Römische Münzen - pixelio von Dieter Schütz
Erste Ansätze einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Münzen sind in den Münzkabinetten an frühneuzeitlichen Höfen zu finden, in denen Fürsten Geldstücke aus aller Welt zusammentragen und ausstellen ließen. Zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert nahm das Interesse professioneller Historiker an der Numismatik zu. Münzen gehörten zu den ursprünglichsten Überlieferungsformen, die im Gegensatz zu literarischen Zeugnissen nicht durch Abschriften über die Jahrhunderte hinweg verfälscht werden konnten. Daher maß man Münzen besonders für die Erforschung von Antike und Mittelalter einen hohen Quellenwert zu. Noch heute widmet sich die Numismatik vorwiegend diesen Epochen. An den Universitäten wird sie häufig in Verbindung mit Altertumswissenschaft und Archäologie gelehrt. In Wien befasst sich ein eigenes wissenschaftliches Institut mit Numismatik, während ähnliche Aufgaben in Deutschland an Museen und Münzkabinetten angesiedelt sind. Dort befasst man sich vor allem mit der Beschreibung und Interpretation neuer Fundstücke und der Erstellung von Ausstellungskatalogen.
Münzen sind in Moderne und Vormoderne gleichermaßen normierte Gebrauchsgüter. Während moderne Kurs- und Gedenkmünzensätze in der Regel vollständig erhalten sind, sind für Antike und Mittelalter nur ein Bruchteil der im Umlauf gewesenen Geldstücke bekannt. Allerdings werden bei Ausgrabungen immer wieder neue Stücke entdeckt. Daher ist die Fundmünzennumismatik der aktivste und innovativste Teil der Numismatik. Seit dem 19. Jahrhundert haben sich Methoden zur Bestimmung und chronologischen Ordnung von Fundmünzen etabliert. Die Stempelanalyse widmet sich dem Prägestempel und zieht so Rückschlüsse auf den Prägezeitpunkt. Dieser lässt sich außerdem durch eine Metallanalyse der Münze feststellen. Nach erfolgter Datierung kann eine weitergehende Interpretation der Münze vorgenommen werden. Ihr Metall und Wert in Kombination mit dem Fundort geben Auskunft über wirtschafts- und sozialgeschichtliche Fragen. Die Interpretation des Prägebildes sagt zudem etwas über die Politik- und Kulturgeschichte der Epoche aus. Bei der Befassung mit späteren Epochen verschiebt sich der Fokus der Numismatik vom Einzelfund zur Geldgeschichte, die mit der zunehmenden Geldwirtschaft seit dem späten Mittelalter an Relevanz gewinnt.
, ob aus dem Altertum oder der Neuzeit sehr begehrt. Vor allem im Online-Handel es seit einigen Jahren renommierte Münzhändler sowie Münzhandelshäuser, die unterschiedliche Epochen und Sammlergebiete bedienen und es den Münzfreund möglich macht, seine Münzsammlung zu erweitern.