe auslöst werden können. Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Hautausschlag oder Hautjucken (Pruritus) erscheinen dem Leser der Beipackzettel dagegen als verhältnismäßig harmlos empfunden, während die dringende Empfehlung, diese Stoffe in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten zu meiden eher auf die Bedenklichkeit hinweist.

Symptomatisch stumme, larvierte Magen-Darm-Beschwerden sind relativ häufig Folge der Einnahme. Versteckt in sofern, weil im spinalnervlichen Versorgungsgebiet der betroffenen Oberbauchorgane, im Bereich der mittleren bis unteren Brustwirbelsäule Schmerzen auftreten können, ohne das z. B. das auslösende Organ selbst in Erscheinung tritt. Ebenso kann es zu Beschwerden der Schulter-Nackenregion und der Armgelenke kommen, in die Reizzustände der Oberbauchorgane möglicherweise übertragen werden. Nicht selten handelt es sich dabei um Erscheinungsbilder, gegen die diese Medikamente eingesetzt werden, die letztlich so erhalten und u.U. noch gesteigert werden.

Gel und Salben

Wer glaubt, mit einem Gel die eben geschilderten Nebenwirkungen umgehen zu können, irrt. Im Gegensatz zu vielen anderen Inhaltsstoffen von Salben sind die Moleküle von Ibuprofen und Diclofenac offenbar so klein, dass sie ungehindert die Hautschranke passieren können. Das bedeutet, dass Einreibungen damit sich höchstens graduell von der Medikamenteneinnahme unterscheiden und gleiche Nebenwirkungen haben können.

Dazu kommt, dass solche Gels Wärme entwickeln. Es wird behauptet, dass das die Folge der wieder einsetzenden Blutzirkulation nach Abbau von Schwellungen sei. Eine grundsätzlich willkommene Reaktion, wenn dem nicht widersprüchliche Beobachtungen entgegen stehen würden: Auf gesunde Haut aufgetragen erzeugen dieses Gels nicht nur eine bemerkenswerte Wärmebildung, sondern darüber hinaus auch eine Hautrötung. Das bedeutet, dass die enthaltenen Wirkstoffe eine durchblutungssteigernde, wärmende also hyperämisierende Wirkung haben, die bei entzündlichen Prozessen eindeutig kontraindiziert ist. Durch die Wärmebildung werden entzündliche Vorgänge gesteigert und erhöhen sich somit die Absatzchancen dieser Präparate.

Umwelt

Bei den in Abwasser gefundenen Rückständen von Arzneimitteln handelt es sich nach Angaben der deutschen Bundesregierung vorwiegend um Diclofenac. Auch Pflanzen nehmen Arzneistoffe aus dem Boden auf. Im Fall von Diclofenac verlassen 70 Prozent den menschlichen Körper über den Urin unverändert. Etwa 90 Tonnen dieses Wirkstoffes werden pro Jahr in Deutschland verbraucht, wodurch etwa 63 Tonnen Diclofenac in den Wasserkreislauf gelangen. Da Kläranlagen in diesem Fall wirkungslos sind, gelangen die ungehindert über die Oberflächengewässer auch wieder ins Trinkwasser.

Die Behandlung von Rindern mit Diclofenac hat u.a. Indien in den 1990er Jahren zum drastischen Rückgang der Geier-Populationen geführt. Geier nahmen den Wirkstoff über die Haustierkadaver auf und entwickelten erst einer Gicht ähnliche Symptome und starben danach an Nierenversagen. Bedenkt man die Tatsache, das jährlich in Deutschland etwa 63 Tonnen des Wirkstoffes freigesetzt werden, die teilweise im Trinkwasser enthalten sind und zu anderen Teilen von Pflanzen aufgenommen werden, die wiederum Teil der menschlichen Ernährung sind, kann die Befürchtung, dass es uns wie indische Geier ergeht, nicht ausgeschlossen werden.

Die Alternative: Es geht ohne Entzündungshemmer!

„Jeder von uns kann einen Beitrag leisten. Wir als Patienten sollten immer auch die oft bestehenden Alternativen zur medikamentösen Behandlung von Beschwerden prüfen", sagt Hans-Christian Schäfer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

In meiner Praxis als Physiotherapeut erlebe ich täglich verschiedene und teilweise intensivste Schmerzzustände. Annähernd alle dieser Patienten konsumieren bereits seit Längerem ergebnislos Entzündungshemmer und Schmerzmittel. Das Erste, was von mir erwartet wird, ist die möglichst umgehende Abschaltung der Schmerzen und das gelingt mit Kälte- oder Wärmeanwendungen. Richtig durchgeführt lassen Schmerzen, Schwellungen und andere Beschwerden darunter meist sofort nach und es wird die Verwendung von Entzündungshemmern ausnahmslos unnötig. Die Wirkung von Wärme oder Kälte ist der der entzündungshemmenden Medikamente deutlich überlegen und darüber hinaus auch absolut nebenwirkungsfrei.

Näheres dazu finden Sie hier: pagewizz.com/Selbsthilfe..

Klaus Radloff
 
 
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