Die Amtsverwaltung in Brück
Seit der Wiedervereinigung schrumpft die Bevölkerung in den neuen Bundesländern. Neben der sehr niedrigen Geburtenrate von 1,4 Kindern je Frau ist der Hauptgrund dafür die Abwanderung meist gut ausgebildeter, junger Menschen, unter ihnen mehr Frauen als Männer. Zurück bleibt in der Regel eine sozial schwache, alternde Bevölkerung. Derartige Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur führen zu einschneidenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen auf allen Ebenen.
Die Boomregion Potsdam-Mittelmark
Mehr als die Hälfte der deutschen Landkreise und kreisfreien Städte wird nach der aktuellen Bevölkerungsprognose des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung schrumpfen und bis zum Jahr 2025 deutlich an Bevölkerung verlieren. Zu den Boomregionen mit einem Bevölkerungsgewinn von mehr als zehn Prozent werden nur wenige Kreise gehören: Sie liegen vor allem im Umland von Berlin (Potsdam-Mittelmark) und München. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark profitiert vor allem von der Zuwanderung.
Die Schulsituation: Brück ist die angenehme Ausnahme
In den Jahren seit der Wiedervereinigung sind in den neuen Bundesländern mehr als 2000 Schulen geschlossen worden- und dieser Konsolidierungsprozess dauert nach wie vor an. Zum Teil sind heute auch Grundschüler bei ihrem Weg in die Zentralschule schon mit Fahrzeiten von bis zu zwei Stunden konfrontiert. Schwindet aber die Schule aus dem Ort, verliert er schlagartig an Interesse für junge Familien.
Dieser Faktor ist mit Sicherheit der entscheidende Schlüssel für den Zuzug von Familien und jungen Erwachsenen in dem Alter, in dem sie eine Familie gründen, nach Brück. Brück ist stolz auf seine hochprämierte Grundschule und die innovative Oberschule, zwei Kindergärten und das Eltern-Kind-Zentrum.
Die Mobilität
Aus Rentabilitätsgründen haben sich Beförderungsunternehmen größtenteils aus den ländlichen Räumen zurückgezogen. Bahnlinien sind eingestellt; Busse verkehren nur noch im Schülerverkehr. Besonders für Menschen mit Kindern ohne ein eigenes Auto sind solche Räume kaum noch zu nutzen- und entsprechend wenig attraktiv. Aber selbst für Autobesitzer bedeuten die vielen Fahrten eine hohe Belastung: Zur Arbeit, zum Einkaufen, für Schule und Freizeitaktivitäten der Kinder müssen weite Strecken zurückgelegt werden. Immer mehr Angebote verschwinden aus dem Raum und werden in wenigen zentralen Orten konzentriert. Die Mobilität ist ein entscheidender Faktor für die Anziehungskraft einer Region, wie man am Beispiel von Brück sieht: Bahnanschluss, Buslinien, Autobahnanbindung- Brück hat alles.
Keine Spur von Langeweile und Isolation in Brück
Die meisten Dörfer und Gemeinden in der Peripherie sind durch ein hohes Maß an sozialer Isolierung gekennzeichnet. Dienstleistungen sind kaum noch erhältlich, die Post hat geschlossen, ein Lebensmittelladen ist oft nicht mehr vorhanden, es gibt keine einzige Gaststätte. Das Leben ist auf das nächste Regionalzentrum ausgerichtet, das mit dem Wagen angefahren muss. Diese Situation erschwert den einzelnen Haushalten – gerade Familien mit kleinen Kindern – die Organisation des Alltags: Sie müssen alles einzeln beschaffen und alle nötigen Versorgungsdienste individuell organisieren.
Brück ist mit allen Infrastrukturen bestens versorgt: das Ärztehaus, die Amtsverwaltung und das Einkaufszentrum sind für die Bürger der Stadt genauso selbstverständlich, wie die Gaststätte, die Hotels, die DHL-Packstation und zahlreiche Dienstleistungsbertriebe.
Quellen:1. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: „Demografischer Wandel. Ein Politikvorschlag unter besonderer Berücksichtigung der Neuen Länder"
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