Deutsche Telefonauskunft
Es ist nicht gerade billig, aber ganz bequem, wenn jemand gesucht wird. Per einfachen Anruf bekommt man sofort die nötige Information. Das Leben bringt immer irgendwelche weitere Neuerungen mit sich. Die Technik entwickelt sich in einem rasanten Tempo, und es werden auch neue Regelungen hinzugefügt.
Nach einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes ab Ende Juni änderte sich auch einiges für die
Telefonauskunft. Nun darf sie auch die Namen, Adressen und Berufe der Kunden herausgeben. Es muss aber ihre Rufnummer bekannt sein. Der betroffene Telefonkunde hat noch eine Voraussetzung zu erfüllen: seine Daten sind im
Telefonbuch vorhanden oder die findet man im öffentlichen elektronischen Kundenverzeichnis. Jeder darf natürlich mit dieser Art der Telefonauskunft nicht einverstanden sein und einfach Widerspruch einlegen. Die
deutsche Telefonauskunft hat diesen Service ab Anfang September den Kunden angeboten.
Manche raten davon ab, man meint, es gäbe mit der Inverssuche eine Gefahr, dass der Adressspionage Tür und Tor geöffnet werden. Dieser Service passt sehr gut für die Werbetreibenden. So können davon vielleicht Versandhäuser und Versicherungen profitieren, weil es ein ideales Mittel ist, um mehrere Kunden noch gezielter zu bewerben.
Früher war es höchstens möglich von der Telefonauskunft nur die Rufnummern und manchmal auch die Adressen von den Teilnehmern zu bekommen. Dabei sollte man sie namentlich kennen. Nach dem neuen Telekommunikationsgesetz (es trat seit Juni in Kraft) steht in § 105 Abs. 3, dass jetzt an Hand einer Rufnummer die
Telefonauskunft National und/oder
International mehr Informationen heraus gibt – den Namen und sogar die Anschrift des Teilnehmers. Aber es betrifft nur Personen, die in einem Telefonbuch eingetragen sind. Also alle Inhaber von Telefonanschlüssen haben was mit der Inverssuche zu tun, wenn ihre Daten im
Telefonbuch oder anderen Verzeichnissen auftauchen. Die Daten können im Internet oder auch auf CD-ROM aufgezeichnet sein. Ist jemand nicht in den Telefonverzeichnissen drin, so gibt es auch keine Freischaltung für die Inverssuche.
Wie funktioniert denn das alles bei der Telefonauskunft?
Die Kunden werden nach der Umstellung explizit auf die Möglichkeit zu einem Widerspruch hingewiesen. Allen Telefonkunden bietet die
Telefonauskunft National als auch
International einen Vorteil: man kann mit Hilfe der Inverssuche nachverfolgen, wer konkret angerufen hat, man entziffert, wer sich hinter der Rufnummer auf dem Display versteckt. So gibt es keine Missverständnisse mehr mit den Anbietern von unseriösen 0190-/0900-Nummern. Sie können ganz leicht identifiziert werden. Durch nur einen Anruf bei der Telefonauskunft ist es möglich, die Abzocker einfach zu enttarnen.
ber einige Verbraucherschützer schlagen Alarm. Sie sind der Meinung, dass durch diese
Änderungen der Telefonauskunft eine Adress-Spionage immer öfter vorkommen kann. Die Adress-Händler kommen so an die Daten und verkaufen diese. Die Werbetreibenden, Versandhäuser oder auch Versicherungen können jetzt ganz legal nach Daten recherchieren. Ihr Ziel ist es ja, so manche Kundengruppen anzuschreiben. Die Datenschützer finden das nicht gut und sprechen über einen weiteren Schritt in der Richtung "Gläserne Kunden". Außerdem ist auch stark ein Eingriff in die Privatsphäre der Personen befürchtet. Schon ein kleines Inserat in einer Zeitung mit dem Hinweis auf eine Telefonnummer, kann unangenehme Überraschungen bereiten. Es ist dann gar nicht ausgeschlossen, dass bald vor der Tür fremde Leute stehen.