Bambus - ein Werkstoff der Zukunft
Für den Laien ist das Angebot an verschiedenen Hölzern, die man zum Beispiel im Rahmen der Gartengestaltung verwenden kann, schier grenzenlos. Der Kunde sucht sich sein Lieblingsholz nicht immer nach den optimalen Kriterien aus. So ist es für diese Menschen oft nur entscheidend, ob das Holz den richtigen Farbton trifft. Die wichtigeren Aspekte, wie zum Beispiel Zugfestigkeit, Splitterresistenz oder Feuchtigkeitstoleranz werden dabei leider oft völlig außer Acht gelassen.
Wenn die Hölzer dann in einem so genanten Mitnahmebaumarkt erstanden wurden, in denen der Kunde diese Hölzer ohne die Beratung eines Fachverkäufers erwirbt, ist der Ärger über einen Fehlkauf fast vorprogrammiert.Ein Fachmann oder auch der versierte Heimwerker schaut zuerst, wo das Holz zum Einsatz kommen soll, und entscheidet dann, welches Holz am ehesten die geforderten Eigenschaften aufweist. Bei Holzböden im Innenbereich gibt es seit Jahren eine nützliche Entscheidungshilfe, die es auch dem nicht fachkundigen Käufer erlaubt, die Ware selbst einschätzen zu können. Es gibt so genante Nutzungsklassen der verschiedenen Oberflächen. So ist etwa die Klasse 21 zwar für den privaten, nicht allzu intensiv genutzten Bereich gut geeignet, keinesfalls sollte man den gleichen Boden jedoch in einen gewerblich genutzten Bereich verlegen. Da wäre dann die Klasse 31 anzuraten, die für stark beanspruchte Bereiche, wie zum Beispiel Flure in Frage kommt.
Generell wird so genanntes Bau oder Konstruktionsholz in verschiedene Güteklassen und Bearbeitungszustände unterteilt. So entspricht ein Brett, das ungehobelt, also sägerau ist, einer schlechteren Güteklasse als gehobeltes Holz. Es wird auch deutlich unterschieden, aus welchem Teil des Stammes das Holz geschnitten wurde. So genanntes Hirnholz ist besonders verzugsanfällig, und sollte vor dem Kauf unbedingt per Augenmaß auf Verzug überprüft werden.
Besonders wichtig ist die richtige Wahl der Hölzer für den Außenbereich. Da diese Konstruktionen stark schwankenden Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, müssen sie wesentlich resistenter sein, als Holz, das im Haus Verwendung findet. Diese Hölzer sind nicht nur extremen Temperaturschwankungen von -20 bis + 35 °C ausgesetzt, sie müssen auch starken Zug- und Schubkräften standhalten. Besonders bei Sichtschutzzäunen oder ähnlichen Konstruktionen ist gute Qualität Und die richtigen Holzeigenschaften für Außenstandorte unabdingbar.
Bei Sichtschutzelenenten hat in den letzten Jahren besonders Bambus und anderen Hölzern zu Recht den Rang abgelaufen, da er über ausgezeichnete Produkteigenschaften verfügt. Ohne Kennzeichnung gibt es übrigens künstliches Holz, wie Kunstbambus, der in vielen Eigenschaften dem natürlichen Bambus noch überlegen ist.
J Lorenz