Christian Flühr
Es klingt fast schon unglaublich, aber der in München ansässige Christian Flühr will in 24 Stunden 55.555 Höhenmeter talwärts rasen und damit den bestehenden Weltrekord um knapp 10.000 Meter in die Höhe schrauben. Der Mann, dessen Wurzeln fernab der Berge in Oberhausen liegen, sorgt seit knapp einem Jahrzehnt für Furore auf Ski und hat in der Zwischenzeit 11 Weltrekorde auf Ski aufgestellt, darunter auch die kaum vorstellbare Bestleistung von 264 Stunden auf Ski im letzten Winter in Obergurgl. Am 13. bis 14. Januar geht es dieses Mal eher um Geschwindigkeit, denn Flühr bleiben nur 24 Stunden für den Rekord. Schauplatz der neuerlichen Rekordjagd wird Oberaudorf in Bayern und Kössen in Tirol sein.
Gute Wetterprognosen für den Versuch

Der Skirennläufer ist inzwischen vor Ort angekommen und fuhr sich am Samstag, 10.01.09, letztmalig vor dem Start unter Flutlicht am Oberaudorfer Hocheck ein. Dort wird der Nachtteil des Weltrekordversuchs stattfinden. Die Bedingungen, die momentan vor den Toren Kufsteins auf den Pisten herrschen können kaum besser sein. Satte Minusgrade und wolkenlosen Winterwetter sorgt für ideale Pistenbedingungen. Die Wetterprognosen für die bei Tage des Versuchs sind ebenfalls bestens, keine Wetteränderung ist in Sicht.
"Der Schnee am Hocheck ist perfekt. Schnell und hart, besser könnte es für den Rekordversuch nicht sein. Ich freue mich auf die neue Herausforderung." Freut sich ein aus tiefster Seele strahlender Christian Flühr nach dem Einfahren am Hang. Wer Flühr in diesen Tagen beobachtet, merkt sehr schnell, dass den Skirennläufer keine Zweifel an der Machbarkeit seiner Leistung plagen, sondern er eher eine Zuversicht eine weitere Weltbestleistung zu erbringen ausstrahlt.
Trotzdem schränkt Flühr ein: "Es gibt viele Unbekannte, die ich nicht überblicken kann. Den Rekord in der Tasche habe ich erst nach 47.000 Höhenmetern und das wird ein hartes Stück Arbeit. Ich habe mich gut vorbereitet und es gibt mental wirklich gar nichts, was mich zurzeit belastet. Das war bekanntlich beim letzten Indoor-Rekord noch ganz anders. Das Leben macht seit Anfang Dezember wieder richtig Spaß und das gibt mir ganz viel Kraft."
Leistung nur im Team machbar

Hinter der Leistung eines der wohl bemerkenswertesten Skifahrer, die Deutschland momentan zu bieten hat, steckt aber fernab der Verbandsstrukturen ein umfangreiches Team, ohne das die Leistungen von Flühr nicht machbar wären. In Oberaudorf und Kössen begleitet ein 14-köpfiger Tross den Skirennläufer.
Das Team ist kommt dieses Mal aus 3 Nationen (Deutschland/England/ Niederlande) und wird gemanagt von Dr. Christian Schmidt, der im normalen Leben Arzt im Klinikum in Augsburg ist. "Ohne diese Leute, die alle dafür ihren Urlaub und ihre Freizeit opfern, würde ich bei den Weltrekordfahrten ziemlich nackt im Wind stehen. Diese für Otto-Normal-Skifahrer kaum vorstellbaren Leistungen sind nur im Team machbar." Ist sich der 11-fache Weltrekordler in jeder Hinsicht der Wichtigkeit seiner Begleitmannschaft bewusst.
Vergleich Flühr vs. Otto-Normalskifahrer
Bei einem Vergleich von den Leistungen die Flühr auf Ski zu einem Durchschnittsskifahrer erbringt, ist schnell erkennbar, wie weit außerhalb des normalen Vorstellungsvermögens die Flühr'schen Weltrekorde sind. An einem kompletten Skitag (8 Stunden) schafft der normale Urlauber bestenfalls rund 10.000 Höhenmeter. Flühr will in der dreifachen Zeit fast 6 Mal so viel bewältigen. Bei seiner Rekordfahrt in Obergurgl Anfang 2008 war der Skiprofi auf seinen Brettern so lange ohne Pause unterwegs, wie ein normaler Skifahrer, der eine Woche in der Saison in den Skiurlaub fährt, in seinem ganzen Skifahrerleben. "Aber das ist nichts besonders, es ist ja mein Beruf, andere Menschen können dafür vieles besser als ich." Gibt sich Flühr abschließend ganz bescheiden. Der virtuelle Ritt über die beiden Pisten für den Weltrekordversuch in Oberaudorf und Kössen ist ab sofort auf
www.cf-1.net möglich. Die Kamerafahrt absolvierte Flühr persönlich.
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