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Der ELBERADWEG von Süd nach Nord

Autor: TVSSW | Erstellt am: 19.07.2010 | Gelesen: 757
Kategorie: Reisen - Urlaub & Tourismus | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Unterwegs in einer bezaubernden Flusslandschaft

Elberadweg, Foto: Sylvio Diettrich
Elberadweg, Foto: Sylvio Diettrich
Flüsse sind die Straßen der Natur. Der Mensch hat sie sich auf seine Weise zu Nutze gemacht. Sie sind Verkehrsader für Geschäftige, Wasserallee für Freizeitschlenderer oder Urlaubschaussee für Radwanderer. Letzteres ist unter den Deutschen äußerst beliebt. Laut ADFC-Radreiseanalyse 2010 radelten im Vorjahr 85,4 Prozent aller Radurlauber an deutschen Wasserrouten entlang. Eine Strecke tut sich in der jährlichen Umfrage dabei immer wieder hervor: Der Elberadweg. Er schmiegt sich auf 860 Kilometern links oder rechts an die Elbe und führt im Süden von Schöna in der Sächsischen Schweiz bis nach Cuxhafen an die Nordsee. Zum 6. Mal in Folge wurde die Route durch insgesamt sieben Bundesländer auch 2010 zum beliebtesten inländischen Radfernweg gekürt. Der Elberadweg gehört zu den reizvollsten und abwechslungsreichsten Radwanderrouten Europas. Zwischen der tschechischen Grenze und der Nordsee warten vielfältige Landschaftsformen, spannende Historie und einzigartiges Kulturerbe auf die Bewunderer per Rad. Wegen des äußerst geringen Gefälles lässt sich die Strecke gleichwohl flussauf- wie flussabwärts befahren. Aufgrund der vorherrschenden Hauptwindrichtung wird empfohlen, flussaufwärts zu radeln.

Der südliche Abschnitt

Der südliche Teil der Radroute beginnt mit dem Naturidyll Elbsandsteingebirge. Die Landschaft ist der ehemalige Grund eines Kreidemeeres im greisen Alter von 100 Millionen Jahren. So alt und gerade deshalb präsentiert sie sich so wunderschön, diese bizarre Felsenwelt aus herrschaftlichen Tafelbergen, markanten Vulkankegeln, wildromantischen Schluchten und vor allem faszinierenden Ausblicken. Auf diesen Naturhöhepunkt am Elberadweg folgt ein Kulturhöhepunkt. Sachsens Glanz und Gloria vereinen sich im prunkvollen Dresden. Frauenkirche, Brühlsche Terrasse, Semperoper und Zwinger erheben sich direkt an der großen Flussdame. Mit ihren berühmten Schlössern, Museen und Theatern bietet die sächsische Landeshauptstadt ein einzigartiges Flair. Stoppen und Staunen ist hier Pflicht. Stromabwärts führt der Radweg mit dem blauen „e" entlang der Sächsischen Weinstraße mitten ins Herz des kleinsten und nordöstlichsten deutschen Weinbaugebietes. Diese Region, in der Weinreben in rot bis grün die Hänge schmücken, titulieren die Einheimischen als Sächsisches Elbland. Kultur und Traditionen sind hier genau so zu Hause wie guter Wein. Sehenswert sind z.B. das Karl-May-Museum in Radebeul und die zauberhafte Altstadt Meißens mit dem Burgberg und seiner 300 Jahre alten Porzellan-Manufaktur. Von Meißen geht es über Riesa und die Rolandstadt Belgern in die einstige kurfürstlich-sächsische Residenz Torgau. Torgau wartet mit Schloss Hartenfels und der Marienkirche auf, in der Katharina von Bora, die Ehefrau des großen Reformers Luther, ihre Grabstätte hat.

Die mittlere Abschnitt

Danach begegnen Radwanderer gleich drei Mal dem UNESCO-Welterbe: Dazu gehören die Lutherstadt Wittenberg - mit Luther- und Melanchthonhaus sowie der Schlosskirche – weiterhin der Landschaftspark Dessau-Wörlitz und die Bauhausstadt Dessau. Was die Welterbekonvention zum Erbe der gesamten Menschheit erklärt hat, sollte jedem Radwanderer ein Besuch wert sein. Kurz hinter der sachsen-anhaltischen Grenze beginnt das »Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe". Es erstreckt sich 400 km entlang der Elbe bis nach Lauenburg in Niedersachen. Hier gibt es die größten zusammenhängenden Auewald-Komplexe Mitteleuropas mit einer einzigartigen Flora und Fauna. In Magdeburg grüßt das beeindruckende Ensemble aus Dom, Kloster „Unser Lieben Frauen" und Johanniskirche die Ankommenden schon von weitem. Es kündet von der großen Geschichte der Landeshauptstadt. Magdeburg zeigt sich aber auch modern mit dem Hunderwasser-Architekturprojekt Grüne Zitadelle von Magdeburg. Historisch bedeutsam geht es in der Altmark weiter mit hunderten romanischen und gotischen Kirchen. Die einstigen Hansestädte Tangermünde, Stendal, Havelberg und Werben präsentieren stolz imposante Dombauten und mächtige Stadttore. Doch auch die Natur kommt nicht zu kurz. Die Elbtalauen in der Altmark und der Prignitz bieten herrliche Naturerlebnisse. Im Sommer macht besonders Gevatter Storch in seinen roten Strümpfen von sich reden. Zu bestaunen ist er in großer Zahl vor allem im storchenreichsten Dorf Europas, in Rühstädt.

Der nördliche Abschnitt

Auch im Norden setzt sich der anregende Mix aus faszinierender Natur und Kultur fort. Im Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe" durchqueren Altwasserarme die Feuchtwiesen, wechseln Dünen und Deiche. Amphibien, zahlreiche Vogelarten und sogar Biber sind hier zu Hause. Malerische Ortschaften wie Hitzacker, Boizenburg oder Lauenburg ergänzen das Bild des Betrachters mit ihren Häfen, Speichern und Schifferhäusern. Wer mehr über die Schifffahrt wissen will, ist hier richtig. Vielerorts informieren Museen über die Natur und die Nutzung der Flusslandschaft. Kurz vor Ende des Radweges wird es noch einmal weltstädtisch, wie es sich für einen ins Meer mündenden Strom gehört. Da thront die alte Hansestadt Hamburg mit Hafen, Landungsbrücken und belebten Flaniermeilen. Ozeanriesen brummen tiefe Töne übers Wasser und scheinen sich von ihren Weltreisen zu erzählen. Westlich der Stadt beherbergt das »Alte Land« Deutschlands größtes zusammenhängendes Obstanbaugebiet. Einen Abstecher lohnen die Altstädte von Stade und Glückstadt.

Inzwischen wird die Elbe immer breiter – so breit, dass man kaum noch das andere Flussufer sieht. Die Radwanderer sind an der Elbmündung angekommen und werden vom Nordseeheilbad Cuxhaven mit dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer maritim empfangen.

Der Elberadweg in Tschechien:

Der Elberadweg in Tschechien bietet auf ca. 370 Kilometern radtouristisches Abenteuer, Radfahren durch fruchtbare Elbebenen, über Berge, durch Täler und historische Stadtkerne. Er führt bis zur Elbquelle im Riesengebirge. Unterwegs, unterhalb der historischen Weinstadt Melník, mündet die Vltava/Moldau in die Elbe. Von dort führt der Moldauradweg auf einer ca. 60 Kilometer langen Route bis in die goldene Stadt Prag.

Für Radler, die den Elberadweg auf der tschechischen Seite erkunden möchten, hält der Tourismusverband Sächsische Schweiz das Faltblatt „Willkommen am Elberadweg in Tschechien" kostenfrei bereit. Weitere Informationen dazu bietet die Stiftung Partnerschaft: www.nadaceprtnerstvi.cz.

Information
Wissenswertes zum gesamten Elberadweg findet sich entweder im 86-seitigen kostenlosen Handbuch „Elberadweg" oder online unter: www.elberadweg.de.
 
 
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