(Online-Artikel.de) - 10. Weltrekordversuch zusammen mit Sylvie Maier im Februar im Allgäu
Knapp eine Woche ist es nun die unglaubliche 264-stündige Rekordfahrt in Obergurgl her. Christian Flühr (34,
www.cf-1.net, SC Pallas Berlin) demonstrierte vom 11.-22.01.08 im hinteren Ötztal, dass für ihn normale menschliche Grenzen auf Ski nicht gelten. Trotz einer Rippenfraktur und einer Nasenverletzung, die sich der Skirennsportler während der Rekordfahrt bei unfreiwilligen Stürzen zuzog, verbesserte er mit 264 Stunden nonstop seinen bestehenden Marathon-Skiweltrekord um knapp einen Tag oder genau 21 Stunden und 18 Minuten.
Der Deutsche beeindruckte nicht nur die Gäste im schneesichersten Skigebiet der Alpen, sondern auch die Wissenschaft, die im Bereich Schlafforschung und Leistungsdiagnostik ganz neue Ergebnisse bekam. Christian Flühr will nach Rekord Nummer 9 weitermachen. Das genaue Ziel ist noch offen, zunächst wird er sich an einem neuen Weltrekord auf Ski Ende Februar versuchen: Bei „THE Race Across THE Allgäu" sollen im Bereich Vorarlberg-Allgäu-Tirol unglaubliche 62 Liftanlagen in 9 verschiedenen Skigebieten an einem einzigen Skitag benutzt werden. Neben Christian Flühr wird Sylvie Maier (19,
www.snowangel.de.ms, TV Altötting) versuchen den Damenweltrekord zu verbessern.
Wetterkapriolen und SonnenscheinAls Christian am vergangenen Montag, 22.01.08, um Punkt 16.30 Uhr nach 264 absolvierten Stunden im Skigebiet von Ober-/Hochgurgl von seinen Ski stieg, war Ihm die Anstrengung sichtlich ins Gesicht geschrieben. Bereits auf der Weltrekordparty wenige Stunden nach Zieldurchfahrt zeigte der deutsche Mister Marathon-Ski einmal mehr seine Konditionsstärke und war einer der letzten, der die Disco „Lodge" in Obergurgl verließ. Der letzte Tag der Rekordfahrt war übrigens auch der Härteste der gesamten 11 Tage auf Ski. Christian erzählt warum: „Gefühlte 60 cm Sichtweite, Windspitzen von weit über 100 km/h und dazu Temperaturen von knapp -5°C sind eigentlich alle Grausamkeiten auf einmal, die der Winter zu bieten hat."
Obwohl Flühr weitestgehend mit dem Wetter Glück hatte, war der letzte Tag der Rekordfahrt nicht der einzige Schlechtwettertag. Auch zum Start und den nächsten Tagen bot der Winter alles auf, um Flühr das Leben schwer zu machen. Dazu gab es dann auch noch am ersten Abend ein knapp 90 minütigen Ausfall der Flutlichtanlage, den der Deutsche aber mit Humor aufnahm: „War schon ziemlich dunkel aber der Piste. Zunächst habe ich mir gedacht, dass sich die Gurgler eine ganz besondere Schwierigkeit einfallen lassen haben, um zu testen, aus welchem Holz ich geschnitten bin."
Prominente für FlührChristian Flühr beeindruckte bei seiner Rekordfahrt alle, selbst der Deutsche Star-Komiker Christian Tramitz und der Landeshauptmann von Tirol Dr Herwig von Staa, der übrigens Verwandtschaft in Christians gebürtiger Heimat Oberhausen im Ruhrgebiet hat, zogen vor dem deutschen Skirennläufer ihren Hut. TV-Moderator Goofy Förster ließ es sich nicht nehmen, Christian einen Nachmittag auf Ski persönlich zu begleiten und war sich danach sicher: „Christian ist eine Baustelle für sich, der ist mit normalen Maßstäben nicht zu messen. Wie der auch nach mehr als einer Woche die Pisten runtersegelt, ist unglaublich." Christian Flühr bevorzugt auch nach vielen Stunden auf Ski immer noch die Geschwindigkeit und rast ziemlich häufig im dreistelligen Geschwindigkeitsbereich die Pisten hinab. „Drei bis vier Fahrten im abfahrtsmäßigem Speed müssen pro Tag einfach sein. Trotzdem lege ich viel Wert darauf, dass ich niemanden auf den Pisten gefährde, weil ich ja im ganz normalen Skibetrieb unterwegs bin. Nur ich muss, beziehungsweise darf mich, nicht am Lift anstellen." Stellt Flühr klar.
Neue Erkenntnisse für die WissenschaftFür die Wissenschaft im Bereich der Schlafforschung und Sportwissenschaft wurden in Obergurgl neue Türen aufgeschlagen. Die beiden renommierten Wissenschaftler Professor Dr. Dr. Martin Burtscher von der Uni Innsbruck und der Privatdozent Dr. Nikolaus Netzer aus Salzburg erhielten wissenschaftliche Ergebnisse während der 11 Tage auf Ski, die es in dieser Form bis heute nicht gab. „Es sind so viele interessante Daten bei dem Weltrekordversuch herausgekommen, dass es nun einige Zeit dauern wird, bis wir alle Werte analysiert haben." Freut sich Doktor Christian Schmidt, der die Studien vor Ort leitete und auch als Teamarzt für Christians außerordentlich guten Zustand verantwortlich zeichnete. „Ich kann nur danke sagen, Christian, auf der einen Seite, und Sabrina Hoever als Physiotherapeutin haben geradezu Wunder bewirkt. Es fehlt mir an nichts, nur eine kleine Druckstelle am linken Fuß. Das gab es zuvor noch nie!" bedankt sich der Weltrekordler. Die beiden gehören zu einem Knapp 30 köpfigen Begleitteam, die den Rekord im Hintergrund erst möglich machten.
Weltrekord Fortsetzung ?!?Bei den Feierlichkeiten zum Weltrekord war dann auch ziemlich schnell klar, dass es im Winter 2008/09 wohl zu einem neuen Weltrekordversuch in Ober-/Hochgurgl kommen wird. Sascha Falkner von den Bergbahnen in Obergurgl erklärt warum: „Christian hat sämtliche Erwartungen, die wir an die Rekordfahrt gestellt haben übertroffen und ist zudem ein sehr sympathischer Zeitgenosse, der zum positiven Image des schneesichersten Skigebietes in den Alpen in Ober-/Hochgurgl betragen kann. Und diese Leistungen ist weitab jedes Vorstellungsvermögens. Wir können nur gratulieren und DANKE sagen!"
Christian Flühr brachte das auf eine ganz einfache Formel: „Skifahren ist einfach geil. Warum also aufhören, ich mache weiter. Was, wann und wo, das bekommen wir sicher hin, aber eines ist sicher: Obergurgl ist eines der wirklichen weißen Paradiese, wo die Abfahrten traumhaft lang, anspruchsvoll sind und Platz für jeden da ist. Dazu diese Berge im hinteren Ötztal, einfach traumhaft."
THE Race Across THE AllgäuBevor Christian Flühr im kommenden Winter wieder nach den Sternen greifen will, gibt es im Herbst eine Verbesserung des bestehenden Indoor-Weltrekordes in der SnowWorld im holländischen Landgraaf und Ende Februar dann den wohl wildesten Ritt, den die Skigebiete in Christians Wahlheimat, dem Oberallgäu, wohl erlebt haben. Zusammen mit Sylvie Maier wird Flühr Ende Februar 62 Liftanlagen in 9 verschiedenen Skigebieten in Vorarlberg Bayern und Tirol an einem einzigen Skitag benutzen und damit einen 10. Weltrekord aufstellen. „Ich bin mir sicher, dass das klappt. Schließlich werden wir von Formel-1 Testpilot Marco Holzer von Skigebiet zu Skigebiet gefahren." Ist Flühr ein weiteres Mal siegessicher