Petra Schuseil Lebenstempo Coach
Ein im Ausland lebender Deutscher ist in der Regel ein so genannter „Expat". Es ist die gekürzte Version für „Expatriate" und heißt übersetzt: Entsendete/r oder Entsandte/r. Bei Wikipedia steht erklärend „aus dem Vaterland heraus". Ein Expatriate ist jemand, der vorübergehend oder dauerhaft, aber ohne Einbürgerung in einem anderen Land als dem seiner Abstammung lebt.
Repatriation oder Reintegration bedeutet das Zurückkommen der Entsandten nach 3 oder mehreren Jahren ins Heimatland.
Die Coach hat mit ihrem Mann fast 3 Jahre in Hongkong gelebt. Sie weiß als "dependant wife" bzw. "mitgereiste Ehefrau" aus eigener Erfahrung wie schwierig das Andocken an das "alte Leben" ist. Die Rückkehr nach Frankfurt am Main jährt sich in wenigen Wochen Ende Juli. Sie weiß, es dauert fast ein ganzes Jahr sich wieder wohl zu fühlen, wirklich "zu landen".
Petra Schuseil unterstützt Frauen den Kulturunterschied in einem fremden Land zu meistern. Die Expat-Coach unterstützt aber auch, wenn es darum geht in das Heimatland zurückzukehren. Von vielen Unternehmen unterschätzt ist gerade die Rückkehr in die vertraute Heimat oder auch eine neue Stadt im Ursprungsland wie z.B. Deutschland. Unterschätzt deshalb, weil das Ankommen in der Heimat genauso gemeistert werden will und Zeit benötigt wie der Start im fremden Land, in der fremden Stadt.
In ihrem www.lebenstempo-blog.de hat sie seit ihrer Ankunft im letzten Juli über die "größten Unterschiede" zwischen Hongkong und Frankfurt geschrieben.
- Teil 1 beschreibt die Freundlichkeit, Mückenspray und Sommertemperaturen
- Teil 2 informiert über Kirchenglocken und Skype
- In Teil 3 geht es ums Taxifahren und andere öffentliche Verkehrsmittel
- und in Teil 4 schreibt die Autorin über den Frühling, den es in Hongkong nicht wirklich gibt: petraschuseil.wordpress.com/..
Petra Schuseil ist davon überzeugt, dass gerade die mitgereisten Ehefrauen Unterstützung und Begleitung während der "Rückführung" benötigen. Sie haben sich auf das fremde Land eingelassen. Haben gearbeitet, mit einer Helferin im eigenen Haus zusammengewohnt, ihre Kinder auf fremde Schulen geschickt, haben sich weiter gebildet, sich sozial und ehrenamtlich engagiert, haben den besonderen Status genossen und haben sich verändert. Sie haben fremde Länder entdeckt, sind gereist, haben Jetlags überwunden und haben Kinder, die bereits Frequent Traveller Karten besitzen. Zurück gekommen in Deutschland gilt das alles nicht mehr. Sie fühlen sich oft unverstanden und allein gelassen mit ihren Erfahrungen, ihren Sehnsüchten, ihren Wünschen, ihren Konflikten.
Bücher und Ratgeber empfehlen nach einem langen Auslands-aufenthalt mit dem Containerschiff nach Hause zu fahren. Man ist nicht innerhalb von 10 oder 12 Stunden Flugzeit zurück am Heimatort sondern fährt gemächlich über die Ozeane. Das dauert bis zu 30 Tage. Jeden Tag kann man neu Abschied nehmen und sich besinnen. Nach der Hälfte der Zeit freut man sich vielleicht auch schon auf den Heimathafen. Die lange Fahrtzeit lädt ein, Resumée zu ziehen, alle Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen ... Schritt für Schritt.
Die erfahrene Lebenstempo-Coach bietet Rituale, Gespräche und offene Ohren für den Prozess des Ankommens / der Reintegration. Es braucht Zeit. Der bekannte Satz von Konfuzius besagt: Auch eine Reise von 1000 Kilometern beginnt mit einem ersten Schritt. So beginnt auch die Landung in der Heimat und das Ankommen mit einem ersten Schritt und dauert mehr als eine Reise lang. Wer diese Zeit bewusst gestaltet, gewinnt mehr als nur schöne Fotobücher, die an exotische Tage erinnern: Selbstbewusstsein, innere Stärke, Authentizität sind nur einige wenige Qualitäten.
Bei ihrer Recherche findet die Hongkong-Expertin mehrere Diplomarbeiten, die das Thema Reintegration genauer beleuchten. Unter anderem schreibt Franziska Schmidt in ihrer Arbeit mit dem Titel: „Reintegration von Mitarbeitern nach Auslandsentsendungen":
Bei der Rückkehr in die Heimat sieht sich der Rückkehrer mit dem Problem konfrontiert, dass er bestimmte soziale Fähigkeiten und Normen der eigenen Kultur vergessen hat bzw. unbewusst die Regeln des Gastlandes in der Heimat anwendet. Dies kann einerseits zu Un- und Missverständnissen bei den Daheimgeblie-benen führen, aber andererseits auch bei dem Rückkehrer zu 'anxiety (…) in social and work situations when they realize they have forgotten an important social proto-col' führen. Der Rückkehrer sollte sich bewusst sein, dass er zunächst auch bestimmte soziale und berufliche Interaktionsregeln der Heimatkultur erneut lernen muss und sein Verhalten dementsprechend anpassen muss.
Quelle: www.diplom.de/katalog/arbeit/12349Die Autorin Sylvia Bötje analysiert in ihrer Diplomarbeit das Thema wie folgt: "Repatriation: Analyse der Schwierigkeiten bei der Rückkehr von Auslandsmitarbeitern und der dazu vorgeschlagenen psychologischen Modelle".
Quelle: www.diplom.de/katalog/arbeit/8953Petra Schuseil hat ein E-Buch über Ihre Zeit in Hongkong und über das Abschiednehmen geschrieben:
www.dim-sum-sind-kleine-herzenswärmer.deFrankfurt den 12. Juli 2010, Petra Schuseil