In den Krisenzeiten nach dem ersten Weltkrieg, d.h. in den 20iger und 30iger Jahren wurde eine ganze Reihe von Tätigkeiten eingeschränkt, so etwa das Hausieren nach dem
Hausierpatent und der Gewerbeordnung, der
Schuhwarenversandhandel oder auch Tätigkeiten wie das Handlinienlesen, die Graphologie, das Kartenaufschlagen, die Sterndeuterei oder die Wahrsagerei. Die
Rechtsordnung war von zunehmender Restriktion geprägt.
Das verbotene entgeltliche Handlinienlesen
Die sogenannte Handlesekunst oder auch Chiromantie, Chiromantik, oder Chirologie bezeichnet eine Dienstleistung, aus der Form und den Linien der Hand, d.h. der Physiognomie der Hände einer Person für diese nützliche Rückschlüsse für die Gegenwart oder Zukunft zu ziehen. Diese in Krisenzeiten der 20iger Jahre entgeltlich angebotene Dienstleistung wurde mit der niederösterreichischen Verordnung verboten.
Die verbotene entgeltliche Graphologie
Die Graphologie oder Schriftpsychologie beschäftigt sich mit der Analyse der Handschrift von Individuen zum Zweck der psychologischen Diagnostik und einer darauf aufbauenden Beratung. Diese in Krisenzeiten der 20iger Jahre entgeltlich angebotene Dienstleistung wurde mit der niederösterreichischen Verordnung verboten.
Das verbotene entgeltliche Kartenaufschlagen
Das sogenannte Kartenlegen oder auch Kartomantie oder Chartomantik ist ein Teilbereich der Wahrsagung. Der Kartenleger sieht sich in der Lage, mit Hilfe von Spielkarten über Situationen, Personen und Zukunft etwas aussagen zu können, ohne faktisches Wissen zu benötigen. Diese in Krisenzeiten der 20iger Jahre entgeltlich angebotene Dienstleistung wurde mit der niederösterreichischen Verordnung verboten.
Die verbotene entgeltliche Sterndeuterei
Die Sterndeuterei oder Astrologie bezeichnet verschiedene Lehren, die aus den Positionen von Himmelskörpern Ereignisse, Schicksal und Persönlichkeitsmerkmale von Menschen deuten. Diese in Krisenzeiten der 20iger Jahre entgeltlich angebotene Dienstleistung wurde mit der niederösterreichischen Verordnung verboten.
Die verbotene entgeltliche Wahrsagerei
Die Wahrsagerei oder Mantik wird eine Lehre bzw. Methode zusammengefasst, die dazu dienen sollen, zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder anderweitig verborgenes Wissen zu erlangen, das den normalen Sinneswahrnehmungen nicht zugänglich ist. Diese in den Krisenzeiten der 20iger Jahre entgeltlich angebotene Dienstleistung wurde mit der niederösterreichischen Verordnung verboten.
Die Verwaltungsstrafen
Bei Zuwiderhandeln gegen das entgeltliche Anbieten des Handlinienlesen, der Graphologie, des Kartenaufschlagens, der Sterndeuterei und der Wahrsagerei konnten Ordnungsbußen bis zu 1.200.000,- Kronen oder die Anhaltung von 6 Stunden bis zu 14 Tagen ausgesprochen werden.
Autor: Dr. Fritz Simhandl, Autor Fleedstreet