Der Swarovskigewinn - alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit
Wer sein Glück bei der Jagd auf den Lottojackpot herausfordert, wird sich an die schmerzhafte Erkenntnis gewöhnt haben, dass das Glück meist die Anderen küsst. Aber wenn einem schon die Gewinnchance von eins zu einhundertfünfzig Millionen versagt bleibt, warum kann man dann nicht wenigstens mal im Preisausschreiben, auf der Pferderennbahn oder zumindest beim Ching-Chang-Chong gegen die kleine Schwester gewinnen? Ist es nicht wie verhext? Die, die gestern im Fernsehen ein Auto gewonnen haben, gewinnen morgen die Luxuskreuzfahrt durch die Karibik im Preisausschreiben. Das Phänomen des Glücks wird sogar schon in ernsthafter Absicht wissenschaftlich untersucht. Die Frage ist, gibt es Menschen, die mehr Glück haben als andere? Verteilt sich das Glück doch nicht zufällig nach dem Gießkannenprinzip? Und wenn nur wenige Glück haben, warum mag Fortuna mich dann nicht?
Meine Großmutter ist eine leidenschaftliche Lottospielerin, aber große Gewinne konnte sie bis heute nie verzeichnen. Das schreckt sie aber nicht ab, es in der nächsten Woche wieder zu versuchen. Und grantig, neidisch oder Selbstmitleid entwickelt sie deswegen auch nicht. Sie sagt immer, dass sie dem Lottoglück bisher immer erfolgreich ausgewichen ist. Dem Mann fürs Leben ist sie aber mit dem Auto über den Fuß gefahren. Mit diesem Schicksal hat sie wohl ihr ganzes Glück auf einmal aufgebraucht.
Zum ersten Mal in meinem Leben hat Fortuna auch mal mich bedacht. Nicht das ich seit Ewigkeiten mit Lotto und Co. versucht hätte, auf mich aufmerksam zu machen. Wenn Gewinnrelationen so verteilt sind, dass es wahrscheinlicher ist, vom Blitz erschlagen und gleichzeitig von einem Meteoriten getroffen zu werden, als den Jackpot im Lotto zu knacken, spar ich mir das Geld. Das man auch ohne Geldeinsatz gewinnen kann, habe ich heute erfahren dürfen.
Meine Freundinnen und ich waren heute bei einer Shopping-Mall-Eröffnung und ich wurde als zehntausendste Kundin mit einem Geschenkgutschein über einhundertfünfzig Euro beehrt. Unglaublich aber wahr. Neuntausendneunhundertundneunundneunzig Menschen waren vor mir durch die Drehtüren des Einkaufscenters geströmt und ich bin der Glückspilz, der beschenkt wird. Nicht reich beschenkt. Ich habe nicht gerade den Jackpot geknackt, aber einhundertfünfzig Euro sind einhundertfünfzig Euro. Und da wir hier in Budapest sind, hat dieses Geld noch mal eine größere Kaufkraft und zu Hause in Deutschland. Aber ehrlich, es geht mir gar nicht um das Geld. Es geht mir um die schöne Geschichte, die dahinter steckt. Warum habe ich gewonnen? Vielleicht bin ich ja doch eine Auserwählte Fortunas und weiß es noch gar nicht. Um dies zu testen, sollte ich doch anfangen Lotto zu spielen.
Bevor wir das frisch gewonnene Geld zurück in die Geschäfte tragen konnten, wollte die Lokalpresse noch ein strahlendes Lächeln der Gewinnerin sehen. Neben den Repräsentanten des Einkaufscenters stand ich also, mit roten Backen und glänzenden Augen, ein Mädchen aus Deutschland, das endlich auch mal was gewonnen hat.
Fremdes Geld auszugeben ist einfach herrlich. Ich habe jeder von uns einen Strasssteinanhänger in Herzform von Swarovski gekauft und dazu eine leichte, silberne Halskette, damit wir zusammen eine kleine Erinnerung an diesen schönen und überraschenden Tag haben. Und das Schönste ist, ich muss kein schlechtes Gewissen haben, etwas gekauft zu haben, das ich schon ein dutzend mal im Internet, u.a. hier www.gogoritas.com/5585_deu.html erworben habe. Schmuckstücke von Swarovski.