Aminosäure L-Arginin bei Diabetes
Aminosäuren helfen bei Diabetes
Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Diabetes, einer Störung des Stoffwechsels, die dazu führt, dass der Blutzuckerspiegel der betroffenen Menschen sich erhöht. Ursache der Stoffwechselstörung ist entweder eine eingeschränkte Wirkung des Insulins oder ein Mangel an Insulin. Je nach der Ursache nennt man die Krankheit Diabetes Typ 1 (absoluter Insulinmangel) oder Diabetes Typ 2 (verminderte Insulinsensitivität, Altersdiabetes). Insulin ist das blutzuckersenkende Hormon, dass der Körper selbst produziert.
Diabetes Typ 1
Etwa fünf Prozent der Diabetiker in Deutschland leidet unter Diabetes Typ 1. Aufgrund der Störung des körpereigenen Immunsystems werden die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren, zerstört. Insgesamt kann der Patient so nicht genügend Insulin produzieren. Die Form tritt häufig bei jungen Menschen auf und muss ein Leben lang behandelt werden.
Diabetes Typ 2
Diabetes Typ 2 wird meist Altersdiabetes genannt. Der Grund ist, dass die Diabetes Typ 2 bisher meist bei Menschen im Alter über 40 Jahre auftrat. Mittlerweile sind mit den geänderten Ernährungsgewohnheiten immer mehr Menschen im jungen Alter und bereits Jugendliche betroffen. Die Risikofaktoren sind bekannt und allgemein anerkannt: Übergewicht, Ernährung reich an Zucker und arm an Mikronährstoffen und Bewegungsmangel.
Therapie der Diabetes
Die Therapie der Diabetes setzt an zwei Punkten an: Erhöhung der Insulinsensitivität (also der Effektivität des Insulins im Körper) und Reduktion des Risikos der Folgeschäden durch den erhöhten Blutzuckerspiegel. Denn auf lange Sicht kann ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel die Gefäße schädigen. Mit einer Verkalkung der Gefäße gehen typische Folgeerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt einher. Immer öfter wird daher empfohlen, auch Aminosäuren bei der Therapie der Diabetes einzusetzen.
Aminosäure L-Arginin vermindert den Insulinwiderstand
Die semi-essentielle Aminosäure L-Arginin ist eine sinnvolle Ergänzung der Therapie der Diabetes. Bei Diabetikern Typ 2 ist die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin stark herabgesetzt. Dieser erhöhte Insulinwiderstand hat zur Folge, dass die Zellen zu wenig Insulin aufnehmen und in den Zellen zu wenig Energie (Blutzucker) verbrannt wird. Der Blutzuckerspiegel steigt an. In mehreren Studien wurde festgestellt, dass die Aminosäure L-Arginin den Insulinwiderstand verringern kann. Der Körper kann also besser Insulin verwerten, wenn mehr von der Aminosäure L-Arginin zur Verfügung steht.
L-Arginin erhöht die Insulinfreisetzung
Insulin produziert der Körper in der Bauchspeicheldrüse. L-Arginin steigert die Insulinfreisetzung in den beta-Zellen der Pankreas. Die Insulinsensitivität (Reaktion des Körpers auf Insulin) und die Glucosetoleranz werden durch die zusätzliche Einnahme von L-Arginin beim Diabetiker deutlich verbessert.
L-Carnitin erhöht Glucosestoffwechsel
Die Aminosäure L-Carnitin ist dafür bekannt, dass sie die Fettmoleküle in die Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, transportiert. Bekannt ist L-Carnitin als sehr wirksames Mittel, um die Fettverbrennung zu verbessern und so Diäten wirksam zu unterstützen. Bei Typ-2 Diabetikern wurde festgestellt, dass der Glucosestoffwechsel signifikant durch die Gabe von L-Carnitin verbessert werden kann. Erhöhte Triglyceridwerte und Kerotonwerte der Diabetiker gingen durch die Gabe von hochdosiertem L-Carnitin (über 1.000 mg am Tag) deutlich in Richtung der Normalwerte.
Eine Einnahme von Aminosäuren ist für die Therapie der Diabetes daher eine sinnvolle Ergänzung.
Literatur:
Wascher et al., (1997) Effects of low-dose L-Arginin on insulin-mediated vasodilatation and insulin sensitivity, in: European Journal of clinical investigation, 27, pp. 690-695
Krishna Mohan, et al., U.N. (1998) Effect of l-arginine-nitric oxide system on chemical-induced diabetes mellitus, in: Free Radical Biology and Medicine, Volume 25, issue 7, pp. 757-765
Giancaterini et al., (2000) Acetyl-L-Carnitine infusion increases glucose disposal in type 2 diabetes patients, 49 (6), 704 - 708