Superwahljahr 2009
Die Bundesparteien sind Internet-Zeitalter angekommen und mobilisieren Ihre Wähler über Plakat-Spende-Portale. Nach den durchaus erfolgreichen aber auch recht angestaubten Wahlkampfstrategien der letzten Jahre setzen viele Bundesparteien im aktuellen Bundeswahlkampf auf die Macht des Internets.Youtube, Twitter und Co. werden äußerst effektiv und basisnah für die Mobilisierung der eigenen Parteimitglieder und den noch „Unentschlossenen" eingesetzt. Denn Obama hat es vorgemacht und nun machen es alle nach – und das sehr erfolgreich. Der politische Machtkampf hat sich also von der Straße hinein ins Internet verlagert.
Doch ohne Straßenwahlkampf, respektive den aus unserem Städtebild derzeit nicht weg zu denkenden Wahlkampfplakaten und -ständen, geht es dennoch nicht. Aber auch hier brilliert das Internet als ganzheitlicher Lösungsansatz. Das Rechenbeispiel ist einfach und geht auf: Schaffe ein Plakatportal, mobilisiere deine Wähler und erhalte Plakatspenden. Diese einfache aber effektive Idee hat die Internetagentur dpi one – finkemeier & loheide in Kooperation mit 123-plakat.de entwickelt und erfolgreich umgesetzt.
Somit können heute die Parteien der Grünen/Bündis 90, die FDP und Die Linke auf ein Portal zugreifen, indem der geneigte Wähler und die geneigte Wählerin ihrer Partei ein Wahlkampf-Plakat in der Größe XXL (ca. 10 m²) spendieren. Und dies recht einfach und intuitiv nach dem bewährten 123-Plakat-Prinzip: Standort suchen – Plakatmotiv wählen – Zeitraum buchen. Quasi mit drei Klicks vom passiven Wähler hin zum aktiven Meinungsmacher – die Rechnung geht auf, tausende Bundesbürger machen bereits mit!
Doch jeder Wahlkampf findet irgendwann sein Ende und das bewährte Mittel „Plakat-Spende-Portal" verschwindet dann unweigerlich wieder in der Kiste der strategischen Wahlkampfmöglichkeiten. Doch muss das so sein? Könnte dieses probate Marketing-Tool nicht auch für ganz andere Meinungsmache genutzt werden? Gibt es nicht eine Vielzahl von gemeinnützigen Vereinigungen und Gruppierungen in Deutschland, die dieses Prinzip der günstigen Plakatwerbung für sich entdecken könnten? Eindeutig ja und aus diesem Grund sollte überlegt werden, ob sich das Obama-Prinzip wirklich nur auf die politische Welt anwenden lässt? Oder ob hier eine dauerhafte Möglichkeit geschaffen wurde, für alle ein breites Sprachrohr zu bieten und die Plakatwerbung wieder zu dem zu machen, wofür sie eigentlich gemacht wurde: Die Möglichkeit zu werben – und zwar für Jedermann. Eigentlich eine schöne Vorstellung, denn Deutschland würde bunter werden.