Der Sexualtrieb ist angeboren, jedoch wird keinem von uns das richtige Sexualverständnis mit auf den Weg gegeben. Daher hat unsere Gesellschaft die falschesten und unrealistischsten Vorstellungen über das Sexualverhalten, die unsere heutige Sexualität extrem negativ beeinflussen. So hört man sehr oft, dass ein richtiger Mann immer kann und immer will! Dadurch prägt sich in die Köpfe der Männer ein, dass ihre Männlichkeit, ihre Stärke und ihr ganzes Sein von ihrer Potenz abhängt.
Nach dem Motto, wer nicht potent ist, ist kein richtiger Mann!
Bei dieser Einstellung sind natürlich Erektionsprobleme ein Untergang für den Mann. Vor lauter Angst als „Schlappschwanz" abgestempelt zu werden, traut dieser sich folglich nicht darüber zu sprechen. Das führt automatisch dazu, dass er sich nicht helfen lassen will und ihm somit auch nicht geholfen werden kann. Auch der Gedanke, dass je größer und härter der Penis ist, desto befriedigter die Partnerin, ist ein völlig falscher Glaube, der den heutigen Mann nicht nur heftig unter Druck setzt, sondern folglich auch sein komplettes Sexualverhalten stört. Er denkt er müsste die Erwartungen der Gesellschaft erfüllen, was Versagensängste hervorruft und der Geschlechtsverkehr wird zu einer Art Prüfung für ihn.
Diese Ängste die Prüfung nicht zu bestehen, führen zu einer Blockade und vor allem zu einer Hemmung, die negativ auf das Gemüt und somit auf die Lust wirken und sich dadurch Erektionsstörungen entwickeln. Haben die ersten Erektionsverluste stattgefunden, ist der Teufelskreis vorprogrammiert. Beim nächsten Liebesversuch steht derjenige unter einem noch viel stärkeren Leistungsdruck, wodurch die Angst, die Unsicherheit und die Hemmung verstärkt werden und der Versuch erst recht fehlschlägt.
Sineb Ryari