Der Mythos
Das Thema
Hypnose rückt in letzter Zeit immer öfter in den Fokus der Öffentlichkeit. Angefangen mit Shows, bei denen sich Zuschauer auf der Bühne zur Belustigung des Publikums hypnotisieren lassen, bis hin zu
Hypnosetherapien, in denen Krankheiten, wie beispielsweise Depressionen, behandelt werden. Schon auf den ersten Blick entdecken wir zwei grundverschiedene Richtungen der Hypnose. Auf der einen Seite die Showhypnose, die für Unterhaltung sorgt. Auf der anderen Seite die Hypnose, die zur Linderung beziehungsweise zur Heilung von Krankheiten eingesetzt wird.
Als interessierter Laie wird man schnell feststellen, dass beim Thema
Heilhypnose auch die Fachwelt gespalten ist. Wir haben hier auf der einen Seite die „
Deutsche Gesellschaft für Hypnose" (DGH), die die sogenannte „moderne" Hypnose nach Milton Erickson vertritt. Auf der anderen Seite die „klassische" Hypnose, die von der „
Freien Gesellschaft der Hypnose" FGH vertreten wird. Nur um zwei große Gesellschaften im deutschen Raum zu nennen.
Spätestens jetzt dürfte der Laie endgültig verwirrt sein. Aber was ist dran an dem
Mythos Hypnose? Denn sind wir mal ehrlich, es ist schon lustig zuzusehen, wie sich die Freiwilligen unter dem Einfluss des Showhypnotiseurs auf der Bühne „zu Affen machen", aber allein der Gedanke, willenlos einem Fremden völlig ausgeliefert zu sein, lässt jeden von uns sofort erschauern. Wer an dieser Stelle auf die erlösenden Worte: „Das ist ein Trick" hofft, der muss enttäuscht werden. Der Zustand der scheinbaren Willenlosigkeit ist tatsächlich vorhanden. In der Fachwelt wird dieser Zustand der stark eingeschränkten Kritikfähigkeit Somnambulismus genannt.
Aber wie immer hat diese Geschichte auch einen Haken. Denn nur etwa ein drittel der Menschen erreichen diesen tiefen Trancezustand überhaupt. Zwar erreichen gute Showhypnotiseure teilweise weitaus höhere Erfolge, jedoch ist das nur auf Grund einer sehr hohen Erwartungshaltung möglich. Das heißt, der zu Hypnotisierende muss davon überzeugt sein, dass er hypnotisiert wird, und auch bereit sein, von diesem Hypnotiseur jetzt hypnotisiert zu werden. Der beste Hypnotiseur wird größte Schwierigkeiten haben, eine Person zu hypnotisieren die nicht von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, oder noch schlimmer, nicht hypnotisiert werden möchte.
Achten sie bei Ihrem nächsten Besuch einer
Showhypnose mal darauf. Sobald ein Freiwilliger auf der Bühne nicht sofort in einen somnambulen Zustand fällt, wird er durch den nächsten Freiwilligen ausgetauscht. So kommt niemand auf die Idee auch nur ansatzweise die Fähigkeiten des Hypnotiseurs in Frage zu stellen. Es wird der Eindruck erweckt, dass Hypnose nur aus dem somnambulen Zustand besteht.
Und dieser Eindruck ist für die Therapeuten mehr Fluch als Segen. Denn was soll nun der Hypnosetherapeut machen, der auch die restlichen 70% der Klienten behandeln soll? Nach Hause schicken, wenn der Klient nicht sofort nach der Blitzeinleitung in Hypnose geht? Würde dies passieren, müsste er das tatsächlich tun, denn die so stark benötigte Erwartungshaltung wäre dahin. Aus diesem Grund werden Sie bei kaum einem Therapeuten mit einer sogenannten Blitzeinleitung in Hypnose ‚geschickt'. Sie werden in den meisten Fällen eine ruhige Atmosphäre vorfinden, in der Sie sich entspannen und langsam in einen wunderschönen Trancezustand sinken können.
Und an diesem Punkt scheiden sich wieder die Geister der Heilhypnose. Während die ‚moderne' Hypnose mit einer leichten Trance arbeitet, versucht die ‚klassische' Hypnose einen möglichst tiefen Trancezustand zu erreichen. In den Werbeaussagen der modernen Hypnose wird dem Klienten kein Kontrollverlust versprochen, während die klassischen Hypnotiseure diese Arbeit als Kratzen an der Oberfläche bezeichnen. Die klassische Hypnose setzt ein klares Vertrauensverhältnis zwischen
Hypnotiseur und Klient voraus. Welche der beiden Methoden erfolgsversprechender sein mag, möge jeder selber beurteilen.
Interessant wird die
klassische Hypnose, wenn man sich für Dinge wie zeitliche Rückführung interessiert. Dabei besteht die Möglichkeit, schon längst vergessene Details aus dem jetzigen Leben ins Bewusstsein zurückzurufen. Der Therapeut kann den Klienten bis zum Zeitpunkt seiner Geburt zurückführen (Regression). Es ist jedoch auch möglich, noch weiter zurück zu gehen, und landet damit zwangsläufig in einem anderen Leben (Reinkarnation). Diese faszinierende Erfahrung durfte Mandy Gerlach in Begleitung eines Fernsehteams machen. Die Erlebnisse fand sie so beeindruckend, dass sie diese in dem Buch
www.die-wiese-zum-jenseits.com beschrieben hat. Jeder der sich mehr für dieses Thema interessiert, wird hier gute Anregungen finden. Wer selbst einmal an einer Hypnosesitzung teilnehmen möchte, sollte sich einen Hypnotiseur suchen, der sein Vertrauen genießt. Und er sollte nicht zur Hypnose, mit der Erwartung, den Somnambulismus zu erleben, gehen. Die Wahrscheinlichkeit, enttäuscht zu werden wäre einfach zu hoch.
paul wall