Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Deutschlands Immigranten

Autor: yeninesil | Erstellt am: 18.06.2011 | Gelesen: 620
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Seit Jahren gibt es die gleiche Debatte über Immigranten und ihre Auswirkungen auf Deutschland, doch nie war das Thema so brisant wie heute. Auch deshalb ist es Zeit, die Problematik ne zu bewerten.

Seit Jahren gibt es die gleiche Debatte über Immigranten und ihre Auswirkungen auf Deutschland, doch nie war das Thema so brisant wie heute. Bedingt durch den sich zuspitzenden Fachkräftemangel, sowie die altbackene Einstellung vieler Deutschen zu dem anscheinend altbackenen Thema. Dabei ist es Zeit, die Einstellung und die Problematik des Themas neu zu bewerten.

Die Meinungen über sogenannte Ausländer, die eigentlich korrekterweise Immigranten genannt werden müssten, sind seit Jahren die Selben.Auch wenn Deutschland sich als vergleichsweise tolerantes Land sieht, was nicht von der Hand zu weisen ist, so werden doch viele Vorurteile gegenüber Immigranten seit Jahren wiederholt.

Die Kriminalität würde steigen, was nicht nur Rechtsradikale in den Köpfen der Deutschen zu manifestieren versuchen, denn auch CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus Riegert schreibt auf seiner Homepage: „1999 wurden 1016 Deutsche durch ausländische und 1 Ausländer durch deutsche Straftäter getötet."

Im Hinblick darauf, dass 1999 weniger als 1000 Menschen durch Mord oder Totschlag starben [1], kann zwar diese Aussage als falsch gekennzeichnet werden, aber sie zeigt noch etwas viel wichtigeres. Nämlich, dass nicht nur rechte Randgruppen harte Vorwürfe erheben gegen Immigranten. Ob diese nun haltbar sind oder nicht, scheint die breite Öffentlichkeit wenig zu interessieren. Und wenn diese Vorurteile auch noch über Jahre immer wieder auftauchen, prägen sie sich in den Köpfen der Menschen ein, unabhängig davon, ob sie scheinempirischer Schwachsinn sind.

Ebenfalls wird das Vorurteil gepflegt, die Einwanderer würden den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen und die „deutsche Leitkultur" gefährden.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Herr Dr. Ulrich Maly (SPD), meint: "Multi-Kulti als Gesellschaftsmodell ist gescheitert."

Was auffällt ist, dass nur auf die scheinbar weniger erfolgreichen Immigranten geschaut wird. Dass Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin, in Rumänien geboren und aufgewachsen ist, oder dass 6 der aktuell aufgestellten Fussballprofis der deutschen Fussballnationalmannschaft Immigranten oder Kinder von Immigrantenfamilien sind, scheint nicht wirklich zu interessieren. Und jeder Deutsche, der kürzlich sich erst an seinem Stammtisch in altbekannter Manier über „die ganzen Ausländer" in Deutschland aufregte, jubelt mit, wenn Mesut Özil (Sohn türkischer Einwanderer), Miroslav Klose und Lukas Podolski (beide polnischer Herkunft), oder früher Kevin Kuranyi (lebte bis zu seinem 16. Lebensjahr in Lateinamerika) mal wieder der „Deutschen" Mannschaft zum Sieg verholfen haben.

Dieses Phänomen lässt sich auch Umkehren, nur mit ganz anderer Wirkung. Wenn nämlich ein Michael Schumacher entscheidet, sein Privatvermögen zukünftig in die Schweiz zu verfrachten, dann ist der öffentliche Aufschrei groß. Verwunderlich nur, dass der Aufschrei nicht gegen Michael Schumacher geht, der sich nicht mehr verpflichtet fühlt als „Deutscher" deutsche Steuern zu bezahlen, und somit sein Heimatland im Stich lässt. Sondern der Ärger richtet sich gegen den Staat, der die Steuern für reiche Leute so hoch ansetze, dass er die ganze deutsche Prominenz „verscheuche".

Die Einstellung vieler Deutscher, erfolgreiche Immigranten zu dulden und zu feiern, aber gleichzeitig den neuen Immigranten keine Chance geben, auch erfolgreich zu werden, wird in Zukunft nicht mehr tragbar sein. Viele Probleme, wie zum Beispiel der schon oben angesprochene Fachkräftemangel, können nur gelöst werden, wenn man eine neue Sicht auf diese „Problematik" zulässt:

Deutschland hat die Chance, das neue Amerika in Hinblick auf erfolgreiche Vermischung von Kulturen zu werden. Ein „Melting Pot" wie es die USA schon lange nicht mehr ist. Es könnte eine neue, sich jederzeit wandelnde, „deutsche Integrität" geben, basierend auf erfolgreicher Förderung der Chancen von neuen Immigranten.

Dazu ist aber nicht nur eine Veränderung des bisher bestehenden Einwanderungsgesetze und speziell des Asylrechts von Nöten, sondern auch die Bereitschaft aller Deutschen, nicht nur auf möglichst schnelle Integration der Einwanderer zu bestehen, sondern auch bereit zu sein, neuen kulturellen Einflüssen verstärkt die Tür zu öffnen.

Wer sich künftig um die „deutsche Leitkultur" Sorgen macht, müsste entweder lernen sich neu zu öffnen, oder Auswandern und selber die Erfahrung eines „Immigranten" in einem anderen Land machen.

Benjamin Gremmelspacher, 16, Schüler

 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Politik - Gesellschaft & Soziales:
Pal Dragos: Frauenquote und bürgerliches Denken - Emanzipation vom Geschlecht
Die Hälfte der Deutschen fühlt sich mit Pflegeplatzsuche überfordert
Eine eigene Kirche in den USA gründen? Wie gehts das eigentlich?
Humana startet Mitmachaktion zugunsten des Deutschen Kinderhilfswerkes
Wird in Tunesien mit dem Messer missioniert?
Max Bryan: Deutschlands bekanntester Obdachloser führt Videotagebuch
Norwegen steckt in der Butterkrise
Tag der gewaltfreien Erziehung

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “Deutschlands Immigranten”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.