Der Zirkel des Vertrauens – Swarovski Strass ist dabei
Marlene Dietrich hat einmal gesagt, dass die Freunde, die man morgens um vier Uhr anrufen kann, die sind, die wirklich zählen. Nach dieser Definition zählt meine Freundin Carla zu meinem innersten Freundeszirkel. Ich habe Carla einmal morgens um halb fünf aus den Federn geklingelt, weil meine Coccinelle Handtasche abhanden gekommen war, in der sowohl mein Geld, aus auch mein Schlüssel und Ausweis lagen. Ich weiß noch sehr genau, dass ich mich unwohl bei dem Gedanken fühlte, bei Carla vorbeizugehen und um nächtliches Asyl zu bitten. Nicht weil ich Sorge hatte, sie würde mich nicht reinlassen. Sie hätte mich nie abgewiesen. Nein, mir war es einfach unangenehm, weil wir am Abend eigentlich unseren jährlichen Dirty Dancing Filmabend machen wollten und ich ihr vorgeschwindelt habe, mir würde es nicht gut gehen.
Grund dieser Lüge war ein Typ, den Carla ein wenig mehr als nur interessant fand, der aber am Abend vor meiner Tür stand und nicht vor ihrer. Da er überaus hartnäckig war und sich nicht abwimmeln ließ, griff er in die Trickkiste, und meinte, er wolle mit mir über Carla reden. Das dies ein gemeiner Bluff war, merkte ich erst, als ich zwei Cocktails mehr getrunken hatte, als ich üblicher Weise vertragen konnte und er meinen Zustand auszunutzen versuchte. Zum Glück funktionierte mein Abwehrmechanismus noch in überzeugender Art und Weise und er zog beleidigt von dannen. Allerdings besaß er die Frechheit seinen verletzten Stolz mit Boshaftigkeit zu versehen, was zur Folge hatte, dass er mir meine Tasche wegnahm.
Nach meiner nächtlichen Beichte erteilte mir Carla die Absolution und machte mir die Gästecouch zurecht. Am nächsten Morgen weckte sie mich mit einem astreinen Katerfrühstück. Was für eine Freundin. Meinen Kaffee schlürfend und langsam Worte und Verstand wiedergewinnend, merkte ich, dass Carla ein wenig verletzt schien, dass sich der Typ statt für sie, eher für mich interessierte. Wir machten zwar Witze über ihn und verunglimpften ihn schamlos, dass einem Pfaffen bei der Beichte die Bibel aus der Hand gefallen wäre, aber sensibel wie ich bin, hatte ich das Gefühl, dass mich Carla ein wenig beneidete. Da Carla plötzlich so ruhig wurde, spielte ich irritiert und verlegen mit meinem neuen Strasssteinring, den es bei www.gogoritas.com/10193_deu.html auch zu kaufen gibt. Meine Vermutung, dass mich Carla beneidete erwies sich aber als falsch.
Carla ist nicht so ein Sensibelchen wie ich. Ich bekomme bei jeder Gelegenheit feuchte Augen, ein romantischer Film, ich fange an zu flennen, einer Freundin geht es nicht gut, ich leide mit. Carla ist da total anders. Sie ist tough und viel selbstbewusster als ich. Was sie dann sagte, erklärte im Nachhinein die kurze Phase der Stille, die ich einfach falsch deutete. Carla suchte nur nach den richtigen Worten. Sie erklärte mir, dass sie als beratende Modeexpertin nach Paris gehen würde und das sie in fünf Monaten ausziehen werde. Kaum waren ihre Worte ausgesprochen und von meinem Verstand einsortiert, füllten sich meine Augen mit Tränen. Ich bin einfach zu nah am Wasser gebaut, um so eine Mitteilung einfach wegzustecken. Und da Carla das wusste, hatte sie eine kleine Überraschung parat, die mich wieder ein wenig aufrichtete. Zwei Karten für Les Misérables in Paris. Geil, ich liebe dieses Musical.