Wir kennen jetzt 1200 lokale Projekte von Aktivpatenschaften in Deutschland verteilt auf etwa 800 deutsche Städte. (www.aktivpatenschaften.de )
Im Vergleich zu den anderen großen EU-Ländern (England, Frankreich, Spanien, Italien, Polen) ist Deutschland damit sehr gut aufgestellt. An zweiter Stelle steht England. Dort kennt man in einer Koordinierungsstelle ca. 700 lokale Projekte. Dass es in Deutschland die meisten bekannten Projekte gibt, hat mehrere Gründe.
- Es hat die größte Bevölkerung aller EU Länder
- Die offiziellen Wohlfahrtsorganisationen haben mehr Geld als in den meisten anderen Ländern
Es gibt noch weitere Gründe, die wahrscheinlich eine Rolle spielen, die sich aber weniger leicht quantifizieren lassen. Z.B.
- sind die deutschen Wohlfahrtsorganisationen meistens dezentraler organisiert als in anderen Ländern. Das erlaubt den Leitern der Lokalbüros, ein Patenschaftsprojekt zu probieren ohne den Segen der Zentrale einholen zu müssen.
- Zwei Drittel aller Projekte gehören zu einem mehr oder minder lockeren regionalen oder nationalen Netzwerk. Davon gibt es zur Zeit ca. 35. Die Zahlen der dazugehörigen Projekte schwanken zwischen 2 und 100.
- Ein Drittel aller Lokalprojekte sind auf unabhängige Lokalinitiativen zurückzuführen. Dazu gehören auch die sozialen Einrichtungen der Gemeinden.
In den drei großen EU-Ländern Deutschland, Frankreich und England haben sich die Aktivpatenschaften innerhalb von vier Hauptkategorien entwickelt. Wir nennen sie Familienpatenschaften, Kinderpatenschaften, Lernpatenschaften und Jobpatenschaften. Von den drei letztgenannten gibt es jeweils etwas über 300 Projekte. Von den Familienpatenschaften gibt es knapp unter 200. Die meisten der 35 Netzwerke befassen sich mit nur einer der vier Kategorien. Sieben unter ihnen sind in mehreren Kategorien tätig. Es sind Caritas, Diakonie, AWO, Kinderschutzbund, die Mehrgenerationenhäuser, die Seniorenbüros und die Freiwilligenagenturen.
Wir haben keinen zuverlässigen Wert für die Zahl der Aktivpaten, die in Deutschland tätig sind. Wir können sie aber zumindest sehr grob schätzen. Die Zahl der Aktivpaten in einem einzigen Lokalprojekt schwankt zwischen 3 und 600. Der Median, also der häufigste Wert könnte bei etwa 30 liegen und der arithmetische Durchschnittswert vielleicht bei 35. Das würde eine Gesamtheit von ca. 40000 Aktivpaten ergeben. Wenn man bedenkt, dass vor 10 Jahren gerade mal 60 Lokalprojekte bekannt waren mit weniger Aktivpaten pro Projekt, dann ergibt sich doch ein sehr positives Bild für die Entwicklung der Aktivpatenschaften, für Ihre Nützlichkeit und für die Bereitschaft in der Bevölkerung Aktivpate zu werden.
Diese Bereitschaft geht übrigens weit über die 40000 hinaus die schon Aktivpaten sind. Nur kann ein großer Teil nicht mobilisiert werden solange das Konzept der Aktivpatenschaften noch relativ unbekannt ist. Wir wissen das, weil wir das an den täglichen Besucherzahlen unserer Websites erkennen. Die Medien berichten regelmäßig über unsere Websites und über Aktivpatenschaften. Das bringt uns für einige Tage vielleicht einige Besucher mehr. Sie gehen unter in der größeren Zahl der täglichen Besucher insgesamt. Es gibt aber auch Medienberichte, die die Besucherzahl für einige Tage um das drei- bis siebenfache erhöhen. Das passiert nur sehr selten pro Jahr. Aber es zeigt uns, dass das Interesse an Aktivpatenschaften viel grösser wäre, wenn es öfters solche durchschlagenden Medienberichte gäbe. Man darf ja noch träumen!
Die Adressen unserer Websites sind:
www.aktivpatenschaften.de (Datenbank)
www.patenschaften-aktiv.de (offizielle Website des Vereins)
www.leihomas-leihopas.de
www.lesepaten.net
www.familienpaten.net
www.jobpaten.net
www.ehrenamtsportal.de
www.mentoringandbefriending.eu (Website unserer europäischen Arbeitsgruppe)
Randolf Gränzer