EUR/USD 2003-2009
Wenn am kommenden Donnerstag die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main zusammentreten, geht es um viel mehr als die als sicher geltende Leitzinssenkung um 25 Basispunkte von 1,25% auf 1,00%. Die EZB wird gleichzeitig ihre Entscheidung bezüglich so genannter „unorthodoxer" Maßnahmen verkünden zur weiteren Erhöhung der Geldmenge.
Unorthodoxe Maßnahmen, im englischen Sprachraum auch „Quantitative Easing" genannt, werden bereits in den USA, Japan, Großbritannien und Schweiz seit längerer Zeit eingesetzt. Die amerikanische Fed hat ihre Aktivitäten diesbezüglich im März 2009 weiter verstärkt und kauft Staatsanleihen, um die Zinsen im Hypothekenmarkt zu senken. Finanziert wird das Ganze durch die Notenpresse einhergehend mit einer stark steigenden Bilanzsumme der Fed. Die Bank von England, Bank of Japan und Schweizerische Nationalbank setzen ähnliche Mittel ein.
Nachdem die Bundesregierung mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in 2009 um 6% ausgeht, einen Wert den die Bundesrepublik zuvor noch nicht gesehen hat und die Probleme in der Eurozone vielschichtig sind (in Spanien liegt die Arbeitslosenrate bei 18%), kommt der EZB Entscheidung eine Schlüsselrolle zu. Beim EZB Leitzins will man allerdings nicht unter 1,00 Prozent gehen.
Auswirkungen auf den Euro
Die Erwartungen sind hoch im Markt. Noch einmal wird man die EZB nicht gewähren lassen, nachdem beim Treffen im April 2008 der EZB Leitzins lediglich um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent gesenkt wurde und die Entscheidung zu „unorthodoxen Maßnahmen" auf das Treffen in der kommenden Woche vertagt hatte.
Die Europäische Gemeinschaftswährung wird dies zu spüren bekommen und eine weitere Abwertung gegenüber dem US-Dollar steht an. Das derzeitige Niveau bei 1,3300 erscheint deutlich zu hoch und eine Euro Abwertung würde insbesondere der exportlastigen deutschen Wirtschaft ein wenig helfen. Schaut man sich Modelle zur Bestimmung von Wechselkursen wie Kaufkraftparität an, so liegt ein
fairer EUR/USD Kurs bei etwa 1,2000. Gleiches gilt wenn man den Hoch- und Tiefkurs der europäischen Gemeinschaftswährung seit der Einführung addiert und durch zwei teilt:
1,6000 + 0,8000 = 2,4000 geteilt durch 2 = 1,2000
Bis Ende Juni 2009 sollte der
Bereich zwischen 1,2000-1,2500 erreicht werden.
Christian Tübben