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Der richtige Umgang mit Dachpappe

Autor: Sabine72 | Erstellt am: 23.09.2010 | Gelesen: 2353
Kategorie: Bau - Planung & Architektur | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Dachpappe muss nicht unbedingt vom Profi verlegt werden

Das gemütlichste Gartenhaus, der schönste Carport oder das Holzlager sind nutzlos, wenn sie nicht dauerhaften Schutz vor Nässe bieten. Daher gehört bei der Planung und beim Bau ein wesentliches Augenmerk der Bedachung. Unter Berücksichtigung einiger Regeln ist dies für den auch nur wenig geübten Heimwerker einigermaßen einfach selbst zu bewerkstelligen. Bei größeren Bauvorhaben, etwa dem Bau eines Wohnhauses, empfiehlt es sich für Branchenfremde hingegen, eine Fachfirma zu beauftragen, da nicht nur der Umfang dieser Maßnahme erheblich ist, sondern zudem kleine Fehler nicht so leicht zu beheben sind und die Folgen eines eventuellen Schadens nicht absehbar sind. Darüber hinaus steht der Fachmann durch die Gewährleistung im Zweifelsfall für alles Weitere gerade. Doch kleinere Projekte, vor allem aus Holz, sollten nicht abschrecken, selbst Hand anzulegen, denn sie gelingen in der Regel recht gut.

Vorbereitung

Zunächst gilt zu beachten, dass das Verarbeiten von Dachpappe nicht bei jeder Temperatur empfehlenswert ist, da die Bahnen unterschiedliche Eigenschaften besitzen. So erschwert etwa Wind das Arbeiten und die Pappe reißt beim Abrollen leicht ein, und dort wo sie eingerissen ist, muss sie nicht nur gesondert abgedichtet werden, sondern der Riss vergrößert sich sehr schnell. Des Weiteren bricht das Material bei Kälte sehr leicht und das Auslegen ist deutlich schwieriger, da es dann nicht so biegsam ist. Ist es im Hochsommer zu heiß besteht die Gefahr, dass die Fläche bereits während des Aufbringens Wellen bekommt weil es sich ausdehnt. Der ideale Zeitpunkt ist also wenn es gerade so warm ist, dass sich die Dachpappe gut biegen lässt, etwa im Frühjahr oder den frühen Abendstunden im Sommer, wenn es trocken und warm ist. Am einfachsten lassen sich die Bahnen auf festem und vor allem ebenem Untergrund verlegen, wie etwa einer Holzbedachung aus Nut- und Federbrettern oder nicht allzu großen Holzplatten. Diese wiederum sollten weder größere Fugen noch Astlöcher aufweisen und nicht federn.

Zwei Arten der Eindeckung

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie Dächer mit Dachpappe eingedeckt werden können. Handelt es sich bei dem Projekt um das Abdichten einer kleineren Fläche reicht in der Regel die so genannte einfache Deckung aus. Hierbei wird eine Bahn der Dachpappe auf Länge geschnitten, wobei ein Überstand von etwa 10 cm mit eingerechnet werden sollte. Da das Material etwas klebrig und zäh ist, empfiehlt es sich als Werkzeug entweder ein spezielles Messer zu verwenden oder ganz einfach die Pappe an der zu schneidenden Stelle kräftig umzubiegen und sie mit einer Maurerkelle an diesem Falz entlang mit schwungvollen Bewegungen von innen nach außen abzutrennen. Die Bahn wird nun mit verzinkten Pappnägeln, die einen flacheren und breiteren Kopf als normale Nägel besitzen, oben angeheftet. Die obere Kante, Dachpappe plus ungedeckte Fläche, wird mit spezieller Dachklebemasse auf einer Breite von ungefähr 10 cm eingestrichen.

Mit den weiteren Bahnen wird genauso verfahren, wobei diese die anderen jeweils um etwa 10 cm überlappen sollten. Im Abstand von 10 cm werden die Überdeckungen auf dem Untergrund festgenagelt und zudem die Bahnen im Abstand von ca. 50 cm mit quer verlaufenden Nagelreigen versehen. Alle Überlappungen erhalten die gleiche Abdichtung mit Dachklebemasse wie die obere Kante. Als letztes werden noch die Überstände umgeschlagen und am Dachvorsprung festgenagelt, damit auch das stirnseitige Holz geschützt ist und der Wind nicht unter die Pappe wehen kann. Nicht unbedingt notwendig, aber empfehlenswert ist es am Ende der kompletten Fläche noch einen Schutzanstrich zu geben.

Für etwas größere und der Beanspruchung stärker ausgesetzte Flächen kann sich eine doppelte Deckung lohnen. Bei dieser wird zunächst wie bei der einfachen Deckung verfahren, jedoch werden die Bahnen mit der unbesandeten Seite nach oben verlegt. Darüber wird nun eine zweite Schicht versetzt heiß aufgeklebt, weshalb es wichtig ist, dass bei der ersten Deckung die unbesandete Seite nach oben weist. Weitere Tipps zum Heimwerken gibt es auf www.heimwerker-szene.de
 
 
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