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Delfinschützer des WDSF kritisieren Geburtstagsfeier im Duisburger Delfinarium

Autor: JueOrt | Erstellt am: 12.05.2009 | Gelesen: 1548
Kategorie: Freizeit - Hobby & Unterhaltung | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Veterinäramt Duisburg schreitet nicht ein

Duisburger Delfinarium in der Kritik
Duisburger Delfinarium in der Kritik
Duisburg/Hagen - Das Wal- und Delfinschutz-Forum im westfälischen Hagen kritisiert zum 75. Geburtstag des Duisburger Zoos das Auftaktkonzert der Feierlichkeiten im Delfinarium wegen unzumutbarer Beschallung.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller (55): „Auch wir gratulieren dem Duisburger Zoo gerne zum Geburtstag. 75 Jahre sind aber auch ein Anlass, vermeidbare Fehler zu unterlassen. Klimawandel und Artensterben sollten dazu führen, dass gerade ein Zoo sensibilisiert mit gefangenen Delfinen umgeht. Die hochintelligenten Meeressäuger sind schon genug gestraft, in den relativ kleinen Betonbecken ihr Dasein zu fristen. Ein Orchesterkonzert im Delfinarien, auch wenn es sich um das gespielte Divertimento von Mozart handelt, erzeugt eine Schallkulisse, die sich nicht über die Phonzahl der Instrumente sondern über die Schallintensität definiert, die weitaus intensiver von den Delfinen empfunden wird, als für das menschliche Gehör.

Delfine verfügen über eine hochsensible Echolokation und ein entsprechendes Hörempfinden, was in freier Natur über Kilometer reicht.. Der Schall dupliziert sich im Wasser um das Mehrfache als in der Luft und beeinträchtigt das Hörempfinden der Tiere erheblich. In den Haltungsbedingungen des Säugetiergutachtens der Bundesregierung ist als rechtsverbindliche Grundlage der Dezibelwert mit 40 dB für Delfinarien definiert, um die Tiere vor intensiver Beschallung zu schützen. Ein Zoodirektor muss eine unnötige Beeinträchtigung der Meeressäuger vermeiden, ansonsten begibt er sich in den Bereich der Tierquälerei."

Das Argument des Zoos, dass sich die Tiere in die hinteren Becken zurückziehen könnten sei unprofessionell, meint das WDSF, weil der sich Schall im Wasser ausbreitet und in jeder Ecke des Delfinariums reflektiert. Eine Intervention beim zuständigen Veterinäramt der Stadt Duisburg als Aufsichtsbehörde zum Schutz der Tiere blieb unbeachtet. Das WDSF erwägt nun rechtliche Schritte gegen die vermutete Tierquälerei. „In der freien Natur leiden die Meeresbewohner bereits über unerträgliche Lärmbelästigungen durch den Menschen, da sollte dies in einem Zoo strikt unterbleiben. Wir bemühen uns intensiv, dass die drei von ursprünglich neuen Delfinarien aus Artenschutzgründen geschlossen werden", sagt WDSF-Chef Ortmüller.

Ein Bundestagsantrag von Bündnis90/Die Grünen „Die Gefangenschaft von Delfinen unverzüglich beenden", über den am morgigen Mittwoch im Deutschen Bundestag abgestimmt wird, geht in die gleiche Richtung der Tierschützer.

WDSF-Geschäftsführer
Jürgen Ortmüller
0172/876 2002
 
 
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