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Das Volk der Sorben (Wenden) und ihre Kultur in der Lausitz.

Autor: tom-33 | Erstellt am: 23.02.2010 | Gelesen: 1195
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Die Kultur der Sorben als fester Bestandteil der zweisprachigen Oberlausitz sowie ihre Wurzeln.

Im 7. Jahrhundert siedelten sich erste westslawische Stämme aus Böhmen und Schlesien kommend in einigen, weitgehend unbewohnten germanischen Gebieten an. Unter ihnen auch der Stamm der Milzener, welcher in der heutigen Oberlausitzer Region um Kamenz und Bautzen sesshaft wurde. Diesen Volksstamm bezeichnen wir heute als Sorben, was jedoch einzig auf eine sprachliche Verallgemeinerung zurückzuführen ist. Eine räumliche Bewegung der zwischen Saale und Mulde lebenden, tatsächlichen Sorben hat es nicht gegeben. In der deutschen Sprache wurden die übergesiedelten westslawischen Stämme zusammenfassend als Wenden bezeichnet. Auch diese Bezeichnung finden wir bis heute im allgemeinen Sprachgebrauch vor.

Der Erhalt der sorbischen Kultur in der Oberlausitz ist ausschließlich auf das Wirken des Zisterzienser-Klosters St. Marienstern zurückzuführen. Seine katholische Ausrichtung, mit dem Papst als Oberhaupt, der sehr viele Nationen vereint, führte zum Erhalt der sorbischen Sprache und somit auch zum Erhalt dieser Kultur. Der weitaus größte Teil der Wenden gehörte jedoch der evangelischen Kirche an. Diese hatte die Struktur einer Landeskirche mit deutsch-sprachigen Landesherren. So kam es, dass der Großteil dieser Stämme über die Jahre mit dem deutschen Volk verschmolzen ist.

Es verwundert nicht, dass die so verbliebene, sorbische Kultur untrennbar mit dem katholischen Glauben verbunden ist. Man spricht in dieser Region auch von einer sorbisch-katholischen Kirche. Sie ist geprägt von intensiver Glaubenspraxis, vielen Jesus-Kreuzen, Betsäulen und Heiligendarstellungen an den Wegesrändern. So manche kleine Kapelle befindet sich zu dem vor dem Haus oder dicht am Feld. Diese Intensivität ist für Außenstehende und vor allem für Nichtkatholiken durchaus nicht leicht zu verkraften. Möglicherweise ist das auch ein Schutz vor weiterer deutscher Assimilation.

In alten Zeiten lebten die wendischen Stämme in dezentralen Strukturen. Dieses prägende Element hat sich in Teilen bis heute erhalten und kann unter Anderem in der Lage der sorbischen Ortschaften sowie ihrer Erreichbarkeit vorgefunden werden. Diese liegen in einem verwinkelten und auffallend unübersichtlichen Straßennetz ohne durchgehende Fernstraßen. Allerdings wird das seit der Wende zunehmend als Mangel erkannt und durch modernen Straßenbau ersetzt.

Den wohl bedeutendsten Höhepunkt erlangt die sorbische Kultur am Osterfest, dem so genannten Osterreiten. Das ist eine großflächige Prozession mit heute 10 Prozessionszügen und insgesamt mehr als 1500 Reitern sowie ihren Pferden. Sie reiten am Osterfest in das Umland und verkünden dabei singend und betend die Frohe Botschaft.

Zur Kultur der Sorben zählt weiterhin ein reicher Sagenschatz. Die Mittagsfrau oder der Wassermann sind den Lausitzern gut bekannt. Kaum ein Ort, der nicht auch einen solchen mythologischen Hintergrund aufweisen kann. Hervorzuheben währe zu dem die Krabat-Sage. Sie war Vorbild für den gleichnamigen Hollywood-Spielfilm und gelangte dadurch zu weltweiter Berühmtheit.

geschrieben von H. Müller
 
 
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