Traumberuf Profi-Poker-Spieler
Es gibt so einige Traumberufe, den viele Menschen nachjagen, die aber nur sehr wenige Menschen erreichen werden. Einer dieser großen Wunschträume ist relativ neu: Profipokerspieler. Mit dem großen Boom der vor Jahren in dieser Szene einsetzte wuchs die Bekanntheit des strategischen Kartenspiels gewaltig an. Besonders eine Spielart war plötzlich in aller Munde:
Texas Holdem.
Diese Variante des Pokers, die aus der Sicht des Laien nur wenig mit dem 5-Karten-Poker gemeinsam hat, das man allgemein aus Western-Filmen kennt. Bei Texas Holdem bekommt jeder Spieler am Tisch zwei Karten auf die Hand. Über die einzelnen Wettrunden hinweg kommen fünf weitere Karten den Tisch – Flop, Turn und River – die als Gemeinschaftskarten dienen. Nun gilt es nicht nur, mit seinen eigenen Karten zusammen das beste 5-Karten-Set zusammenzustellen, sondern auch, durch geschicktes setzen von Chips die Gegenspieler glauben zu lassen, sie hätten das bessere der schlechtere Blatt. Es ist ein Spiel das zwischen mathematischem Verständnis, psychologischer Einfühlung und viel Erfahrung vor allem eines braucht: knallharte Disziplin.
Dennoch wurde in den vergangenen Jahren das
Pokern auf professioneller Ebene zu einem Wunschtraum für viele – besonders für junge Männer. Und mit der Beliebtheit des Spiels stieg auch die Bekanntheit der großen erfolgreichen Spieler der Szene und sie wurden zu echten Idolen der Masse an hoffnungsvollen Nachwuchsspielern. Der Lifestyle, den diese Idole lebten – um die ganze Welt von Event zu Event jetten – und die Chance auf millionenschwere Gewinne hat zweifellos einen enormen Reiz.
Ein Beispiel für einen ausgesprochen erfolgreichen Spieler ist der Kanadier Daniel Negreanu. Er konnte bereits einige der ganz großen Turniere für sich entscheiden, ist ein bekannter Name der Szene und Vorbild für viele Nachwuchsspieler. Aber auch er musste am harten Boden der Pokerschule anfangen. Nach eigener Aussage lebte er förmlich an den Pokertischen in las Vegas und spielte unzählige Hände, um sich über Wasser zu halten. Mit der Erfahrung kam dann auch der Erfolg und er konnte sich etwas zurücklehnen und spielte vor allem die großen Turniere. Mit über 12 Millionen Dollar aus Turniergewinnen kann er sich das auch leisten.
Trotz dieser unglaublichen Zahlen ist Negreanu auf dem Boden geblieben. Er sagt von sich selbst, dass er gar nicht der Typ für teure Autor, Uhren und Ketten sei. Tatsächlich spricht er lieber davon, dass man sich in der Meisterklasse der Pokerspieler ein Stück weit vom Geld lossagen muss. Es spielt sich auch schlecht um gigantische Beträge, wenn man den Kontoauszug immer im Hinterkopf hat. Vielleicht ist er gerade wegen dieser nüchternen Bodenständigkeit so erfolgreich und beliebt bei seinen Fans.