Ursprünglich war ich dabei einen Artikel über die Lage im Irak und die organisierte Ermordung von Andersgläubigen und ganz besonders von Unschuldigen christlichen Chaldo-Assyrer und der Bombardierung von Kirchen zu schreiben. Dennoch änderte ich meine Meinung und entschloss mich aus einem wichtigen Grund über den Tod zu schreiben und über die Konfrontation mit dem Tod.
Die meisten Menschen scheuen sich, sich mit dem Tod auseinander zu setzen!
Viele Heilige, Kirchenväter, Dichter, Philosophen und Wissenschaftler haben sich mit dem Tod beschäftigt: gläubig, tröstend, verzweifelnd, spekulativ und lebenskünstlerisch. Ich möchte mich jedoch in diesem Artikel mit dem Thema auseinandersetzen und auf einige Auffassungen eingehen.
Wir hören sehr oft und fast täglich von traurigen Nachrichten über die Ermordung, Entführung oder Drohungen an Angehörigen des chaldo-assyrischen Volkes in Mesopotamien und die Emotionen nehmen uns mit. Doch manchmal tauchen die Gedanken auf: Christen haben doch Hoffnung auf das Nachleben oder wie einige es nennen „das Leben nach dem Tod" und der Ewigkeit. Warum also treibt uns dann der Tod eines geliebten Menschen manchmal in Krisen und in kaum zu überblickender Dramatik?
Die schmerzende Wunde, die der Verlust eines geliebten Menschen gerissen hat, bleibt oft lange offen, so dass der Rest des Lebens als nebensächlich erscheint. Wie man diese Menschen am besten tröstet und ihnen zur Seite stehen kann, ist jedoch individuell und auf den betroffen Menschen bezogen und deshalb auch eine sehr sensible Angelegenheit! Paulus schreibt, dass „damit ihr nicht betrübt seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben."
1. In der christlichen Theologie werden Christen schon mit der Kreuzigung mit dem Tod konfrontiert, „der für uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben"
2. schreibt deer Apostel Paulus und hat damit den Tod besiegt. Die Vergänglichkeit ist ein Phänomen unseres Lebens, die darauf hindeutet, dass der Mensch nur Gast auf der Erde ist. Deshalb soll er mit Bedacht leben und sich mit dem Alter auf die Verabschiedung von diesem Leben mit Stärke vorbereiten und sich „seinen Namen in Ehre auf Stein meißeln".
Wenn ein Mensch stirbt, so wird er meines Erachtens in die Ewigkeit, in die ewige Ruhe, ins ewige Licht gehen und zum Allmächtigen gerufen. Der Tod wird mit dieser Betrachtungsweise als Bestandteil der menschlichen Existenz gesehen. Der Trauer muss angemessen sein, denn „Wir trauern nicht wie die, die keine Hoffnung haben"
3. Denn wir alle sollen denselben Weg gehen, und der Tod, der unsere liebenVerstorbenen schon jetzt getroffen hat, ist früher oder später das Schicksal jedes Menschen. Wolfgang Amadeus Mozart, sah, dass der Tod, der wahre Endzweck unseres Lebens ist. Eine andere Betrachtungsweise besagt, dass wir in den schönsten Jahren unseres Lebens nicht sterben wollen. Den Wunsch zu sterben haben wir nur, wenn unser Leiden unerträglich zu sein scheint. Wonach wir uns in diesen Zeiten wirklich sehnen, ist nicht wirklich unseren Tod, sondern Erleichterung vom derzeitigen Leid, sondern Erleichterung. Wir würden gerne wieder gute Zeiten erleben. Wir wünschen uns keine Schmerzen mehr zu haben. Wir wünschen uns, dass unsere verstorbenen Liebsten wieder lebendig wären- Wir wollen Leben und Glück"
4. Doch kann der Tod auch als Schlüssel zur Glückseligkeit sein?
Die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele, von der Unvergänglichkeit des Geistes sieht vor, dass der sterbende Mensch in Christus die frohe Verheißung mit sich ins Grab nimmt, dass er sich daraus unsterblich wieder erheben werde. „Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei [dem Schall] der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in die Wolken; dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten."
5. Gott ist der Anfang und das Ende, da die Unsterblichkeit der Seele bloß die Rückkehr zu Gott, der Einzug in den Himmel ist. Sterben im eigentlichen Sinne bedeutet demnach dem Menschen, die irdische Hülle abzuwerfen und eingehen in das ewige Licht, in den ewigen Himmel. Diese Auffassung der Unsterblichkeit der Seele als das Werden und Sein im reinsten Lichte, im ewigen Geiste, in der himmlischen Klarheit, Heiligkeit und Wahrheit, ist die erhabenste, welche gedacht zu werden vermag.
Studien sollen bewiesen haben, dass das Nachdenken über den Tod, die Religiosität von Gläubigen verstärkt. Außerdem führt es bei religiösen Menschen zu einer größeren Zustimmung für theokratische Ideen, wie eine Folgestudie gezeigt hat. Wahrscheinlich trägt die Konfrontation mit dem Tod zu der Überzeugung bei, das eigene Leben nicht unter Kontrolle zu haben, was allgemein den Glauben an Gott und Regierung erhöht.
Die Überzeugungen von Atheisten lassen sich mit der Todeskonfrontation überhaupt nicht beeinflussen
6. Die Trauerfeier hilft zum Andenken an die Verstorbenen. Sie Erinnert aber auch viele von uns auch an frühre Verstorbene und macht uns auf unseren eigenen Tod, aufmerksam. Muss der Mensch deshalb etwa den Tod fürchten? Ich denke, wenn der Tod ein Teil unseres Lebens bleibt, so ist der Furcht bei einem Menschen, der das kennt und Glaube an das nächste Leben nach dem Tod hat an sich überflüssig. Doch ich vermag es nicht zu beantworten, ob wir den Tod unseren geliebten Menschen nicht fürchten sollen!
Ob wir es verdrängen oder nicht: Der Tod ist das große Thema unseres Lebens. Denn der Mensch ist das einzige Lebewesen, dem der liebe Gott das Bewusstsein des eigenen Todes vermittelt hat. Doch seine Stunde ist uns ungewiss!
Eine Denkerin schrieb mir zum Thema Tod, dass, „sein Leben so erfüllt und befriedigend wie möglich zu leben, bedeutet für mich persönlich, mir immer wieder (besonders in schwierigen Zeiten) vor Augen zu führen, dass ich selbst es in der Hand habe, meinem Leben eine neue positive Richtung zu geben. Diese Chance bietet sich uns in jedem Augenblick unseres Lebens. Jeder Tag, den wir (glücklich und gesund) leben dürfen ist ein Geschenk Gottes, dass wir auch so zu schätzen wissen sollten. Das Traurige an der Sache ist nur, dass wir Menschen oft ein einschneidendes Ereignis brauchen, um überhaupt uns mit dem Thema Tod zu befassen.
Raif Toma1 Der erste Brief des Paulus an die Thessalonicher (4,14)
2 Der erste Brief des Paulus an die Thessalonicher (4,10)
3 Der erste Brief des Paulus an die Thessalonicher (4,13)
4 Vgl. S. 56f, John Piper, Die Passion Jesu Christi, Christliche Literatur-Verbreitung, Ausgabe 2004, Bielefeld, ISBN 3-89397-534-9
5 Der erste Brief des Paulus an die Thessalonicher (4,17 und 18)
6 Vgl. humanistischer Pressdienst 02.07.2009