Kinder im Livipur-Vorschulzentrum in Senegal
Um den Kindern aus Kathiotte (Senegal) eine Zukunft in der ländlich geprägten Gegend im Südwesten des Landes zu bieten sind sie auf eine gute und frühe Bildung angewiesen. Die Livipur GmbH finanziert hier ein Vorschulzentrum, in das Kindergarten und Schule vereint und in dem Kinder aus ärmeren Familien gefördert und betreut werden.
Bereits 95 Kinder in Betreuung
Im fertig gestellten Livipur-Vorschulzentrum werden inzwischen 95 Kinder in drei verschiedenen Räumen im Alter zwischen drei und fünf Jahren betreut und auf den Grundschulunterricht vorbereitet. Der angrenzende Spielplatz bietet ausreichend Raum für Bewegung und Gelegenheit für Spaß an frischer Luft.
In Kathiotte nicht selbstverständlich sind die angeschlossenen Sanitäranlagen, die die Gesundheitserziehung zu beispielsweise regelmäßigem Händewaschen und zur Toilettenbenutzung erleichtern. Erzieherinnen und Mütter wurden für die Erziehung und Betreuung bereits ausgebildet.
Eine Mutter berichtet: „Unsere kleinen Kinder waren in ständiger Gefahr. Wir selbst waren auf dem Feld und die Kinder blieben alleine. Bei uns gibt es offene Brunnen, Feuerstellen und herumliegende Werkzeuge. Wir Mütter waren in ständiger Unruhe. Jetzt sind wir erleichtert, weil unsere Kinder im Livipur-Vorschulzentrum sicher sind. Dies bedeutet Hoffnung für eine Generation, die sich selbst überlassen war!"
Kinder waren auf sich allein gestellt
Bislang wurde die Betreuung der Drei- bis Fünfjährigen entweder vollständig vernachlässigt oder älteren Geschwistern aufgetragen. Viele Familien schickten die Kinder auf Koranschulen, da dort spirituelle Werte vermittelt und die Kinder beaufsichtig werden. Die Unterrichtsqualität sowie auch die Betreuung sind jedoch oft mangelhaft.
In der neu errichteten Vorschule wird deshalb in drei Stunden an der Woche islamischer Religions- und Arabischunterricht angeboten. Dies hat sich in der Region bereits bewährt, denn diejenigen Eltern, die sich auf Grund des Religionsunterrichtes für die Koranschule entschieden hätten, zogen dieser das Livipur-Vorschulzentrum vor.
Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und den Behörden
Damit Bildungsangebote bei der Bevölkerung auch langfristig erhalten bleiben, kommt es auf
Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und den Behörden an. In Kathiotte funktioniert das erfreulicherweise sehr gut. Die Mitarbeiter in Kathiotte haben Bewohner und Entscheidungsträger von Beginn an in die Planung eingebunden und zum Beispiel Eltern über Kinderrecht und Bildung sowie die Bedeutung frühkindlicher Entwicklung unterrichtet. Das Zentrum ist staatlich und der Staat somit für ausreichende Finanzierung von Betreuern zuständig. Das Livipur-Vorschulzentrum wird durch ein gewähltes Komitee gemeinsam mit dem Bildungsministerium verwaltet. Dessen Mitglieder wurden im Vorfeld gründlich auf ihre Aufgaben vorbereitet.
Neue Räume in der Grundschule
Im Anschluss an den Besuch des Livipur-Vorschulzentrums wird ein Großteil der Kinder die Grundschule in Kathiotte besuchen. Dort wurden zwei weitere Klassenräume errichtet, um die Lernbedingungen ausreichend anzupassen. Die Kinder können bestmöglich auf den Grundlagen der Vorschule aufbauen, da der Unterricht deswegen auch in der Regenzeit in normaler Klassengröße stattfinden kann.
Livipur-Vorschulzentrum als Vorbild
Die Erfahrung aus vergleichbaren Projekten zeigte, dass Kinder, die eine frühkindliche Erziehung genossen, schon in der ersten Klasse dasselbe Lernniveau zeigen wie andere Kinder der dritten Klasse. Das Vorschulprojekt pflegt bereits Kontakte zu anderen Initiativen im Senegal.
Planungen für 2012
Im Jahr 2012 sollen einige Maßnahmen umgesetzt werden. Zum Beispiel sollen in Santhie Gal Ngone ein weiteres Gebäude gebaut, 6 weitere Erzieherinnen für die neu zu errichtende Schule ausgebildet, weitere Veranstaltungen zur Aufklärung durchgeführt und die Vorschulverpflegung beworben und eingeführt werden.