Haus im Rohbau
Bei der Entscheidung über einen
Hausbau ist die Wahl zwischen Massivhaus oder Fertighaus das erste Glied einer langen Kette von Abwägungen, die schließlich zum Eigenheim führen. Wer bauen möchte und zunächst die Kosten kalkuliert, fragt sich, ob er den Massivbau oder die scheinbar bequemere Lösung durch das Fertighaus vorzuziehen hat.
Ist ein Architekt beratend zur Stelle, hat man die nötigen Anhaltspunkte zur Bauplanung. Das Architektenhaus muss nicht so viel mehr kosten als ein Fertighaus, denn auch der Architekt verfügt über Entwürfe, mit denen ein Bauunternehmen in relativ kurzer Zeit ein Massivhaus schlüsselfertig übergeben kann. Der Zeitunterschied in der Bauphase zwischen Massivhaus und Fertighaus ist nicht mehr so gravierend wie noch vor Jahren, auch die Baukosten können sich in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Auch beim Bau eines Fertighauses entstehen Hausbau Kosten. Für beide Varianten - Massivhaus oder Fertighaus - benötigt man in aller Regel eine Finanzierung. Es muss ein Grundstück gefunden werden und der Grundbucheintrag muss erfolgt sein, bevor mit dem
Hausbau begonnen werden kann.
In der Herstellung kann ein
Fertighaus sehr passgenau gefertigt sein, ein ordentliches Bauunternehmen schafft das aber auch beim Massivhaus. Der Vorteil beim Fertighaus liegt in geringeren Kosten des Materials und des Aufbaus, wobei diese Vorteile durch bessere Wärmedämmung und wesentlich längere Lebensdauer beim Massivhaus ausgeglichen werden. Im Allgemeinen kalkuliert man beim Fertighaus eine Lebensdauer von 40 - 50 Jahren, also einer Generation, beim Massivhaus setzt man etwa 100 Jahre an. Nach anderen Berechnungsgrundlagen hat ein Massivhaus gleicher Bauart und Grundfläche nach 30 Jahren einen etwa 10-15% höheren Wert als ein Fertighaus. Entsprechend ist die Finanzierung geplant. Das Fertighaus sollte in spätestens 20 Jahren bezahlt sein. Diese Angaben sind freilich Richtwerte, die Häuser können auch wesentlich länger stehen, eine Bank jedoch wird sich nach diesen Werten richten. Natürlich ist es nicht so, dass ein Fertighaus nach 50 Jahren auseinanderfällt. Aber bestimmte Bestandteile, zum Beispiel Außenwände aus Weichholz, haben eine Lebenserwartung von etwa 40 Jahren (nach Quellen von Fertighausherstellern). Sie können ersetzt werden, was jedoch teuer ist.
Entscheidend mag die Perspektive des Bauherren sein. Wer auf einem großen Grundstück für Generationen plant, dem wird ein Architekt verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, ein Bauunternehmen wird eine gründliche Bauplanung vornehmen, um schließlich ein Architektenhaus schlüsselfertig zu übergeben. In solchen Fällen ist auch die Finanzierung anders zu planen, denn ein auf Generationen vererbbares Haus muss nicht in einer halben Generation abbezahlt werden. Weitere Vorteile des Massivhauses sind Schallschutz und relative Schwingungsunempfindlichkeit. Letzten Endes spielt auch die Region, in welcher gebaut wird, eine entscheidende Rolle. Ein Fertighaus hält manchen Unwettern wenig bis gar nicht stand. In bestimmten Gegenden ist die statistische Wahrscheinlichkeit, durch Stürme oder Hochwasser betroffen zu sein, signifikant erhöht, weshalb sich dort ein Fertighaus nicht unbedingt empfiehlt.
Hans Taube