Mulmige Gedanken an die Geburt, manche sogar richtiggehend Angst davor sind keine Seltenheit bei Schwangeren. Viel sachliche und mutmachende Information rings um den Geburtsverlauf, wie sie zum Beispiel in Geburtsvorbereitungskursen gegeben wird ist hilfreich. Doch da Angst ein Gefühl ist, das sich gern als blockierte Energie im Körper festsetzt, ist es sinnvoll, an das Lösen der Ängste mit Entspannung und loslassendem Atem heranzugehen. Ein Werkzeug, das jede Frau bei sich trägt und das leicht einsetzbar ist.
Angst macht Anspannung und Druck. Angst verhindert das ungestörte Fließen des Atems. Angst blockiert die Freude aufs Baby. Dennoch ist Angst auch ein normales Phänomen in der Schwangerschaft. Etwas Neues, etwas Anstrengendes, etwas zeitlich nicht Planbares kommt auf die werdende Mutter zu. Zur Vorbereitung auf die Geburt gehört das Wahrnehmen dieser Angst ebenso wie das Loslassen von eben dieser Anspannung. Hier ist es immens wichtig, sich immer wieder Zeit für sich selbst zu nehmen. Zeit, in der auch der Kontakt zum Baby intensiv und innig ist, denn beide – Mutter und Kind – sind während der Geburt ein Team und unterstützen sich als solches.
Kinder fühlen sehr deutlich, wie es der Mutter gerade geht. Angstatem ist kurz und flach, Vertrauensatem sanft und tief. Wenn nun in der Schwangerschaft also dem blockierten Atem immer wieder mit sanftem Loslassatem begegnet wird, lernt das Kind schon im Mutterleib, dass mit etwas Ruhe und Aufmerksamkeit alles „lös"bar ist. Dies fördert das Vertrauen zueinander und den Mut, gemeinsam ins Abenteuer Geburt einzusteigen.
Anfangs kann es schwierig sein, wenn Angstgedanken vorherrschen, diese loszulassen und in eine Entspannung zu sinken, in der der Atem lösen hilft. Hierfür ist es hilfreich, gesprochene Audios zu nutzen, um sich ein bisschen führen zu lassen. Einer Stimme zu lauschen und „mitzugehen" ist einfacher, als sich immer wieder selbst an die Entspannung zu erinnern.
Eine entspannte Geburt setzt ein Loslassen der Ängste voraus und damit eben auch körperlicher Anspannungen. Denn Verkrampfung macht zusätzlichen Schmerz, der nicht nötig ist.
Autorin:
Gabi Steinbach, Hebamme/Entspannungspädagogin,
www.sanft-entspannt.de