René Schnitzler - warum ist der der Spielsucht verfallen?
Im Falle des deutsche Fußballspielers René Schnitzler werden immer mehr Details bekannt, welche die Fragen nach den Schuldigen hinter dieser ganzen Geschichte um Geld und Spielsucht aufwerfen. René Schnitzler – inzwischen Ex-Profi vom Verein Sr. Pauli – verschuldete sich gewaltig in Spielbanken, weil er einfach nicht aufhören konnte zu zocken. Der tiefste Punkt dieser Abwärtsspirale war wohl das annehmen von 100 tausend Euro von der Wettmafia, wofür er fünf spiele seines Verein manipulieren sollte. Die Manipulation blieb er schuldig, das Geld aber nahm er.
Soweit ist es bekannt und nun werden Beschuldigungen hin und hergeschoben. Der Spieler beschuldigt das Management, ihn durch Deals mit dem Sponsor – einem Pokeranbieter – in die Spielsucht getrieben zu haben. Die Vereinsleitung aber zeigt sich verwundert, überrascht und entrüstet; „Wir haben davon überhaupt nichts gewusst." Sagt der Manager Christian Bönig. Und dann sind da noch die Männer der ominösen Wettmafia, die Schnitzler Geld liehen, dass er nicht zurückzahlen konnte. Offenbar waren die Männer diesen Geschäftes durchaus bekannt. Im Casino Schenefeld gehörte einer von ihnen zur Stammkundschaft, doch statt zu spielen saß er den ganzen Tag an der Bar und trank Kaffee. Wenn Spieler ihr Geld verzockt hatten und dennoch nicht nachhause wollten, konnte sie bei ihm etwas Geld leihen – aber zu hohen Preisen. Innerhalb von einer Woche musste die Summe zurückgezahlt werden und ein Zuschlag von 20% dazu. Auch Schnitzler soll bei diesem zwielichtigen Gesellen geborgt haben. War also die Wettmafia Schuld?
Der neuste Verdächtige im Fall Schnitzler sind die Spielbanken selbst, in denen der Kicker sein Geld verzockte. Die Anklage lautet, dass dem Spielsüchtigen Zugang zu den Tischen gewehrt wurde, obschon er lange in vielen deutschen Casinos gesperrt war. "Wenn jemand gesperrt ist und doch mit Wissen des Casinos spielt, kann die Spielbank verklagt werden. Nach unseren Erfahrungen müssen die Casinos die verlorenen Gelder komplett zurückzahlen!" erklärt Ilona Früchtenschnieder. Sie ist vom Fachverband für Glücksspielsüchtige und erwartet juristischen Ärger für die Casinos, sollte sich der Verdacht bestätigen.
Ob es hier aber wirklich zu einem deutlichen Urteil kommen wird, ist durchaus fraglich. Schließlich hat Schnitzler sich auch nachweislich schon mit falschem Personalausweis den Zugang zu Spielbanken verschafft. Und auch wenn er nicht das Geld beim Live-Poker verzockte, waren es die Online Tische im Internet, wo er die Tausender ließ. Vielleicht ist der wahre Schuldige im Fall Schnitzler gar nicht so schwer zu finden.