Ginkgo Blätter
Der Ginkgo-Baum nimmt eine Sonderstellung unter den Baumarten ein. Er ist der letzte Vertreter seiner biologischen Familie und kommt als natürlicher Bestand nur in zwei Provinzen im Südwesten Chinas vor. Die Blätter des Ginkgo-Baumes wurden bereits im alten China bei verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt. Wie wertvoll den Menschen diese Heilpflanze war, zeigt sich dadurch, dass die Blätter zeitweise sogar als Zahlungsmittel benutzt wurden.
Von Ginkgo-Blättern und Samen
Ginkgo Blätter besitzen eine einzigartige charakteristische Form: Das Blatt ist gefächert und hat einen tiefen Einschnitt. Dieses Aussehen verdankt der Ginkgo seinem urzeitlichen Ursprung als Nadelbaum. Im Frühjahr sprießen die Blätter hellgrün, im Sommer dunkeln sie ein wenig nach, um sich dann im Herbst goldgelb zu verfärben. Anfang November verliert der Ginkgo seine Blätter. Der Kern des Ginkgosamens wird in Japan gekocht als Beilage verzehrt oder geröstet als Knabberei serviert. Auch als Gewürz findet der Samenkern in der asiatischen Küche Verwendung. In Europa werden vorwiegend die männlichen Pflanzen angebaut, da der Geruch der Samen nach Buttersäure hierzulande als unangenehm empfunden wird.
Ginkgo als Straßenbaum und Heilpflanze
Mitte des 18. Jahrhunderts fand der Ginkgo seinen Weg von Asien nach Europa. Seither wird er vorzugsweise an Straßen und in Parks gepflanzt, da der Baum eine hohe Resistenz gegen Schädlinge und Autoabgase bzw. andere Umweltverschmutzungen aufweist. In den 60er Jahren wurde die heilende Wirkung der Ginkgo Blätter von deutschen Medizinern wiederentdeckt. Vor allem in Frankreich und den USA gibt es seit 1980 große Ginkgo Plantagen mit einer eigens für die medizinische Nutzung gezüchteten Sorte. Aus den Ginkgo Blättern wird ein Trockenextrakt hergestellt, der die medizinisch wirksamen Substanzen in einer festgelegten Konzentration enthält.
Einsatzgebiete des Ginkgo-Extrakts
Die Wirkstoffe des Ginkgo werden zur Behandlung verschiedener Symptome eingesetzt. Die Substanzen wirken durchblutungsfördernd bei arteriellen Durchblutungsstörungen. Beispielsweise empfiehlt der Arzt bei Schwindel und Tinnitus häufig ein Ginkgo-Präparat.
Für ältere Menschen empfehlen sich ebenfalls Präparate aus Ginkgo Blättern zur symptomatischen Behandlung von altersbedingtenGedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Man ordnet diese Medikamente den Antidementiva zu, sie werden zur Verbesserung der Gehirnleistung eingesetzt. Die Substanzen der Ginkgo Blätter wirken direkt in den Nervenzellen und fördern die Übertragung von Nervensignalen im zentralen Nervensystem. Neue Studien haben eine Verbesserung des Lernvermögens und der Gedächtnisleistung bei Altersdemenz ergeben.
Gute Verträglichkeit - keine bekannten Wechselwirkungen
Die Behandlung von Demenz gilt in der Medizin bislang noch als schwierig. Es gibt nur wenige Antidementiva, deren Einsatz nachhaltigen Erfolg verspricht. Auch Ginkgo Präparate müssen regelmäßig eingenommen werden, da sie symptomatisch an den Nervenzellen ansetzen und nur bei langfristiger Zufuhr ihre Wirkung entfalten können. DerGinkgo Extrakt ist allerdings für eine dauerhafte Behandlung recht gut geeignet, da er in der Regel gut verträglich ist und kaum unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten. Sinnvoll ist es, die Behandlung mit einem Ginkgo-Präparat gleich bei ersten Anzeichen von altersbedingten geistigen Leistungseinbußen zu beginnen. Unterstützend wirkt dabei gezieltes Gedächtnistraining wie zum Beispiel Gehirnjogging. Jede regelmäßige geistige Aktivität, sei es Rätsel lösen oder lesen, hilft dabei, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu trainieren und zu erhalten.
Autor: Christian Stephan