Rückenleiden sind in Deutschland in den vergangenen Jahren zu einer echten Volkskrankheit geworden. Kaum jemand, dem nicht gelegentlich oder gar chronisch der Rücken zwickt. Die Ursachen sind so verschieden wie die Behandlungswege. Wichtiger denn je ist die Prävention, die vor dem Schlimmsten bewahren kann.
Wie kommt es, dass heutzutage in der vermeintlich gesündesten Gesellschaft seit Langem, Rückenschmerzen derart um sich greifen? Vieles hängt mit unserem Lebenswandel zusammen, denn die Paarung aus Bürotätigkeit und wenig Bewegung ist eine unheilvolle für den Rücken. Falsche Haltung und Verspannung gehören neben akuten Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. In jedem Falle ist es angebracht, den Arzt aufzusuchen und die genaue Ursache zu ermitteln. Denn nur dann ist eine fachgerechte Behandlung möglich. Denn meist lass sich Rückenschmerzen gut behandeln, wenn sie richtig diagnostiziert werden.
Um zu vermeiden, überhaupt Probleme mit dem Rücken zu bekommen, sollte man einige wichtige Hinweise beachten. Besonders wichtig ist der Aufbau einer gesunden Muskulatur im Rücken durch Sport und Übungen. So verspannen diese weniger leicht und stabilisieren zusätzlich die Haltung, was in späteren Jahren Haltungsschäden vorbeugt.
Grundsätzlich sollte man schwere Gewichte so gut es geht vermindern und sofern möglich bspw. die Einkäufe in mehreren Gängen in den Vorratskeller bringen. Gerade bei Kindern sollte man darauf achten, dass Schulranzen nicht überladen sind mit schweren Büchern. Denn bei Kindern ist die Wirbelsäule noch formbar, falsche Belastung kann sich hier schnell niederschlagen.
Das Ziel, den Rücken der Kinder zu schonen, wird meist von der Füllung der Ranzen konterkariert. Denn diese überschreitet die Grenze von zehn Prozent des Körpergewichts, die als Faustregel gilt, meist deutlich, was zum Teil auch den vollen Stundenplänen mit hohem Bedarf an Lehrbüchern geschuldet ist. Doch gerade darauf sollte man achten, denn die Rücken der Kleinen sind empfindlicher, als man denkt. Gerade die Wirbelsäule ist noch leicht verformbar und permanente Fehlbelastung kann sich in späteren Jahren rächen.
Als schonende Alternative zu Ranzen haben sich in den letzten Jahren daher auch immer mehr die so genannten
Kindertrolleys etabliert: Statt das Gewicht zu tragen, können die Kinder es auf Rollen hinter sich herziehen. Für Kindertrolleys und Ranzen gilt jedoch insgesamt dasselbe: Es kommt stark auf das Modell an. Generell sollte man sich fachlich beraten lassen und daran denken, dass ein Ranzen meist eine jahrelange Investition ist, die sich später noch auszahlen kann.
Rückenschmerzen sind also durchaus behandelbar, man sollte sich lediglich der kleinen und großen Gefahren im Alltag bewusst sein und diese meiden. So lässt sich in vielen Fällen das Leiden mindern.
Dirk Staudinger