Bereits vor fast
400 Jahren wurde von
Théophraste Renaudot in Paris 1630/31 ein Annoncenbüro ins Leben gerufen. Als Herausgeber der ersten französischen Wochenzeitung bot Renaudot nun Interessenten eine Möglichkeit, Jobs über Annoncen zu finden. Schnell entwickelten sich die Kleinanzeigen, die im Büro aufgegeben werden konnten zu einer beliebten Jobbörse, wo Arbeitgeber freie oder frei gewordene Stellen anbieten konnten. Nach kurzer Zeit waren es jedoch auch Arbeit Suchende, die im „Bureau d'adresse et de rencontre" ihre Adresse sowie Angaben über ihre Fertigkeiten ablegen konnten. Aus der ursprünglichen Vermittlung von Arbeit wurde schnell ein Anzeigenportal für Angebote aller Art.
In Deutschland kamen
Kleinanzeigen erst im ausgehenden 19. Jahrhundert in Mode und waren zunächst nur den
höheren Kreisen vorbehalten. Es dauerte noch bis zum 20. Jahrhundert, bis das Inserat von breiten Teilen der Bevölkerung genutzt wurde, um Arbeit zu suchen, Wohnungen zu inserieren, Möbel zu verkaufen oder Dienstleistungen anzubieten. Vor allem regionale Anzeigenblätter hatten Mitte der 1960er-Jahre enormen Zulauf.
Mit der Etablierung des Internets seit den 1990er Jahren verlagerte sich ein
Großteil des Kleinanzeigenmarkts in die digitale Welt. Fortan konnten
kostenlose Kleinanzeigen in vielen verschiedenen Portalen inseriert werden. Die Spanne der Kleinanzeigen im Internet ist groß. Von Kleintieren wie Hasen, Hunden oder Meerschweinchen, über Autos, Immobilien oder Möbeln finden auch Dienstleistungen aller Art ihre Leser. Auch der Bereich der Kontaktanzeigen hat mit der Verbreitung des Internets einen ungeheuren Boom erfahren dürfen.
Man wird sich fragen, wie sich der Kleinanzeigenmarkt noch weiterentwickeln wird. Erste neue Modelle gibt es bereits in den USA, wo
Kleinanzeigen in Form von Videos veröffentlicht werden können.
D. Henzel