Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Deflation - Inflation - Währungsreform?

Autor: Ziermann | Erstellt am: 09.11.2009 | Gelesen: 1184
Kategorie: Geld - Versicherung & Vorsorge | Bewertung: Unbewertet
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Wie sich die Notenbanker verrechnen und wie Anleger clever darauf reagieren und verdienen können

Der GAU an den Finanzmärkten ist abgewendet.  Allmählich machen sich die Beobachter Gedanken darum, wie es in den kommenden Monaten weiter gehen wird. Den Schlüssel, das ist klar, halten die Notenbanken in der Hand. Sie haben die Märkte und die Konjunktur mit kräftigen Finanzspritzen und Sondermaßnahmen in der Liquiditätspolitik vor dem Zusammenbruch bewahrt. Zwangsläufig rückt nun der Zeitpunkt näher, dass die Notenbanken weltweit ihre Hilfsmaßnahmen wieder reduzieren. Die Preisfrage lautet: Wie werden Wirtschaft und Märkte darauf reagieren?

Fest steht, dass es noch nie in einer Krise Rettungsmaßnahmen solchen Ausmaßes gegeben hat. Darum ist auch der Weg zurück zur Normalität nicht vorgezeichnet. Vielmehr wird selbst in den Notenbanken heftig über das wahrscheinlichste Szenario diskutiert. Dabei befinden sich die Geldhüter rund um die Welt in einer Zwickmühle. Denn sie fürchten sowohl eine galoppierende Inflation. Noch mehr Sorge aber haben sie vor einer dauerhaften Deflation.

Das größte Problem der Notenbanker ist jedoch, dass ihnen in der vergangenen Krise klar vor Augen geführt wurde, dass die herkömmlichen Analysesysteme, Bewertungsmodelle und Maßstäbe nicht mehr zu stimmen scheinen. Die Werkzeuge, die sie zur Steuerung der Wirtschaft (US-Notenbank) und zur Wahrung der Geldwertstabilität (EZB) nutzen, scheinen nicht mehr die richtigen zu sein. Am auffälligsten zeigt sich das bei der Messung der Inflationsrate. Die wird mit dem Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessen und ausgedrückt. Und dieser HVPI hängt wesentlich von der Zusammensetzung des sogenannten Warenkorbs ab. Darin sind die Dienstleistungen und Güter des täglichen Bedarfs (Brot, Obst, Bier, Autos, Kühlschränke usw.) gesammelt und gewichtet.

Aber: Zunehmend wichtige Kostenblöcke des täglichen Bedarfs sind nicht im Warenkorb enthalten. Dazu zählen zum Beispiel die Hauspreise oder finanzielle Aufwendungen zur Altersvorsorge. Die Begründung: Egal ob Renditeobjekt oder zur Eigennutzung – Immobilien sind angeblich Vermögensgegenstände, die nicht konsumiert würden. Aus diesem Grund seien diese Vermögenspreise für Notenbanken für ihre Aufgabe nicht relevant. Das ist Unfug. Denn die meisten Menschen haben erst mal ein Haus zur Eigennutzung gekauft und sparen so die laufende Miete. Und: Altersvorsorgeaufwendungen sind mittlerweile Pflichtausgaben, die das monatliche Einkommen verringern. Steigen also die Preise für Wertpapiere, steigen auch die monatlichen Aufwendungen für die Altersvorsorge. Das bedeutet auch: „Inflationieren" die Vermögenspreise, ist das genau so ein Kaufkraftverlust wie wenn sich das Geld entwertet.

Wenn aber Notenbanken mit billigem Geld die Märkte versorgen, wie das US-Notenbankchef Greenspan mehr als ein Jahrzehnt getan hatte, dann zeigt sich das heute zuerst und relativ prompt an den Märkten. Beispiel DAX: Der Index stand am 9. März 2009 am Tief bei 3.666 Punkten. Nach den Zinssenkungen auf historische Tiefstände kletterte der Index auf aktuell etwa 5.500 Punkte. Das ist ein Plus von über 50% - mitten in der Krise. Beim Dow Jones Index verkläuft die Entwicklung ebenso. Hier nehmen die Märkte aber nicht die wirtschaftliche Stabilisierung und steigende Gewinne vorweg. Nein, die Investoren schieben das extrem billige Geld einfach auf den Markt, auf dem sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in kurzer Zeit schnelles Geld verdienen. Sie haben einen „Anlagenotstand", der bei den geringen Festzinsen von anderen Vermögensanlagen nicht gemildert wird.

Dass die Vermögenspreise in der Inflationsmessung (noch) keine Rolle spielen, sollte schlaue Anleger und langfristige Investoren jedoch nachdenklich machen. Denn selbst wenn es auf Seiten der Verbraucherpreise Preisstabilität zu verzeichnen gibt, stellt sich die Frage, wohin der große Geldstrom fließt. Wahrscheinlich ist, dass er lange Zeit von Markt zu Markt schwappt. Erst in Aktien, wenn die Zuversicht groß ist. Dann wieder in Anleihen, wenn der Pessimismus wieder wächst. Da aber Anleihen einen Teil ihres Nimbus der sicheren Anlage verloren haben, fließt es dann in Realwerte –etwa Immobilien und auch Rohstoffe. Diese können längst verbrieft gehandelt werden. Somit spekulieren die großen Banken und andere institutionelle Anleger kräftig mit Rohstoffen, die sie im Leben nicht verarbeiten wollen. Sichtbar wird das beispielsweise an der Flucht der institutionellen Anleger ins Gold. Das hat den Goldpreis inzwischen auf über 1.000 US-Dollar je Feinunze getrieben.

Erst über die Rohstoff-Spekulation wird die Vermögenspreisinflation früher oder später dann auch beim Verbraucher ankommen. Denn steigende Kosten für Blei, Stahl, Kaffe und Mais müssen irgendwann von den Produzenten durchgereicht werden, sonst verdienen sie selbst nichts mehr an ihren Produkten. Die Konsumenten zahlen das dann letztlich an der Supermarktkasse. Dann werden auch die Notenbanker feststellen, dass die Liquiditätsschwemme zu Inflation geführt hat.

In der Zwischenzeit wird es für Anleger und Investoren darum gehen, zur richtigen Zeit in den richtigen Markt zu investieren. Und vor dem Platzen der entsprechenden Vermögenspreisblase wieder auszusteigen. Dafür wird es im Jahr 2010 reichlich Möglichkeiten geben.

Stefan Ziermann
Ressortleiter FUCHSBRIEFE
 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Geld - Versicherung & Vorsorge:
Dienstunfähigkeitsabsicherung von Beamten
Richtig planen für die Rente
Krankenzusatzversicherungen für Kinder
Pflegezusatzversicherung - heute schon an morgen denken
Die passende Krankenversicherung für Studenten
Sinn und Zweck einer Rechtsschutzversicherung
Wer kann sich wann wie bei der PKV versichern?
Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte

comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von Reiner Tiroch am 18.11.2009
Wie blauäugig der Schreiber vom Abwenden des Gaus berichtet. Das schöne Wort der Politiker mit Finanzregulierung ist nichts anderes als eine versteckte Währungsreform welche dem Gau in nichts nachstehen wird. Nur wer jetzt noch vom Sparer verdienen will, bringt sowas daher.







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.